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Testbericht

RayNeo Air 3s Pro - Der Apple Vision Pro Killer?

  • February 8, 2026
  • 5 Antworten
  • 55 Aufrufe
saykopath
Mentor:in
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Die RayNeo Air 3s Pro ist für mich ein Test wie kein anderer bisher: Ein Produkt, bei dem ich nicht die leiseste Ahnung habe, was mich erwartet, da ich außer der kurzen Einleitung im Bewerbungs-Thread noch nie davon gehört oder gelesen habe.

An erster Stelle also mal zusammengefasst um was es sich eigentlich handelt: Die RayNeo Air 3s Pro ist laut Hersteller die „hellste AR-Brille der Welt“, die einen virtuellen Micro-OLED-Bildschirm von bis zu 201 Zoll Diagonale mit Quad-Speakern für immersiven Surround-Sound bietet. Die Brille besitzt keinen Akku, sondern wird per Kabel angeschlossen und wiegt nur 76 g. Der Preis liegt bei etwa 300 €.
Als großer Fan der PlayStation-VR-Brillen und ebenso großer Fan von 3D-Filmen waren meine Erwartungen an dieser Stelle schon sehr hoch. Vielleicht taugt die Brille sogar etwas als mobiles Heimkino?

 

Der erste Eindruck

Die Air 3s Pro kommt in einem Stoff-Etui, das leider einen sehr billigen Eindruck macht. Der Stoff fühlt sich sehr billig und dünn an und der Verschluss ist ein klassischer Druckknopf. Hier hätte ich eher einen „edleren“ Magnetverschluss erwartet.
Zum Lieferumfang gehört zusätzlich zu dem 120cm langen USB-C-Kabel noch ein kleines Brillenputztuch und ein Demo-Aufsatz für Brillenträger. Man kann sich bei Bedarf einen Einsatz mit Sehstärke kaufen.

Die Brille an sich macht zunächst einen hochwertigen Eindruck. Sie sieht recht elegant und einen Hauch futuristisch aus. Die Optik gefällt mir richtig gut. Die Bügel lassen sich in mehreren Stufen für einen perfekten Sitz im Winkel anpassen, sodass das virtuelle Display dem Blickfeld entspricht. Hierbei verfliegt der erste Eindruck der Hochwertigkeit direkt: Ich musste mich erst durch ein YouTube-Video vergewissern, dass das, was ich vorhabe, wirklich richtig ist. Beim Verstellen hat man nämlich das Gefühl, den Bügel zu zerbrechen.

 

Los geht’s

Ansonsten kann das Gerät „out of the box“ direkt genutzt werden. Das Kabel wird an den rechten Bügel angeschlossen und anschließend z. B. am Smartphone. Setzt man die Brille auf, sieht man direkt das Bild vom Handy. Klingt erstmal vielversprechend, aber die Bedienung ist natürlich jetzt eine Herausforderung, da ich gar nicht sehe, wo ich mit dem Finger drauftippe. Also Laptop raus (in meinem Fall ein MacBook), Brille anschließen und ein riesiges Display genießen.

Auch das klingt im ersten Moment richtig gut, man stößt hierbei allerdings auf die erste Herausforderung: Den Sweetspot zu finden, bei dem das Blickfeld auf die virtuelle Leinwand genau richtig eingestellt ist. Hierzu benötigt man auch die perfekte Einstellung an den Bügeln und dem Nasenbügel. Beides beeinflusst die Position des sichtbaren Bildschirms. Die Größe des virtuellen Displays lässt sich auch nicht direkt skalieren, sondern ist fest vorgegeben. Letztendlich ist bei mir das Bild an den Rändern oben und unten immer ein wenig abgeschnitten. 

Die zweite große Herausforderung: Im Gegensatz zu anderen AR- oder eher VR-Brillen ist der Bildschirm nicht „in der Luft“ fixiert, sondern bewegt sich mit mir. Und das macht die Air 3s Pro eher zu der unangenehmsten dieser smarten Brillen, die ich bisher testen durfte: Als jemand, der sehr anfällig für Motion Sickness war und sich über mehrere Wochen bei der PlayStation VR2 eine Toleranz dagegen aufbauen musste, dachte ich eigentlich, das Thema Motion Sickness sei generell hinter mir. Aber mit der Air 3s Pro halte ich es keine Minute am Stück aus, am virtuellen Bildschirm zu arbeiten. Bei jeder Mikro-Bewegung des Kopfs bewegt sich das Bild mit. Zum Arbeiten eignet sich die Brille für mich schon mal nicht. Schade!

 

Die Brille als Smartphone-Display

Nun dachte ich mir, vielleicht lässt sich die Brille ja auf dem Handy nutzen, um ein Video anzuschauen. Immerhin lässt es sich z. B. auf der Couch deutlich ruhiger aushalten als auf einem Schreibtischstuhl.
Für das iPhone gibt es eine offizielle App von RayNeo. Laut Hersteller kann man nur mithilfe der App 3D-Content genießen. Da ich endlich in den Genuss davon kommen will, installiere ich sie sofort. Erster Negativpunkt: Man muss einen Account anlegen.

Nach dem Öffnen wirbt die App direkt mit zwei Features: immersivem Surround-Sound und der stereoskopischen Welt – einer Möglichkeit, 2D-Fotos in 3D umzuwandeln. So etwas kenne ich sonst nur aus der Werbung für die Vision Pro. Cool!
Also Brille anschließen, 3D-Modus aktivieren (nur so lässt sich die App nutzen) und los. Jetzt hat man allerdings nur eine Möglichkeit: durch das eigene Fotoalbum zu stöbern. Das Handy wird hierbei zu einer Fernbedienung, dessen Cursor sich ähnlich gut steuern lässt, wie man es von Fernbedienungen von Smart-TVs gewöhnt ist.

Nun hat man zwei Optionen: Entweder lässt man durch die App 2D-Fotos in 3D-Fotos umwandeln, um in die Umgebung „einzutauchen”. Das funktioniert bei manchen Fotos überraschend gut, beim Großteil aber eher nicht. Der Algorithmus erkennt nicht immer zuverlässig, welche Objekte wie genau im Raum stehen.
Richtig beeindruckend ist hingegen Option zwei: Räumliche Videos anzusehen, sofern man welche in der Bibliothek hat. Seit dem Release der Apple Vision Pro ist es bei den meisten neueren iPhones möglich, solche räumlichen Videos aufzunehmen.

Jetzt hat es sich endlich gelohnt, dass ich in den letzten zwei Jahren zu unterschiedlichen Anlässen immer mal wieder ein räumliches Video aufgenommen habe: Sei es beim Renovieren daheim, beim Spaziergang draußen, bei Besuchen in Fußballstadien oder auch im Urlaub. Ich habe beim Anschauen dieser Videos ein riesiges Grinsen im Gesicht. Zwar ist das räumliche Gefühl bei Objekten in der Ferne kaum vorhanden, alles, was sich unmittelbar vor der Smartphone-Kamera abspielt, fühlt sich allerdings an, als wäre man wieder in diesen Moment in die Vergangenheit zurückkatapultiert. Absolut großartig!

Was hierbei ebenfalls positiv auffällt: Der Ton aus den Brillenbügeln klingt richtig gut! Er wirkt wirklich sehr räumlich, dadurch sehr immersiv und sorgt noch mehr dafür, dass es sich anfühlt, als wäre man „live dabei“.

Leider habe ich nur 17 Videos von jeweils wenigen Sekunden bis maximal einer Minute Länge aufgenommen. Diese habe ich mir aber sofort mehrmals angeschaut.

 

Die Brille als Heimkino-Ersatz

Nach kurzer Zeit ist das Vergnügen aber aufgrund des geringen Angebots vorbei. Bleibt noch eine Sache, die ich unbedingt testen wollte: 3D-Filme.
Versuch 1: Da es jetzt auf dem iPhone so schön mit 3D-Videos geklappt hat und ich einige 3D-Filme in meiner iTunes-Bibliothek habe, rein in die Apple-TV-App und los geht’s mit Dune – der Film startet aber mit an der Brille aktiviertem 3D-Modus leider nur in 2D. Und nicht nur das, sondern auf der rechten Hälfte des linken Auges läuft die linke Hälfte des Bildes und auf der linken Hälfte des rechten Auges läuft die rechte Hälfte des Bildes. Klingt komisch, ist aber so. Wie sich nach längerer Recherche herausstellt, lassen sich vom iPhone nativ leider keine 3D-Filme starten.

Versuch 2: Zurück zum MacBook. Immerhin habe ich in meiner Blu-ray-Sammlung einige 3D-Filme, die ich (nebenbei bemerkt völlig legal) digitalisiert habe. Aber so richtig will mir das Setup der Brille nicht gelingen. Letztendlich stellte sich auch hier nach längerer Recherche immer größere Frustration ein, denn auch am Mac ist es ohne Weiteres nicht möglich, 3D-Filme über die Air 3s Pro anzuschauen.

Bleibt zumindest der Genuss von ganz normalem 2D-Content. Das Kabel ist lang genug um es sich auf der Couch bequem zu machen. Etwas störend finde ich allerdings, dass man das Kabel nur am rechten Bügel anschließen kann. Und da die Brille das Displays des iPhones einfach spiegelt, lassen sich sämtliche Video-Apps nutzen. Der Klang der Lautsprecher ist dabei wie erwähnt überraschend gut.

Dune (2021) auf dem Display der Brille

Das mobile Konsolen-Display

Bleibt noch ein weiterer Use Case des Herstellers: Die Brille soll das perfekte mobile Display für Spielekonsolen sein – also quasi die große Leinwand für PlayStation, Xbox, Switch oder Steam Deck aus der Hosentasche. Hierzu braucht man allerdings einen Adapter, der nochmals knapp 100 € kostet. Daher konnte ich dieses Feature auch nicht testen.

 

Fazit

Aber selbst wenn: Das Grundproblem Motion Sickness bleibt zumindest bei mir immer präsent. Auch wenn es im Liegen deutlich angenehmer ist, z. B. über das Handy ein YouTube-Video anzuschauen – längere Zeit halte ich es einfach nicht aus, ohne dass mir leicht mulmig wird. Darüber hinaus finde ich es einfach unangenehm, ein sich andauernd bewegendes Bild vor mir zu haben. Für mich macht diese Tatsache die Brille völlig unbrauchbar.

Die RayNeo Air 3s Pro ist so weit davon entfernt, der Apple Vision Pro Killer zu sein, wie ein USB-Ventilator davon entfernt ist, ein Klimaanlagen-Killer zu sein. Aber das ist auch sicherlich nicht ihr Anspruch. Für manche Nutzer hat sie sicher ihre Vorteile. Von mir gibt es allerdings keine Kaufempfehlung.

5 Antworten

o2_Ines
  • Moderatorin
  • February 11, 2026

Dankeschön ​@saykopath auf den Testbericht zu dieser Brille war ich schon sehr gespannt, denn ich konnte sie mir nur ganz kurz anschauen.

Motion Sickness wäre für mich auch ein großes Thema. Ich kann nicht mal in Fahrzeugen irgendwas auf dem Smartphone oder im Buch lesen 😅 Cool, dass du es aufgenommen hast. Aber das mit den räumlichen Videos hört sich sehr schön an 😊

Muss die Brille immer per Kabel mit einem Gerät verbunden sein?


saykopath
Mentor:in
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  • Autor
  • Mentor:in
  • February 11, 2026

Ja, genau ​@o2_Ines. Die Brille kann nur über das Kabel genutzt werden.

Früher hatte ich auch immer das Problem, dass ich im Auto nicht mal ein paar Sätze in einem Buch lesen konnte. Erst durch die Playstation VR-Brille habe ich durch Hinweise aus der Community erfahren, dass man sich eine Toleranz dagegen antrainieren kann. Da halte ich inzwischen Stunden ohne Probleme aus. Umso überraschender war es dann für mich, dass es soooo krass bei der Brille hier gewesen ist. 

Vielleicht muss ich mir mal eine Präsentation der Apple Vision Pro im Apple Store buchen. Das interessiert mich jetzt noch ein bisschen mehr, wie sich die Brille anfühlt.


o2_Dennis
  • Moderator
  • February 12, 2026

Motion Sickness ist auch mein Endgegner. Habe immer mal wieder mit der PlayStation-VR geliebäugelt, es dann aber wieder verworfen, weil ich die Sorge hatte, dass sich das nicht so richtig lohnt. Dann hatte ich mal ein paar Wochen die Meta Quest 3 am Start, habe mir das Batman-VR-Game gegeben und bin nicht mal über das Tutorial hinausgekommen, weil ich mir fast ins Bat-Cape gebrochen hätte. 

Wie lange musstest du dich da durchquälen, bis es besser geworden ist? Ist ja ein Training, nach dem es einem eher schlechter als besser geht.


saykopath
Mentor:in
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  • Autor
  • Mentor:in
  • February 13, 2026

Die Kunst ist, genau zum richtigen Zeitpunkt aufzuhören ​@o2_Dennis. Sobald man das Gefühl bekommt “oh, hier stimmt was nicht” muss man sofort aufhören. Ansonsten ging es dir vermutlich genau wie mir - nämlich so, dass auch der ganze restliche Tag im Eimer war.

Man fängt wirklich mit wenigen Minuten an. Ich glaube meine erste Session ging vielleicht zwei Minuten. Beim nächsten Mal hält man es aber schon drei oder vier Minuten aus. Dann schon acht, zehn, zwanzig. Baby Steps, aber irgendwann werden die Schritte auch größer. Bei mir waren es am Ende aber sicherlich zwei, drei Wochen, bis ich auch mal eine längere Session ausgehalten habe (allerdings hab ich es auch nicht jeden Tag versucht). Ohne die vielen Kommentare bei Reddit hätte ich es aber auch nicht für möglich gehalten, dass man sich das wirklich antrainieren kann. Dranbleiben lohnt sich und wirklich sofort abbrechen wenn sich etwas komisch anfühlt!


o2_Dennis
  • Moderator
  • February 13, 2026

@saykopath 

Ansonsten ging es dir vermutlich genau wie mir - nämlich so, dass auch der ganze restliche Tag im Eimer war.

Exakt. Ich hatte den Rest des Tages dann immer so ein schummriges Gefühl. Irre nervig.

Vielen Dank für den Tipp. Ich hatte zwar schon mal davon gehört, dass man sich daran gewöhnen kann, dachte aber eher, man müsse das dann mit der Brechstange versuchen. Worauf ich bei meinen Tests mit der Meta nicht soooooo richtig Bock drauf hatte. Bei nächster Gelegenheit versuche ich es mal mit ganz kleinen Schritten. 🙂