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Testbericht

Zwei Wege zum besseren Schlaf: Withings Sleep Analyzer & Philips Wake-Up Light (vs. Galaxy Watch Ultra)

  • January 20, 2026
  • 1 Antwort
  • 28 Aufrufe
derzwo
Stammgast
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Liebe Community,

Schlaf ist so ein Thema.
Entweder man schläft. Oder man denkt viel zu viel drüber nach, warum man es gerade nicht tut.
Dieser Test spielte sich im Dezember und über die Feiertage ab. Genau in der Jahreszeit, in der es morgens auch gerne mal nach 8 noch dunkel ist. Der Himmel gefühlt dauerhaft grau bleibt und der Körper am liebsten Winterschlaf beantragen möchte, nur der Alltag ist da leider anderer Meinung. 

Getestet wurden zwei Geräte mit identischem Ziel, aber gleichem Ansatz: Der Withings Sleep Analyzer will Schlaf messen, das Philips Connected Sleep & Wake-Up Light HF3672/01 will Schlaf beeinflussen. Klinik gegen Atmosphäre, Daten gegen Gefühl oder etwas salopper gesagt: Matratzen-Ninja gegen künstliche Sonne.

Parallel lief während des Tests eine Samsung Galaxy Watch Ultra (2024) mit. Nicht als Testgerät, nicht als Herausforderer, sondern als Kontrollgruppe. Die Uhr wird nicht bewertet, sie kann nicht gewinnen oder verlieren, sie liefert lediglich Vergleichsdaten zur Plausibilisierung. Ironisch darf man sie erwähnen, inhaltlich bleibt sie nüchtern.

Testsetup und Herangehensweise
Wichtig vorab: Kein neues Schlafritual, kein “jetzt aber wirklich schlafen” und kein plötzlicher Bio-Hacking Wahn! 

Setup im Überblick:
- Withings Sleep Analyzer: Über der Matratze (bettbedingt), Herstellerposition, Messeinheit auf Brusthöhe
- Philips Wake-Up Light: dauerhaft morgens & abends genutzt. Allerdings bewusst mit wenig Sound. Warum wenig Sound, kommen wir später zu.
- Galaxy Watch Ultra: “ist da”. Fertig. Wobei auch das stimmt nicht ganz, über die Weihnachtstage hatte ich diese kaum um.

Daten im Scope:
- Schlafdauer
- nächtliche Herzfrequenz
- Erholungsfaktor (gefühlt)

Ignoriert wurde alles, was eher Stress erzeugt als Erkenntnis. Das hier ist kein medizinischer Test, sondern ein ehrlicher Alltagsbericht.
Um beiden Geräten eine Chance zu geben war mein Plan diese erst einzeln, dann zusammen zu testen. Wie sich herausstellt.. Idee gut. Umsetzung.. lest selber.
Zusatzanmerkung: Aufgrund der Wohnung gibt es diesmal keine Bilder von beiden Geräten im Einsatz. Nur App-Eindrücke.

Withings Sleep Analyzer
“schwach angefangen, stark nachgelassen. Und sehr schnell disqualifiziert gewesen”

Bild von Herstellerseite:

 

Bild des Withing Sleep Analyser



Produktdaten (was haben wir da überhaupt?!)
- kontaktloser Schlafsensor (Matte + Basiseinheit)
- misst Schlafdauer, Schlafphasen, Herzfrequenz
-  App-Anbindung
- viele Auswertungen nur mit Premium-Subscription. (9,99€/Mo)

Auf dem Papier klingt das alles erstmal ziemlich gut. Muss ich nicht tragen wie ne Uhr, kein Laden (da USB/Netzteil-Verbindung), kein Körperkontakt. Hinlegen, schlafen, fertig. Dazu noch “das ist alles klinisch ui ui toll!”. Sprich: Großer Anspruch, entsprechen (sehr) hohe Erwartung. 

Das wars dann aber auch schon mit tollen Dingen. 
Direkt bei der Einrichtung gab es den ersten Dämpfer. Für einen vollständigen Reset muss die Matte - komplett - vom Gerät abgezogen werden. Dazu muss innerhalb eines - sehr - kurzen Zeitfensters ein - sehr - versteckter Resetknopf gedrückt werden. Teilweise habe ich das Gefühl, man möchte garnicht, dass das Gerät überhaupt resettet wird. Verpasst man das Fenster? Richtig: Nochmal umkrämpeln und nochmal den Knopf drücken, weil’s so schön ist. Das ist nicht ein kleiner Nervfaktor, sondern maximall bescheuerte unnötige UX. Für ein Gerät, welches sich für 149,95€ ein Premium-Gerät nennen möchte. Diese Erfahrung hat meine Grundhaltung gegenüber dem Gerät von Anfang an negativ geprägt.

Nach - zwei - Nächten war dann ohnehin Schluss. Die gemessenen Daten passten schlicht nicht. Im Vergleich zur Galaxy Watch Ultra und weiteren Referenzen lagen sowohl Schlafdauer - alsauch die nächtliche Herzfrequenz teilweise über zehn Prozent daneben. In solchen Sphären sind dies keine Rundungsfehler oder Interpretationsunterschiede mehr, sondern Werte, die sich logisch nicht plausibel erklären lassen. 
Ergebnis: Daten nicht valide, test abgebrochen. 

Dazu kommt das Abo-Modell. Für “tiefere Auswertungen” ist eine kostenpflichtige Subscription nötig. Sachlich bleibt also ohne Abo der Mehrwert überschaubar. Hat man wie ich noch eine Waage von Withings, gibt es auch keine Probezeit mehr für ein neues Gerät. Praktisch zahlt man kein Abo, wenn die Daten eh schon kein Vertrauen aufbauen.

Viele Screenshots aus der App habe ich nicht gemacht, hier jedoch das markanteste ;)

Bild Anzeige Vitalität



Kurzfazit Withings:
- Interessantes Konzept? Ja.
- Unnötig komplizierte Einrichtung
- unplausible Messwerte im Test
- Abomodell unverständlich, bei eh schon 150€ Anschaffungskosten.
=> Für mich passt das Gerät nicht. Für einige sicherlich gut, von mir gibt es keine Empfehlung.

Philips Connected Sleep & Wake-Up Light HF3672/01
Wenn Technik einfach mal leise funktioniert :) 

Bild von Herstellerseite phillips.de:

Bild Philips Wake Up Light



Nach dem kurzen, eher ernüchternden Gastspiel des Sleep Analyzers war ich ehrlich gesagt vorsichtig. Noch ein Schlafgerät, noch eine App, noch ein Produkt, das mir erklären will, was ich nachts angeblich getan habe. Der entscheidende Unterschied hier: Das Wake-Up Light will nichts wissen. Es will nichts messen, nichts bewerten und keine Scores ausspucken. Es greift nicht in den Schlaf ein, sondern in den Übergang davor und danach. Und genau dort,  beim Aufwachen und beim Runterfahren,  entfaltet es seine Wirkung. Keine große Show, kein Technik-Theater, sondern Licht. Ruhig, konstant und überraschend effektiv.

Produktdaten kompakt:
- Sonnenaufgangs-Simulation
- dimmbares warmes Licht
- App-Anbindung (WLAN/Bluetooth)
- Sensoren für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Geräuschpegel und… Lux?!
- UVP ca. 249,99€

Der erste Morgen hat mich komplett geflashed. Ich wache zur eingestellten Zeit auf und es war wohlig warm hell im Zimmer. Kein “JETZT BITTE AUFSTEHEN!!!!!!”, sondern Licht. Und ein paar Vögel, welche unaufgeregt zwitscherten. Kein aggressives “los jetzt!”, aber ein “Hi, magst du aufstehen? :) “, kein Stress. Einfach nur den Morgen genießen. Ja, direkt in der ersten Nacht war der Effekt sehr gut spürbar. 

Sehr schnell hat sich eine Routine eingeschlichen:
- ca. 25 % Helligkeit
- dann 2/3
- dann voll, kurz vor dem Aufstehen

Gerade an dunklen Wintermorgen ein riesiger Unterschied. Der Körper ist schon halb da, bevor der Kopf merkt, dass Montag ist. Parallel lief die Galaxy Watch Ultra, ohne erkennbare Stresspeaks. Still, ruhig, angenehm.

Fast noch stärker als morgens ist die Abendnutzung. Gedimmtes Licht, bewusst eingesetzt, um jederzeit einen künstlichen Abend einzuleiten. Aus dem Bett heraus dimmen, weiter dimmen, aus. Klingt banal, ist aber genau der Komfort, den man nicht mehr missen möchte, wenn man ihn einmal hatte.

Die Smart-Daten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Geräusch, Lux…) wirken dabei eher wie sanfte Einordnung als Kontrolle. Kein Score, kein Druck, sehr angenehm. Der große Haken liegt bei der Connectivity: Das Gerät funktioniert nur im selben WLAN. Kein Gateway, keine Steuerung von unterwegs. Wer mehrere WLANs nutzt, landet schnell im falschen Netz. Das ist 2025 unnötig und ein echter technischer Flop.

Bleibt der Preis. 249,99 € UVP. Ganz ehrlich: warum? Das Gerät macht einen tollen Job, aber nicht 249-Euro-toll. Mein persönlicher Sweet Spot läge eher bei rund 100 €. Ohne Test hätte ich mir das Wake-Up Light zu diesem Preis nicht gekauft. Und ja, ich habe mich dabei erwischt zu schauen ob ich das Gerät via Kleinanzeigen zu einem sinnvollen Preis bekomme. Leider erfolglos.

Einziger negativer Punkt ist, die Tipps der App sind teilweise.. komisch.. und kann man nicht abwählen:

Bild Menü Anzeige



Ein paar Bilder aus der App:
Schlafzimmer lässt sich mit der App gut optimieren:

Bild Menü “Mein Schlaf”
Bils Menü “Mein Schlaf”


Ergebnis einer solchen Nacht mit guten Randbedingungen:
 

Bild Anzeige der Schlafauswertung



Kurzfazit Philips Wake-Up Light:
+ Extrem angenehmes Aufwachen
+ starke Abend- und Dimmfunktion
- kein Gateway
- viel zu hoher UVP
=> Klare Empfehlung, wenn man den Preis.. halbieren würde.

Einordnung der Uhr (kurz, aber wichtig)

Die Samsung Galaxy Watch Ultra (2024) war während des Tests bewusst nicht das alleinige Messinstrument pro Nacht und steht auch nicht im Fokus dieses Berichts. Über die Feiertage wurde sie sogar komplett abgelegt, bewusstes Digital Detox. Interessant dabei: Das Wake-Up Light hat in dieser Zeit absolut zuverlässig abgeliefert, ganz ohne zusätzliche Daten oder Kontrolle. Nach den Feiertagen zeigte sich dann ein stimmiges Bild: Nächte, die laut Uhr schlecht waren, führten auch zu einem schlechteren Aufwachen – selbst mit Wake-Up Light. Umgekehrt waren gute Nächte auch morgens spürbar besser. Keine Widersprüche, keine Ausreißer. Konsistent, logisch, nachvollziehbar.


Gesamtfazit

Dieser Test hatte Extreme… und genau die hat er geliefert. Der Withings Sleep Analyzer will erklären, warum dein Schlaf schlecht war, konnte mich aber nicht überzeugen. Das Philips Wake-Up Light will nichts wissen…  und genau das macht es so gut. Interessant war auch die Rolle der Uhr: Der Wiedereinstieg nach den Feiertagen fiel schwerer als die durchgehende Nutzung des Lichts. Ein schönes Beispiel dafür, dass weniger Monitoring manchmal mehr Entspannung bedeutet.

Oder anders gesagt:
Nicht jedes Schlafproblem braucht mehr Daten. Manche brauchen einfach besseres Licht.

1 Antwort

o2_Dennis
  • Moderator
  • January 21, 2026

@derzwo 

Danke für deinen Testbericht. 🙂

Du hast es eingangs kurz angerissen. Es wird häufig bei solchen Geräten gerne von Herstellerseite aus erwähnt, dass man die Werte auch einfach mit zum Arzt nehmen kann. Das klingt dann immer so, als würde man keine Untersuchung mehr benötigen und beim Arzt dann einfach nur noch eine Auswertung stattfindet. Ich finde das, gerade wenn ich deinen Test und die Hinweise zu den Werten lese, schon irgendwie schwierig. Aber auch überraschend, dass es da eine so große Diskrepanz gegeben hat.

Ich muss gestehen, dass ich den Preis vom Wake up Light gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Als ich den dann eben wieder gelesen habe, dachte ich mir auch sofort, dass das schon eine Ansage ist.😮