[COMMUNITY-WIKI] Kontaktloses Bezahlen - auch mit dem Smartphone (Update März '17)

Dokument erstellt von MXP_Alex Experte in 04.04.2016zuletzt geändert von MXP_Alex Experte am 17.03.2017
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Früher haben die Menschen Dinge getauscht, dann gab es Münzen, irgendwann kamen die Geldscheine dazu, Kreditkarten wurden auf die sogenannten "Ritsch-Ratsch"-Geräte gelegt, der Magnetstreifen von Karten wurde ausgelesen und nun werden die sogennanten EMV-Chips zum sicheren digitalen Bezahlen am Point-of-Sale (POS) genutzt. Doch wie stellen sich die großen Kreditkartenfirmen das Bezahlen der Zukunft vor? Das Stichwort ist kontaktloses Bezahlen bzw. Mobile Payment. Dabei ist das gar keine Zukunftsmusik, sondern schon seit ein paar Jahren möglich. Allerdings setzt es sich erst so langsam durch.

 

Dieser Artikel wurde am 17. März 2017 aktualisiert. 

 

Neuigkeiten: Start von girocard kontaktlos

 

 

Was ist eine EC-Karte, girocard, Kreditkarte, Debitkarte?

Zunächst möchte ich einige Begriffe erläutern. Die umgangssprachlich als "EC-Karte" bezeichnete Karte heißt seit 2007 "girocard". Das dahinterstehende Zahlungssystem kommt von der Deutschen Kreditwirtschaft. Diese Karte wird von den meisten deutschen Banken zu einem Girokonto ausgegeben. Das girocard-System funktioniert bis auf wenige Ausnahmen in Grenzregionen ausschließlich in Deutschland. Daher sind die meisten girocards co-gebrandet, haben also ein zweites System integriert, damit sie auch international genutzt werden können. Dies ist entweder "Maestro" (von Mastercard) oder "V-Pay" (von Visa). Umsätze, die mit girocard oder Maestro/V-Pay gemacht werden, werden sofort vom Konto abgebucht, daher sind es Debit-Systeme. Die Karte wird daher als "Debitkarte" bezeichnet. 

 

Gegenüber stehen die "Kreditkarten". Hier werden die Umsätze einmal monatlich in einer Gesamtsumme abgerechnet oder in Teilbeträgen zurückgezahlt. Kreditkarten nutzen z.B. das Mastercard- oder Visa-System. Daneben gibt es noch weitere Marken wie American Express, China UnionPay oder JCB, die allerdings in Deutschland nicht so relevant sind aufgrund ihrer geringen Akzeptanz.

Allerdings gibt es eine Sache, die etwas verwirrend scheint, da die meisten Menschen automatisch Mastercard und Visa mit dem Begriff "Kreditkarte" assoziieren. Es gibt nämlich auch Debitkarten von Mastercard oder Visa, die mit einem Girokonto verbunden sind.

An der Karte lässt sich das übrigens erkennen, da seit 2016 entweder "Credit" oder "Debit" aufgedruckt sein muss.

 

Die Akzeptanz von girocards ist in Deutschland im Vergleich zu Mastercard/Visa relativ hoch. Kleine Händler bieten aufgrund geringerer Gebühren oft nur girocard- und keine Maestro-Zahlungen an, was mit einer girocard natürlich kein Problem ist, da sie girocard und Maestro kann, allerdings gibt es auch "reine" Maestro-Karten, die dann eben nicht funktionieren. Ausländische Kunden können dort eben nicht mit Karte zahlen.

 

Übrigens kann es vorkommen, dass euch das Terminal bei einer Kartenzahlung fragt, ob ihr mit girocard oder Maestro/V-Pay zahlen wollt. Dies sieht eine EU-Vorschrift seit Mitte 2016 vor, allerdings hat diese kaum ein Händler umgesetzt. Für euch ist es egal, was ihr auswählt. Allerdings ist eine girocard-Zahlung günstiger als eine Maestro/V-Pay Zahlung für den Händler. 

 

Was bedeutet paywave, paypass, girocard kontaktlos und girogo?

Diese vier Dinge sind nicht dasselbe. Visa nennt das kontaktlose Bezahlen "paywave", Mastercard nennt es "paypass". Anstatt des Wellen-Symbols (Kontaktlos-Symbol) an der Tür eines Geschäfts können also auch die Begriffe paywave und paypass auf die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens hinweisen. Beide Systeme funktionieren im Grunde gleich. Visa-Karten enthalten logischerweise das System von Visa und Mastercard-Karten das von Mastercard. Beide Systeme sind weltweit im Einsatz und können bei entsprechender Akzeptanz überall genutzt werden. Abgebucht wird der Betrag ganz normal von eurer Kreditkarte. Meistens ist auf der Abrechnung erkennbar, dass es sich um eine kontaktlose Transaktion gehandelt hat. 

American Express bietet mittlerweile auch das kontaktlose Bezahlen an. Allerdings akzeptiert nicht jede Amex-Akzeptanzstelle, die gleichzeitig paywave/paypass akzeptiert, auch das System von Amex. Wo man es also nutzen kann, ist nicht klar erkennbar. In diesem Artikel werde ich nicht weiter auf Amex eingehen, da die Karte generell nicht oft akzeptiert wird, da sie den Händler höhere Gebühren kostet.

(NEU: START VON GIROCARD KONTAKTLOS) Im März 2017 ging die Deutsche Kreditwirtschaft mit "girocard kontaktlos" an den Start. Genau wie bei einer herkömmlichen Zahlung mit girocard wird euer Konto direkt belastet. Neue girocards sind bereits mit dem System ausgestattet, ebenfalls am Kontaktlos-Symbol auf der Vorderseite zu erkennen. Zunächst betrifft dies aber nur girocards von Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen. Aktuell wird dieses System bei ALDI NORD, ALDI SÜD, LIDL und REWE akzeptiert. Leider informieren die meisten Banken ihre Kunden noch nicht über girocard kontaktlos, obwohl sie Karten damit ausgeben. Wieso, ist mir ein Rätsel.

Anders ist es mit "girogo", welches ebenfalls ein System der Deutschen Kreditwirtschaft ist und daher nur in Deutschland funktioniert. Die meisten deutschen girocards (nicht mit Maestro-Karten verwechseln!) haben dieses System integriert. Der Nachteil hierbei ist, dass es wie die alte Geldkarte funktioniert. Die Transaktionen werden nicht von eurem Girokonto abgebucht, sondern girogo muss am Geldautomaten aufgeladen werden. Es lässt sich allerdings auch so einstellen, ähnlich wie bei Prepaid-Mobilfunkverträgen, dass automatisch Geld aufgeladen wird, wenn das Guthaben unter einen gewissen Betrag fällt. Gespeichert wird das Geld aber auf der Karte. Ist diese also gestohlen, so ist auch das Geld weg.

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Wo kann ich kontaktlos bezahlen?

Immer mehr Zahlungsterminals am POS unterstützen das kontaktlose Bezahlen. Zuletzt haben REWE, Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Norma, Saturn und Media Markt diese Möglichkeit an ihren Kassen eingeführt. Bei vielen Tankstellen wie ARAL, Shell, star, OIL! sowie McDonald's Filialen (nicht bei allen Franchise-Nehmern) und Marktkauf ist es ebenfalls möglich. Natürlich bieten auch weitere Ketten und kleinere Geschäfte diese neue Art des Bezahlens an. Mastercard ermöglicht auf der Webseite durch den "Kontaktlos-Locator" zu prüfen, ob es in der Nähe Geschäfte gibt, bei denen man so bezahlen kann: Kontaktlos-Locator | Services | MasterCard®. An diesen Stellen ist genauso das System von Visa nutzbar.

 

girocard kontaktlos ist derzeit noch nicht sehr stark verbreitet. Aktuell ist es bei Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl und REWE nutzbar.

 

Das System girogo wird nur bei sehr wenigen Händlern benutzt und meist auch nur regional und nicht bundesweit. Norma bietet es beispielsweise an.

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Wie funktioniert der Bezahlvorgang?

Wenn ihr über den "Kontaktlos-Locator" oder einen Aufkleber an der Tür (Kontaktlos-Symbol) des Geschäfts erfahren habt, dass dort das kontaktlose Bezahlen möglich ist, müsst ihr an der Kasse der Kassiererin bzw. dem Kassierer sagen, dass ihr mit der Karte zahlen möchtet. Anstatt nun eure Karte in das Bezahlterminal zu stecken, haltet ihr sie einfach nah genug dran. Die Karte darf nicht weiter als 4 Zentimeter entfernt sein. Auf jeden Fall funktioniert es, wenn ihr das Terminal mit der Karte berührt. Bei vielen VeriFone-Terminals im Supermarkt oder Discounter müsst ihr die Karte auf das Display halten. Tankstellen verwenden oft relativ große Terminals von VeriFone. Dort müsst ihr die Karte rechts an das Gerät halten. Aldi Süd verwendet sehr moderne, quadratische Terminals, bei denen die Karte links an das Gerät gehalten werden muss. Der Bereich ist allerdings immer markiert bzw. auf dem Display steht "auflegen". Auf dem Bildschirm wird nun erscheinen, dass ihr die Karte wieder entfernen könnt. Meistens gibt es zeitgleich ein akustisches Signal. Ist der Betrag, den ihr zahlen müsst, kleiner als 25 EUR, so kommt sofort der Kassenbon aus dem Drucker und der Bezahlvorgang ist abgeschlossen. Ist der Betrag größer bzw. genau 25 EUR, so müsst ihr nun noch kurz eure Geheimzahl eingeben bzw. unterschreiben, wenn eure Bank dies so eingestellt hat.

 

Bei girocard kontaktlos gilt ebenfalls die 25 EUR Grenze. Bei girogo ist die PIN bereits ab 20 EUR Einkaufswert fällig.

 

Technisch ist es übrigens so, dass eure Karte eine Leiterschleife enthält. Wird sie an das Terminal gehalten, so wird durch das (sich dauerhaft ändernde) Magnetfeld des Geräts in der Schleife ein Strom induziert, der dafür sorgt, dass die Antenne in der Karte die Informationen senden kann.

 

Wo erhalte ich eine Karte mit kontaktloser Bezahlfunktion?

Alle neuen Kreditkarten von Visa und Mastercard enthalten die kontaktlose Bezahlfunktion. Erkennbar ist dies am Wellen-Symbol bzw. Kontaktlos-Symbol auf der Vorderseite eurer Karte. Unterstützt eure Karte das noch nicht, so müsst ihr entweder eine neue bei eurer Bank anfordern oder warten, bis eure jetzige abläuft.

Wer das System girogo nutzen möchte, muss sich bei seiner Bank erkundigen, ob diese das unterstützt. Das girogo-Symbol findet sich bei girocards auf der Rückseite. girocard kontaktlos ist hingegen am Kontaktlos-Symbol auf der Vorderseite eurer girocard zu erkennen. 

 

Kann ich auch ohne klassische Kreditkarte kontaktlos bezahlen?

Ja, entweder nutzt man seine girocard mit girogo, die allerdings nur sehr wenige Akzeptanzstellen hat und somit praktisch kaum nutzbar ist, nutzt girocard kontaktlos oder man wählt einen Anbieter, der keine klassischen Kreditkarten oder girocards herausgibt, sondern mit einem Konto verbundene Debitkarten.

N26

N26 ist ein FinTech-Startup, welches seit 2015 aktiv ist. Ihr erhaltet dort ein kostenfreies Girokonto mit einer kostenlosen Mastercard, welche zum kontaktlosen Bezahlen eingesetzt werden kann. Optional ist eine zusätzliche Maestro-Karte (keine girocard!) mit Kontaktlos-Funktion. Es findet seit Mitte 2016 bei der Einrichtung eine Bonitätsprüfung statt. Beantragt wird das Konto ganz einfach auf der Website oder in der App. Per Video-Ident bestätigt ihr eure Identität und habt nach ca. 10 Minuten ein neues Konto. Ein paar Tage später erhaltet ihr dann die Karte.

Wer das Girokonto nicht nutzen möchte, kann es quasi auch als Prepaid-Kreditkarte nutzen, indem ihr Geld auf euer Konto überweist. Alle Transaktionen werden direkt von eurem Konto abgebucht. Ihr bekommt direkt eine Push-Benachrichtigung. Geld lässt sich übrigens auch in ca. 6000 Geschäften in Deutschland einzahlen, beispielsweise bei REWE oder Penny, ab 100 Euro Einzahlung pro Monat wird eine Gebühr in Höhe von 1,5% fällig.

Ihr zahlt übrigens auch keine Fremdwährungsgebühren, außer beim Abheben von Bargeld. Es wird der Mastercard-Wechselkurs genutzt. Ideal eignet es sich also auch zum shoppen im Internet in einer anderen Währung. Es sind im Monat bis zu 3 bzw. 5 Bargeldabhebungen kostenfrei.

 

Fidor Bank

Bei der Fidor Bank erhaltet ihr ein SCHUFA-freies, kostenloses Girokonto. Zusätzlich könnt ihr nach einer Bonitätsprüfung bei Creditreform eine sogenannte "Fidor SmartCard(R)" kostenfrei erhalten. Dies ist eine kontaktlose Mastercard, welche als "Credit" gechipt ist, aber als Debit abgerechnet wird (Achtung Verwirrungsgefahr!). Zusätzlich ist diese Karte mit Maestro (Debit) co-gebrandet. Es ist also gleichzeitig eine Mastercard und Maestro-Karte. Die girocard-Funktion ist allerdings wie bei N26 nicht integriert! Es gibt Händler, welche Maestro akzeptieren, aber Mastercard nicht. So könnt ihr eure Karte trotzdem nutzen. Wie am Anfang beschrieben, gibt es aber viele Händler, die nur girocard nehmen. Hier kommt ihr mit einer Maestro-Karte nicht weit. Aber da es hier um das kontaktlose Bezahlen geht, möchte ich darauf nicht näher eingehen.

Ihr könnt bis zu zwei mal kostenfrei Bargeld abheben pro Monat. Bar-Einzahlungsmöglichkeiten gibt es Fidor nicht, allerdings lässt sich das Konto per giropay mit 1% Gebühr aufladen. Dies setzt natürlich wie eine herkömmliche Überweisung ein zweites Konto voraus.

Benutzt ihr das Konto aber als eine Art Prepaid-Konto zum kontaktlosen Bezahlen, kann euch das egal sein. Eine Fremdwährungsgebühr berechnet Fidor übrigens nicht. Seit Dezember 2016 gibt es auch eine App mit Push-Benachrichtigungen.

o2 Banking

o2 Banking ist ein Service von Telefónica Deutschland in Zusammenarbeit mit der Fidor Bank. Auch hier erhaltet ihr ein Girokonto mit einer kostenlosen und kontaktlosen Debit-Mastercard, welches derzeit nur per App eröffnet werden kann, d.h. es gibt kein klassisches Online Banking wie bei N26 oder Fidor. Es findet keine Bonitätsprüfung statt, jedoch gibt es eine Kontoführungsgebühr von 0,99 Euro pro Monat, falls euer Kartenumsatz weniger als 100 Euro im Monat beträgt. Auch hier erhaltet ihr eine Push-Nachricht bei Zahlungen mit der Karte oder Geldeingängen auf dem Konto. 

Für o2 Kunden ist dies sicherlich die cleverste Art kontaktlos zu zahlen, da ihr je nach Kartenumsatz zusätzliches Datenvolumen bekommt. Außerdem richtet sich die Anzahl der kostenfreien Bargeldabhebungen nach dem Kartenumsatz. Bareinzahlungen sind nicht möglich.

 

Wie kann ich mein Smartphone zum Bezahlen nutzen?

Besitzer eines NFC-fähigen Android-Smartphones können auch direkt ihr Handy zum Bezahlen einsetzen. Voraussetzung ist i.d.R. Android 4.4 KitKat, da ab dieser Version die sogenannte "Host Card Emulation" (HCE) integriert ist, die die Zahlungsdaten speichert. Zusätzlich muss das Smartphone zertifiziert sein.

 

Vodafone Wallet

Vodafone bietet Mobile Payment für Vertragskunden mit einer speziellen NFC-SIM-Karte an. Die sensiblen Zahlungsdaten werden dann verschlüsselt auf dieser gespeichert, anstatt HCE zu verwenden. Zusätzlich muss die entsprechende App installiert werden. Anstatt einer Karte hält man dann sein Smartphone an das Bezahlterminal. In der App gibt man die Zahlung dann per PIN-Eingabe frei.

Man kann entweder sein PayPal Account oder eine beliebige Visa-Karte angeben, über welche dann abgerechnet wird.

Da die Host Card Emulation nicht verwendet wird, sind die Nutzungsvoraussetzungen strenger: So ist es lediglich mit einem von Vodafone zugelassenen und mit Vodafone-Branding versehenem Android-Smartphone möglich.

 

boon.

Wirecard hat im November 2015 ein eigenes Produkt namens "boon." herausgebracht. Diese Android-App ermöglicht auf von Mastercard zertifizierten Smartphones mit NFC das kontaktlose Bezahlen unabhängig vom Mobilfunkanbieter. Wenn man sich die App herunterlädt, kann man Mobile Payment sofort nutzen. Leider bietet boon. kein kostenloses automatisches Aufladen an. Kostenlos kann man derzeit nur per langsamer Banküberweisung aufladen. Für Aufladungen per Kredikarte (auch automatisch) werden 1% bzw. mind. 1 EUR berechnet.

Am Bezahlterminal öffnet man die App, drückt auf den Button in der Mitte, gibt seine PIN ein und hat dann 60 Sekunden Zeit, das Smartphone ans Terminal zu halten und den Bezahlvorgang abzuschließen. Ich persönlich hab dies selber schon ausprobiert. Allerdings forderte mich die App auf, meine PIN zweimal einzugeben. Mit meiner kontaktlosen Kreditkarte wäre das deutlich schneller gegangen, hier hätte ich gar keine PIN eingeben müssen. Die App speichert 5 Tokens im Gerät. Ohne Internetverbindung kann man also 5 mal bezahlen, erst danach benötigt man wieder eine Verbindung. Genutzt wird die seit Android 4.4 integrierte Host Card Emulation (HCE).

Ab dem 12. Monat kostet boon. 0,99 EUR/Monat.

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SEQR

SEQR bietet in meinen Augen die derzeit beste Möglichkeit mit einem Android-Smartphone zu zahlen. Die App funktioniert ähnlich wie die von boon., allerdings wird jede Zahlung mit der App per Lastschrift von eurem Konto abgebucht, das heißt ihr braucht euch nie Gedanken über euren Kontostand in der Zahl-App zu machen. Zusätzlich bekommt man sogar je nach Anzahl der Umsätze im Monat bis zu 3% Cashback zurück.

Ich persönlich konnte die App noch nicht ausführlich testen, daher kann ich derzeit keine genaueren Infos liefern.

 

Apple Pay mit boon. FR

Die beste Möglichkeit Apple Pay in Deutschland zu nutzen, ist ein französisches boon. Konto zu eröffnen. Alle Informationen und die ANleitung zur Einrichtung findet ihr hier: [COMMUNITY-WIKI] Apple Pay in Deutschland nutzen.

 

Was muss ich beim kontaktlosen Bezahlen beachten?

Grundsätzlich kann es durchaus vorkommen, dass Kassiererinnen und Kassierer nicht über das kontaktlose Bezahlen informiert sind, obwohl das Bezahlterminal es kann. Das liegt daran, dass die meisten Deutschen eben bar bezahlen oder herkömmliche Kartenzahlungen durchführen.

Übrigens gibt es viele Terminals, die technisch kontaktlose Bezahlung unterstützen, jedoch nicht freigeschaltet sind. An diesen Geschäften findet ihr natürlich dann auch keinen Hinweis auf das kontaktlose Bezahlen. Mastercard und Visa fördern das kontaktlose Bezahlen jedoch und zwingen Händler dazu, innerhalb der nächsten Jahre die kontaktlose Bezahlmöglichkeit anzubieten, da sonst ihre Verträge nicht verlängert werden.

 

Hat man mehr als eine kontaktlose Bezahlkarte im Geldbeutel und diese liegen mehr oder weniger direkt übereinander, so wird das Bezahlterminal den Zahlvorgang abbrechen, da es die Karte nicht eindeutig identifizieren kann.

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Wie sicher ist das kontaktlose Bezahlen?

Eure Karte funkt nur auf wenigen Zentimetern, das bedeutet, dass ihr nicht aus Versehen im Vorbeigehen für jemand anderen etwas bezahlen könntet. Die Karte muss aktiv in die direkte Nähe des Bezahlterminals am POS gebracht werden. Dabei werden auch nur die wichtigsten Daten an das Terminal übertragen. Eure Kreditkartennummer und das Ablaufdatum gehört allerdings dazu, nicht aber etwa der CVC2-Code, der im Internet eingegeben werden muss und nur außen auf der Karte steht. Theoretisch lassen sich diese Daten von jedem Smartphone, welches NFC an Bord hat, mit der richtigen App auslesen. Doch dafür muss die Karte direkt an das Smartphone gehalten werden. Diese Daten kann man aber nicht etwa auf eine Karte kopieren und damit einkaufen. Theoretisch könnte z.B. in der Bahn jemand dicht genug an euren Geldbeutel kommen, wenn ihr ihn in der Gesäßtasche habt, und die Daten auslesen. Bei Missbrauch haftet aber in den meisten Fällen eure Bank, es sei denn ihr handelt tatsächlich fahrlässig. Außerdem könnt ihr das verhindern, wenn ihr mehrere Funk-Karten übereinander legt. Per App lassen sich außerdem bei manchen Karten die letzten Transaktionen mit Datum, Uhrzeit, Währung und Betrag vom Chip auslesen. Mit diesen Daten kann ein Dieb allerdings wenig anfangen.

 

Da die Medien leider nicht richtig den Sinn und die damit verbundenen Vorteile des kontaktlosen Bezahlens erklären, sondern in verschiedenen Beiträgen von der Gefahr des Datenklaus sprechen und den Nutzern damit eher Angst einflößen, gibt es bereits Kartenhüllen und Geldbeutel, die keine Funkwellen durchlassen. Genauso würde auch Alufolie reichen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eure Daten klaut und damit etwas anfängt ist sehr gering. Außerdem haftet ihr i.d.R. nicht. Ein Händler hat selber die Verantwortung zu tragen, dass bei einer Online-Zahlung mit Kreditkarte alle Daten abgefragt und überprüft werden. Solltet ihr auf euer Kreditkartenabrechnung oder eurem Konto etwas merkwürdiges feststellen, so kontaktiert direkt eure Bank. Oft setzen Online-Händler auch das 3D Secure Verfahren ein, bei dem dem Händler die Zahlung garantiert wird, weil ihr während der Zahlung durch Eingabe einer TAN oder zusätzlichen Daten bestätigt, dass ihr wirklich der Inhaber der Karte seid.

Bei Amazon ist es bedauerlicherweise möglich mit Kreditkartennummer und Ablaufdatum ohne Eingabe eines CVC2-Codes etwas zu bestellen. Dies wäre tatsächlich mit per Funk ausgelesenen Daten möglich. Ihr würdet in diesem Fall aber auf jeden Fall das Geld zurück bekommen, da solch eine Zahlung Amazon logischerweise nicht garantiert wird. Warum Amazon dies so macht, ist mir unerklärlich.

Problematisch wird es allerdings, wenn eure Karte physisch gestohlen wird, da der Dieb theoretisch beliebig oft Transaktionen bis zu 24,99 EUR durchführen könnte ohne Eingabe der PIN oder Unterschrift. Deshalb ist es so, dass Banken oft nach 5 kontaktlosen Transaktionen hintereinander auch bei kleineren Beträgen die PIN fordern. Bei den oben genannten Anbietern würdet ihr sofort eine Push-Benachrichtigung bekommen und könntet die Karte sperren lassen. Oft geht das direkt in der App. In der Regel haften Banken, wenn eure Karte gestohlen wurde und ihr erhaltet das Geld gutgeschrieben. Es gilt aber: den Diebstahl schnellstmöglich melden und bei der Polizei anzeigen.

 

Fazit

Ich persönlich nutze das kontaktlose Bezahlen immer, wenn es möglich ist. Hierfür nutze ich in der Regel eine kontaktlose Kredit- oder Debit-Karte von Visa bzw. Mastercard. Bisher hatte ich keine Probleme und der Bezahlvorgang hat immer reibungslos funktioniert. Gerade bei Beträgen unter 25 EUR ist es sehr praktisch, da man keine PIN eingeben muss und man somit sehr schnell gezahlt hat.

Das Bezahlen mit dem Smartphone finde ich durchaus interessant, jedoch gibt es weder Android Pay, noch Apple Pay oder Samsung Pay offiziell in Deutschland und man kann daher nur boon. nutzen, wo man sein Konto manuell aufladen muss, was ich unsinnig finde. Außerdem kostet es sogar nach 12 Monaten Nutzung monatlich Geld und funktioniert nicht perfekt bei Android. Oft dauert der Bezahlvorgang dadurch länger als mit einer kontaktlosen Karte. Besser ist da natürlich SEQR, da hier das Geld von eurem Girokonto per Lastschrift abgebucht wird.

Mit Apple Pay hatte ich bisher allerdings keine Probleme. Dies funktioniert zuverlässiger als die Android-Lösungen und geht rasend schnell, insbesondere wenn man die Apple Watch nutzt. 

 

Bildernachweis

boon.: nfcworld.com, boonpayment.com, Wirecard Card Solutions Limited

Number26: number26.eu, Number26 GmbH

mpass: giga.de, mpass.de, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG

paywave, paypass, girogo: t-online.de

Kontaktlos Logo: targobank.de

Bezahlterminal: kostenlose-kreditkarte.net, Visa Europe

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