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TESTBERICHT

Testbericht: David gegen Goliath - besser gesagt Lenovo Ideapad Slim 5 vs. MacBook Air M3 💻

  • May 10, 2025
  • 3 Antworten
  • 389 Aufrufe

RLPhotopro
Stammgast
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Lenovo Ideapad Slim 5 mit Snapdragon X Plus gegen MacBook Air M3

Ich hatte einen Monat die tolle Gelegenheit, das Lenovo Ideapad Slim 5 gegen mein MacBook Air M3 mit 16GB Ram und 512GB SSD antreten zu lassen.


Das Lenovo Ideapad Slim 5 14Q8X9 ist ein ARM-basiertes Notebook mit Snapdragon X Plus 8-Core-Prozessor und wie bei meinem MacBook mit 16GB RAM und 512GB SSD ausgestattet. Während meiner einmonatigen Testphase konnte ich einiges an Stärken, aber auch einige Schwächen feststellen. Insbesondere die Akkulaufzeit und das Display haben mich beeindruckt, während die Performance in bestimmten Szenarien leider für meine Einsatzzwecke nicht ausgereicht hatte.

Aber fangen wir mal mit den Positiven Dingen an:

Verarbeitung: Das Lenovo Ideapad Slim 5 ist super verarbeitet (für ein Windows Notebook). Es fühlt sich hochwertig an und sieht schick aus. Dennoch, wer bereits einmal ein MacBook in der Hand hatte, weis, dass es noch deutlich hochwertiger geht. Ich bin zwar kein Apple Fanboy, aber dennoch ist mein MacBook Air noch eine ganze Ecke hochwertiger und fühlt sich besser an.

Links das MacBook Air M3 mit matter Displayschutzfolie - Rechts das Lenovo Ideapad Slim 5
Beide im Vergleich von oben

Allgemeine Performance: Das Gerät überzeugt mit solider Leistung für alltägliche Anwendungen, sei es Web-Browsing, Office-Arbeiten oder Medienkonsum. Die Kombination aus ARM-Prozessor und Windows funktioniert mittlerweile wirklich gut...ganz im Gegensatz zu dem Windows RT Dilemma, welches ich im Jahr 2013 mal mit einem Notebook hatte. Damals waren auch prinzipiell nur Windows Store Apps lauffähig. Alle normalen x86 oder x64 Apps waren quasi ausgesperrt. Das hat sich mit Windows 11 und den ARM Prozessoren grundlegend geändert und funktioniert mittlerweile quasi wie auf einem 64 Bit Laptop!
Bei Adobe Premiere Pro kam bei der Installation dennoch eine Meldung, dass die Software zwar lauffähig ist, aber nicht für ARM Prozessoren optimiert ist. Eine ARM optimierte Version ist aber wohl bereits in der Entwicklung! 

Meldung bei der Premiere Pro Installation wegen des ARM Prozessors → funktioniert aber trotzdem


Akkulaufzeit: Besonders bemerkenswert ist die lange Akkulaufzeit für einen Windows Laptop, die es ermöglicht hat, fast über den ganzen Tag hinweg mobil zu arbeiten, ohne ständig nach einer Steckdose suchen zu müssen. Natürlich geht der Akku schneller zuneige, wenn man z.B. 4k Videoschnitt betreibt oder einen 4k Film streamt. Aber dennoch einen ordentliche Leistung.


Leises Betriebsgeräusch: Das Notebook bleibt auch unter Last sehr leise, da der Lüfter selten aufdreht. Allerdings kommt es nicht an die absolute Geräuschlosigkeit meines MacBook Air 13 mit M3-Prozessor heran, das dank lüfterlosem Design völlig lautlos arbeitet.


Tolles 14-Zoll-Display: Das Display ist einer der größten Pluspunkte des Geräts. Mit einer hohen Helligkeit, satten Farben und einer guten Schärfe ist es ideal für kreative Arbeiten sowie Medienkonsum.

Sehr schönes Farbenfrohes Display, was auch einen guten Job bei Adobe Lightroom macht!
PS. Das Bienenbild ist übrigens mit dem Xiaomi 15 Ultra entstanden 😉

Und damit auch geeignet für Adobe Lightroom & Photoshop Basics: Wer hauptsächlich Bildbearbeitung auf Basis von Lightroom und Photoshop macht, findet hier ein gutes Maß an Leistung für grundlegende Retuschen und Anpassungen. Für aufwendigere Bearbeitungen oder einen Merge aus vielen RAW Bildern für ein Panorama etc. müsste allerdings ein flotteres Modell her!


Tastatur & Trackpad: Die Tastatur hat ein angenehmes Tippgefühl, und das Trackpad reagiert präzise und zuverlässig, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau eines MacBook. Sie fühlt sich aber nicht billig an und macht daher trotzdem eine gute Figur, zumal alle Tasten schön beleuchtet sind!


Anschlüsse: Im Vergleich zu meinem MacBook, welches nur einen Ladeanschluss, zwei USB-C Anschlüsse und einen Klinkenanschluss bietet, hat das Lenovo mit 2x USB-C 2x USB-A, einem vollwertigen HDMI Anschluss, einem Klinkenanschluss, sowie einem MicroSD Kartenleser deutlich mehr zu bieten. Gut einer der USB-C Anschlüsse fällt beim aufladen weg, allerdings ist dennoch deutlich mehr Konnektivität geboten als bei Apple! Wenn man ein MacBook mit mehr Anschlussmöglichkeiten möchte hat man zwar die Möglichkeit auf ein MacBook Pro zuzugreifen, was aber dazu führt, dass die Kreditkarte deutlich mehr glüht 🥵

Anschlüsse auf der linken Seite des Lenovos
Anschlüsse auf der rechten Seite des Lenovos

 

Es gab aber auch einige negative Punkte, die ich euch natürlich auch schildern möchte

Nicht ausreichend für Adobe Premiere Pro: Die Leistung des Snapdragon X Plus reicht nicht aus, um eine flüssige Darstellung der Timeline und Vorschau in Adobe Premiere Pro zu gewährleisten – selbst bei einem einzigen 4K-Stream kommt es zu Rucklern, die die Bearbeitung erschweren.

Premiere Pro läuft zwar und man kann theoretisch mit etwas Geduld bei der Vorschau auch schneiden, flüssig ist es allerdings nicht und bei längeren Videos daher eher unbrauchbar aufgrund der Ruckler in der Vorschau → aber vielleicht ändert sich das ja auch mit der hoffentlich bald angepassten Version von Adobe Premiere Pro für ARM Prozessoren 🙂


Fingerabdruckscanner unzuverlässig: Im Vergleich zum MacBook Air 13, dessen Fingerabdrucksensor zuverlässig und schnell arbeitet, gibt es beim Lenovo leider immer wieder Aussetzer. Manchmal sind mehrere Versuche nötig, um das Gerät zu entsperren. Manchmal geht es gar nicht und ich musste den PIN eingeben.

Der verbaute Fingerabdruckscanner
Mehrfach neu angelernt und in den Einstellungen die Erkennung verbessert und trotzdem wurde der Fingerabdruck bei mir oft nicht erkannt. Bei meinem MacBook Air ist das nie ein Problem. Sehr schade, da es so eher nervig als hilfreich ist 😔


Dicke des Geräts: Für ein ARM-Notebook ist das Lenovo Ideapad Slim 5 überraschend dick, vor allem an der Hinterkante, die fast doppelt so dick ist wie die eines MacBook Air. Dies wirkt sich auf die Mobilität und das Gesamtdesign zumindest für mich negativ aus. Ich liebe einfach die “Dünne” des MacBooks und die Power, welche für meine Zwecke darin verbaut ist. Gerade beim Verreisen ist das Macbook weniger sperrig im Rucksack. Aber ist natürlich auch etwas kleinlich und selbstverständlich gibt es sicher genug Leute, denen das Lenovo dünn genug ist 😅

Aufgeklappt - Links das MacBook Air - Rechts das Lenovo
Zugeklappt Vorderseite - Links das MacBook Air - Rechts das Lenovo
Zugeklappt Rückseite - Links das MacBook Air - Rechts das Lenovo
Zugeklappt von der Seite - Links das MacBook Air - Rechts das Lenovo


Software & Systemoptimierung: Windows auf ARM läuft grundsätzlich gut, aber nicht alle Programme sind perfekt optimiert. Gerade bei Software, die traditionell für x86-Prozessoren entwickelt wurde, können Einschränkungen oder Performanceprobleme auftreten. Auch einige nicht ARM fähige Treiber für gewisse Geräte, gerade ältere Modelle von Plottern, Druckern etc., könnten ggf. nicht korrekt laufen. Bei mir hat zwar alles funktioniert, aber im Internet findet man immer wieder Probleme mit Treibern in Foren über ARM Notebooks.


Lautsprecher & Audioqualität: Die Lautsprecher sind zwar brauchbar, aber nicht herausragend. Für Musik und Videos reichen sie bei normaler Lautstärke zwar aus, allerdings bieten sie wenig bzw. eigentlich gar keinen Bass und klingen im Vergleich zu MacBook-Lautsprechern etwas flach. Für mich persönlich wäre das zwar kein Problem, da ich sowieso alles mit meinen Bluetooth-Kopfhörern anhöre 😄

 

Fazit 💻

Das Lenovo Ideapad Slim 5 14Q8X9 bringt eine gute Akkulaufzeit, ein starkes Display und eine solide Performance für alltägliche Aufgaben und leichte Bildbearbeitung mit. Allerdings zeigt es deutliche Schwächen bei der Videobearbeitung, vor allem in Adobe Premiere Pro, wo die Leistung für eine flüssige Vorschau nicht ausreicht. Auch der Fingerabdruckscanner und die Dicke des Geräts könnten für manche Nutzer störend sein.

Für meine Anforderungen bleibt ein MacBook Air oder MacBook Pro weiterhin das Nonplusultra für Videoschnitt und Mobilität. Die Kombination aus extremer Performance, lüfterlosem Design und ultradünner Bauweise macht diese Geräte für kreative Arbeiten und unterwegs zur besten Wahl. Wer speziell auf flüssige Videoverarbeitung und schlankes Design angewiesen ist, sollte ein MacBook in Betracht ziehen oder einen performanteren Windows Laptop, wenn man MacOS nicht so mag 🙂

Einen rießigen ❤️-lichen Dank auch wieder mal an das O2 Team, die so tolle Tests überhaupt erst möglich machen! Ist immer wieder Spannend für alle die Testen dürfen! VIELEN DANK!

3 Antworten

TMoney
Legende
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  • Legende
  • May 11, 2025

@RLPhotopro 

Cooler Testbericht 😎

Hatte mir da tatsächlich noch nie Gedanken darüber gemacht, dass es Probleme mit ARM-Prozessoren in Kombination mit Windows gibt! Vielen Dank für deine ausführliche Aufklärung.

Ich selbst (Privat) nutze beides nicht, also Windows (nur bei der Arbeit) oder Mac OS (sehe es aber immer bei meiner Tochter). Ich nutze Chrome OS, ist auch ganz spannend. Aber wenn, würde ich mich glaube ich für Mac OS entscheiden 😉

Gruß TMoney


RLPhotopro
Stammgast
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  • Autor
  • Stammgast
  • May 12, 2025

@TMoney vielen Dank 😊

Mit Chrome OS hatte ich bisher noch gar keine Berührungspunkte auch wenn es mich schon immer interessiert hat. Aber da ist bei mir einfach der Einsatzzweck wieder schwierig. Würde ich aber auch mal testen wenn hier die Gelegenheit wäre 😅

Gruß Robby


o2_Dennis
  • Moderator
  • May 16, 2025

Nice. Ich hätte mir zwar schon denken können, dass die Tendenz am Ende Richtung MacBook gehen wird, hätte aber erwartet, dass das Lenovo Ideapad im direkten Vergleich mehr abschmiert. 😄 Wie du geschrieben hast, ist es eine Frage des Anwendungsbereichs. Die Unterschiede bei der Dicke der Geräte finde ich schon auffällig. Wäre ich hauptsächlich mit einem flacheren Gerät unterwegs, würde mir das wahrscheinlich auch sehr schnell auffallen.

Betreffend der Chromebooks finde ich die auch ganz interessant. Habe mir letztes Jahr eines geholt und bin auch so weit zufrieden. Allerdings werden die im Vergleich mit einem MacBook sehr wahrscheinlich komplett einpacken können. 😄