Sony WH-1000XM3 - ANC Bluetooth Kopfhörer angetestet

Sony WH-1000XM3 - ANC Bluetooth Kopfhörer angetestet
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Ich hatte die Chance die Sony WH-1000XM3 über einen längeren Zeitraum ausführlich zu testen. Was mir als Pendler beim täglichen Gebrauch gefallen und nicht gefallen hat, lest ihr hier.

Zunächst aber in aller Kürze, die ...

Tops & Flops


✅ Akkulaufzeit um die 30 Stunden
✅ guter Tragekomfort
✅ excellenter Sound
✅ fast perfektes Noise Cancelling
⭕ hat Probleme mit Wind und Luftdruckschwankungen
⭕ verhältnismäßig groß
⭕ relativ teuer

Der erste Eindruck

Wie schon gesagt hatte ich die Chance mir die Sony WH-1000XM3 über mehrere Wochen ganz genau anzuschauen. Nachdem ich sowohl von Bekannten, als auch aus den Medien nur Lob gehört hatte, war ich, gerade nach meinem Test der Microsoft Surface Headphones, besonders gespannt auf diese Kopfhörer. Wie es in dieser Preislage inzwischen zum guten Ton gehört, liegt der Packung auch hier eine hochwertige Transporttasche bei. Außerdem enthalten ein USB-C Ladekabel als auch ein Klinke-Audiokabel. Das war es dann aber auch schon. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang, sollte aber heutzutage wirklich jeder zu Hause haben.
Ausgepackt fällt sofort die hochwertige Verarbeitung auf. Die Kopfhörer sind zwar komplett aus Plastik, machen aber durchweg einen guten Eindruck. Sie sind relativ leichtgängig und lassen sich in viele Richtungen verbiegen. Die Ohrpolster sind angenehm weich und ausreichend Groß um meine großen Ohren abzudecken. Apropos Größe: Ich finde die Kopfhörer sind insgesamt wahnsinnig groß geraten und sollten selbst dem Kerl mit dem größten Dickschädel passen. Ich persönlich kann es mir überhaupt nicht vorstellen auf der Straße mit solchen Kopfhörern auf den Ohren rumzulaufen, daher habe ich sie überwiegend im Büro und in der Bahn genutzt.




Einsatz im Alltag

Die Verbindung per Bluetooth mit meinem Smartphone hat natürlich tadellos geklappt, dazu braucht man nichts mehr sagen. Um alles auszuprobieren habe ich mir zunächst die App aus dem Play Store installiert. Die App hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Es gibt zwar wahnsinnig viele Features und Optionen, allerdings macht sie optisch nicht sehr viel her. Ich mag interaktive Interfaces, die dazu einladen sie zu benutzen und visuell unterstützen. Das ist allerdings meine persönliche Einschätzung und jemand anderes sieht das vielleicht schon wieder ganz anders.


Wie ich schon sagte, habe ich die Kopfhörer meist unterwegs im Zug genutzt. Die Polster sind angenehm weich und liegen auch mit dem richtigen Druck am Kopf an. Ich habe zu keiner Zeit ein unangenehmes Klima wahrgenommen oder unter den Kopfhörern geschwitzt. Wie das allerdings bei den hohen Temperaturen der letzten Wochen ist, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ist hier ja jemand, der die Kopfhörer hat und was darüber in den Kommentaren sagen kann?

Ein wichtiges Kriterium bei Bluetooth-Kopfhörern im Alltag ist die Akkulaufzeit. Sony wartet hier auf dem Papier mit ca. 30 Stunden auf und hält sein versprechen. Gerade wenn man die mageren 16 Stunden der Microsoft Surface Headphones dagegen stellt, ist das schon eine Ansage. Für mich hat sich über die Zeit keine Routine eingestellt aber gefühlt mussten die Kopfhörer einmal in der Woche an das Netzteil.

Sound & Noise Cancelling

Eins direkt vorweg: Das sind die besten Kopfhörer, die ich bisher ausprobieren konnte. Setzt man die Kopfhörer auf, ist die schalldämmende Wirkung schon deutlich bemerkbar, aktiviert man dann aber die aktive Geräuschunterdrückung, werden nahezu alle Umgebungsgeräusche geschluckt und man fühlt sich wie in einem isolierten Raum. Bei vollkommener Stille wird das aber schnell unangenehm. Sony hat es geschafft, das bei ANC-Kopfhörern auftretende Rauschen stark zu reduzieren.
Der Sound ist glasklar und ausgewogen. Für mich waren die Kopfhörer bereits perfekt eingestellt und ich hatte zu keiner Zeit das Bedürfnis über einen Equalizer irgendwelche Veränderungen vorzunehmen, sei es nun ein Action-Film gewesen, Rock, Pop, Klassik oder Jazz. Alles wirkt voluminös, Bässe sind zu hören und zu spüren wo es sein soll und auch bei höherer Lautstärke übersteuert nichts.
Im Zug wurden durch ANC nahezu alle Grundgeräusche entfernt, also die Fahrgeräusche oder auch Gespräche anderer Fahrgäste. Sogar in einer Regionalbahn mit geöffnetem Fenster und spielenden Kindern auf kurzer Distanz war ich ungestört. An dieser Stelle möchte ich aber erwähnen, dass die Sensoren Probleme mit Wind und Luftdruckschwankungen haben. Das konnte ich besonders in der Bahn bei offenem Fenster feststellen, wo es stoßweise zu sehr unangenehmem Druck auf den Ohren kam. Wind hört man recht stark in Form eines Säuselns.
Die Kopfhörer haben einen sogenannten Ambient-Aware-Modus, der automatisch die Umgebung erkennt und ein entsprechendes Profil wählt. Somit erkennt er z.B. selbstständig, dass man sich im Straßenverkehr bewegt und lässt Umgebungsgeräusche teilweise durch. Diese Automatik habe ich jedoch nach kurzer Zeit deaktiviert, da sie sich im Zug ständig aktiviert und deaktiviert hat. Klasse ist auch die Möglichkeit durch komplettes Abdecken der rechten Seite mit der Hand einen Verstärkermodus zu aktivieren, der Umgebungsgeräusche, vor allem Stimmen durchlässt und verstärkt. Das ist ideal für Durchsagen in der Bahn oder wenn man sich kurz mit jemandem unterhalten möchte. Aber mal ehrlich, wenn ich mit jemandem spreche, dann nehme ich die Kopfhörer ab.
Die Bedienung findet größtenteils über eine Touchoberfläche auf der rechten Seite der Kopfhörer statt. Über Tipp- und Wischbewegungen kann ich hier zwischen Titeln wechseln, die Wiedergabe pausieren. Nach einer kurzen Eingewöhnung hat man das wichtigste schnell drauf.

Was ist mir sonst noch aufgefallen?

In diesem Teil möchte ich nochmal in Form einer Aufzählung auf Dinge eingehen, die mir aufgefallen sind und von mir aber nicht im fließenden Text untergebracht wurden:

  • In anderen Testberichten habe ich gelesen, dass es bei Bluetooth-Kopfhörern vorkommen kann, dass die Tonspur beim Anschauen von Filmen nicht mehr zum Bild passt. Mir ist das bisher mit keinem Kopfhörer passiert und auch mit diesem nicht.
  • Der Sony WH-1000XM3 kann natürlich auch für Telefonate verwendet werden. Ich finde es jedoch befremdlich meinen Gesprächspartner in einem solch abgeschotteten Umfeld zu hören, sodass ich lieber ohne die Kopfhörer telefoniert habe.
  • Die Kopfhörer lassen sich mit Google Assistant oder Amazon Alexa koppeln. Da ich die Assistenten im Alltag jedoch kaum auf dem Smartphone benutze, habe ich die Funktion nicht ausprobiert.
  • Das Touch-Bedienfeld auf der rechten Seite soll Probleme mit großen Temperaturenwechseln haben. Das kann ich soweit nicht bestätigen aber auch nicht revidieren. Während meines Tests kam es zu keinen großen Schwankungen und das Bedienfeld hat immer einwandfrei funktioniert.
  • Zusammen mit aktuellen Smartphones von Sony und entsprechenden Codecs sollen die Kopfhörer nochmal besseren Sound liefern als bisher. Vielleicht kann jemand was dazu sagen?

Fazit

Ich bin immernoch begeistert von den Kopfhörern und konnte sie nur schweren Herzens wiederhergeben. Aktuell sind die Sony WH-1000XM3 immer mal wieder bei verschiedenen Händlern im Angebot. Ich kann sie eigentlich jedem empfehlen, der großen Wert auf guten Klang legt und bereit ist etwas mehr auszugeben.
Ich kann mich an dieser Stelle bei O2 bedanken für die Chance die Kopfhörer zu testen und schau mir natürlich auch gern die Sony WF-1000XM3 und das neue Modell von Bose an. ;-)

6 Antworten

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Danke für den Testbericht.

Ich überlege gerade daran die von dir erwähnten WF-1000XM3 zu kaufen wenn sie verfügbar sind.

Wobei ich da noch versuchen gegen andere True Wireless zu vergleichen.

Die hier würde ich sonst in der Zwischenzeit natürlich auch Mal inspizieren 😀
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Ich hab sie für 222 € bei einer Neueröffnung eines Planetenmarktes bekommen, bin relativ zufrieden.
Sonys LDAC ist seit Android 8.0 im AOSP, sollte genutzt werden.
Der Klang ist subjektiv so gut, dass ich andere teurere offene Kopfhörer mit stationärem Equipment links liegen lasse.
Dieser "Verstärkermodus" wird auch beim telefonieren aktiviert, Problem ist nur dass die Sprachqualität brauchbar, aber unterdurchschnittlich ist, gerade da Bose mit den brandneuen NC700 in dieser Disziplin völlig neue Maßstäbe gesetzt hat.
Druck lässt sich neu kalibrieren über die App oder über langes Drücken des NC/Ambient Knopfes.
Ein Gerät nur gleichzeitig ist auch ein Nachteil, ich bin aber alles in Allem sehr zufrieden!
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@MXP-Heiko ... ich bin gespannt wie gut der Klang der WF-1000XM3 ist. Ich habe bisher noch gar keine True Wireless Kopfhörer getestet und hätte vermutlich ständig Angst sie zu verlieren. Ein Arbeitskollege hat die Gear Buds von Samsung, die beim S10 dabei waren und ist qualitativ sehr zufrieden damit.
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[...]
Druck lässt sich neu kalibrieren über die App oder über langes Drücken des NC/Ambient Knopfes.
Ein Gerät nur gleichzeitig ist auch ein Nachteil, ich bin aber alles in Allem sehr zufrieden!


Ja, der Druck lässt sie neu kalibrieren, bringt aber nur dann was wenn er konstant verändert ist, wie z.B. im Flugzeug. Im Zug bei offenem Fenster gibt es Luftstöße in Intervallen und das bekommen sie nicht hin. Ist alles in allem aber kein K.O. Kriterium für mich.

Die Kopfhörer lassen sich durchaus mit 2 Geräten gleichzeitig koppeln. Eins für Telefonie, ein anderes für Musikwiedergabe. Dazu gibt es im Internet eine Anleitung.
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Hallo @worki,

danke für deinen coolen Testbericht, die Kopfhörer muss ich mir auch noch auf jeden Fall genauer anschauen. Gerade "Noise Cancelling" interessiert mich sehr😊👍


Die hier würde ich sonst in der Zwischenzeit natürlich auch Mal inspizieren 😀


Das klingt nach einer Bewerbung 😁👍

LG Steffen
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@o2_Steffen Sehr gern, kannst alles fertig machen, meine Daten liegen ja vor 🙂

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