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Das Huawei Pura 80 Ultra - Eine hervorragende Kamerahardware und...?

  • Nov. 3, 2026 3:54 AM UTC
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tech4one
Legende

 

In den Sommermonaten durfte ich dank ​@o2_Angetestet für einige Wochen das Kameramonster/Smartphone Pura 80 Ultra von Huawei mit dem strahlenden Forward Symbol auf der Rückseite, der Kamerahardware mit umschaltbarem Dual Teleobjektiv und der Ultra Lighting HDR-Hauptkamera mit 1“ Sensor und variabler Blende in der Farbe „Prestige Gold“ mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher (ein externer Speicher per MicroSD Karte wird nicht unterstützt) ausführlich testen und nun folgt mein Testbericht.

 

Verpackung

Neben einer außergewöhnlichen Ausstattung auf der Kameraseite liefert das Pura 80 Ultra leider zahlreiche Einschränkungen und Besonderheiten, welche man vor einem Kauf unbedingt wissen sollte. Dazu Später mehr.

 

Lieferumfang

Der Lieferumfang besteht aus einer schicken weißen Box in welcher sich das Pura 80 Ultra, ein USB-C auf C Kabel (USB 2.0 Speed), Monogramm-Case, SIM-Tool, Schnellstartanleitung, Garantiekarte und Regulatorische Hinweise befinden. Neben Prestige Gold gibt es auch noch eine Variante namens Golden Black.

 

Pura 80 Ultra

Das Gewicht beträgt ca. 233,5 g mit folgendem Format (H: 163 mm / B: 76,1 mm / T: 8,3 mm). Mit abgerundeten Ecken auf der Vorder- und Rückseite liegt das 80 Ultra wirklich ausgesprochen gut in der Hand. Man hat zwar das Gefühl, dass es durch die Kamera sehr kopflastig ist, aber in der Realität ist es noch gut ausbalanciert. Die Verarbeitung ist absolut hochwertig, Materialauswahl und die Farbe passen wie angegossen, die Rückseite ist Gold-glossy und muss ohne Case regelmäßig gesäubert werden. Ich habe zumeist das Gerät mit dem beiliegenden Case verwendet, da es doch ohne sehr rutschig ist. Das Case selbst ist solide verarbeitet. Das Display ist mit Crystal Armour Kunlun Glas der 2. Gen ausgestattet, dies konnte man aber nicht testen, da werksseitig eine Displayschutzfolie vorinstalliert wurde, welche leider wirklich ein Staubmagnet ist. Auf dem Tisch wackelt das Gerät ohne Case gewaltig.

 

Die Rückseite

 

Das 6,8“ große LTPO OLED-isplay mit einer Auflösung von 2848 x 1276 bei 460 PPI und einer adaptiven Bildwiederholfrequenz von 1-120 Hz bietet ein farbenfrohes, scharfes, kontrastreiches und blinkwinkelfreundliches Erscheinungsbild. Es ist fast auf Top-Niveau – bei der Konkurrenz fand ich die Farben noch akkurater und ebenso war das Display bei der Weißkalibrierung genauer. Das Pura 80 Ultra supportet laut dem Hersteller 1,07 Milliarden Farben und einen Helligkeitsspitzenwert von 3000 Nits.

Es unterstützt ein augenfreundlicheres 1440 Hz hochfrequentes PWM-Dimming und eine Touch Sampling Rate bis zu 300 Hz.

 

Von der rechten Seite

 

Das Gerät hat eine Wasser- und Staubdichtigkeit von IP68/IP69.

In dem Ultra steckt ein 7nm gefertigter Octa-Core Prozessor mit dem Namen Kirin 9020, welcher überhaupt nicht auf Flaggschiffniveau ist. Dies liegt aber weniger an der Entscheidung des Herstellers, sondern wegen den seit Jahren andauernden Handelsbeschränkungen. Nichtsdestotrotz fühlt sich das Gerät flüssig an; beim Vergleich zu aktuelleren Prozessoren merkt man nochmal einen rapideren Eindruck, ist aber immer noch eines der schnelleren Geräte, speziell gegenüber mancher A-Reihe von Samsung. Verbaut ist ebenso eine Vapor Chamber und Graphen mit hoher Wärmeleitfähigkeit. Warm wird es nur bei Kameraverwendung, nach Updates und während des Einrichtungsprozesses. Die Geekbench 6 - Werte lauten: CPU: Single Core: 1254, Multi Core: 4280; GPU OpenCL Score: 4114.

 

Geekbench 6: CPU
Geekbench 6: GPU

 

EMUI 15.0 auf Android 12 Basis

 

Das Smartphone hat EMUI 15.0 auf Basis von Android 12 installiert - richtig gehört, EMUI 16.0, welches auf Android 16 baut, wird nach wie vor nicht unterstützt. Heißt, das Pura läuft auf einer mindestens vier Jahren alten Android Version. Bisher ist es auch nicht absehbar, wann das Update für das 80 Ultra möglicherweise erscheint und ob überhaupt viele Sicherheitspatches folgen werden – es gibt nämlich kein Updateversprechen. Das Sicherheitspatch vom Monat Juni kam erst an dessen letzten Monatstag.

 

Im Case

 

Die Batterie hat eine Kapazität von 5170 mAh ist im Alltag recht solide. Der Verbrauch des Gerätes ist nicht gerade wirklich effizient und deshalb bekommt man es bei stärkerer Benutzung auch an einem Tag leer. Bei normaler Benutzung reicht ein Tag locker.

Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, aber mit dem Huawei SuperCharge werden maximal 100 W Superschnellladen per USB-Kabel und drahtloses Laden via Huawei SuperCharge bis max. 80 W unterstützt. Es sind spezielle Lade-Adapter mit 100 W von Huawei vonnöten. Da gibt es bei Vorhandensein kein Gemecker.

 

Das Case
Das Case von innen

 

Dual-SIM ist gegeben (sowohl Nano-SIM als auch eSIM); 4G LTE/3G/2G wird supportet – ABER: KEIN 5G!

Weitere Spezifikationen sind WiFi 7, nur Bluetooth 5.2 mit LDAC Support, GPS, NFC etc. Der USB-C Port hat USB 3.1 Gen. 1 Geschwindigkeiten. Die Verbindungsqualitäten waren soweit in Ordnung, nur das unverschuldet fehlende 5G wird sich in Zukunft noch bemerkbar machen.

Die Entsperrung per Fingerabdrucksensor und per Gesichtserkennung geht sehr schnell vonstatten und diese Methoden sind recht zuverlässig. Dubios ist, dass das Display mit dem Sperrbildschirm häufig angeht, wenn man nur auf das Display schaut und dies obwohl einige Einstellungen hierzu ausgeschaltet waren bzw. nicht deaktiviert werden können, wie der anhaltende Schrittzähler.

 

Folgende Sensoren sind verbaut: Schwerkraftsensor, Infrarotsensor, Fingerabdrucksensor, Hallsensor, Gyroskop, Kompass, Umgebungslichtsensor, Proximity-Sensor, Lasersensor, Farbtemperatursensor, Gestensensor und Barometrischer Drucksensor.

 

Eine Überraschung waren die Stereolautsprecher. Diese werden sehr laut und haben ordentlich Wucht dahinter, nur bei höheren Lautstärken verzerren diese leicht. Da können aktuelle Flaggschiffe nicht mithalten, da sie im Vergleich eine große Amplitude und weitaus größere Resonanzräume verfügen. Die Mikrofone können sich auch sehen lassen; haben aber keine Studioaufnahmequalität.

 

Die 50MP 1 Zoll Ultra Lighting HDR-Hauptkamera mit einer variablen Blende zwischen f/1.6 – f/4.0 mit OIS und einer Objektivbrennweite bei 22,5 mm erzielt hervorragende scharfe, farbenfrohe und detaillierte Aufnahmen. Die Größe der Linse macht sich hier absolut bemerkbar und die variable Blende lässt zahlreiche Optionen für mobile Fotographen offen. Auch das neue iPhone 18 Pro (Max) besitzt eine variable Blende, aber diese ist auf vier fest eingestellte Stufen begrenzt. Durch die Blende kann man unterschiedlich viel Licht hereinlassen und unterschiedliche Fokusstufen erzeugen, bei der einmal der Hintergrund unscharfer wird oder es ausgeglichener aussehen soll. Auch bei Nachtaufnahmen kann die Kamera überzeugen, wobei hier die Belichtung immer übertrieben angezeigt wird. Dabei wird die Nacht zum Tag gemacht.

Die 40MP Ultraweitwinkel-Kamera mit f/2.2 Blende und einer Brennweite bei 13 mm ist auch gut, wobei die Qualität hier im Vergleich schon einbüßen muss.

Die zwei Teleobjektivkameras, einmal 50MP bei 3,7x optischen Zoom mit f/2.4 Blende bzw. 83 mm Brennweite und 12,5MP bei 9,4x optischen Zoom mit f/3.6 Blende bzw. 212 mm Brennweite, beides jeweils mit Sensor-Verschiebung OIS – erstere erzielt klasse Aufnahmen, welche sich perfekt für Portraits mit Bokeh eignen, schön scharf und detailreich und die zweite ist auch solide, aber schon ein wenig schlechter und es wurde noch eine Ultra Chroma Kamera mit 1,5 Mio Spektralkanal-Sensor verbaut, welche für eine originalgetreue, lebendige Farbwahrnehmung und Wiedergabe zuständig ist. Es wird maximal ein 100-facher digitaler Zoom verwendet; dieser kann sich auch absolut sehen lassen, allein das Zoomen auf Schilder oder entfernte Objekte lässt jeden iPhone Besitzer (including me) neidisch zurück. Auf der Rückseite befindet sich ebenso ein LED-Blitz.

 

Es gibt u.a. zwei Autofokus-Modi – Phasenfokus und Kontrastfokus. Die Bildauflösung wird unterstützt bis zu 8192 x 6144 Pixel und eine Videoauflösung von 3840 x 2160 Pixel (4K 60fps).

 

Folgende Aufnahmemodi auf der Rückseite werden unterstützt: AI Moving Picture, Ultra Speed Snapshot, Nacht, Super Makro, Hohe Auflösung, Zeitraffer, Ultraweitwinkelobjektiv, verstellbare physikalische Blende, Porträt, Pro, Zeitlupe, Panorama, Lichtmalerei, Filter, Sticker, Master AI, Capture Smiles, Audiosteuerung, Timer und Serienaufnahme.

 

Die 13MP Weitwinkel Selfie-Frontkamera mit f/2.0 Blende und Autofokus supportet eine Bildauflösung bis zu 4160 x 3120 Pixel und eine Videoauflösung bis zu 3840 x 2160 Pixel (4K 60fps). Diese geht in Ordnung, ist aber im Vergleich ein wenig mau geblieben. Hier sind folgende Aufnahmemodi möglich: AI Moving Picture, Zeitlupen-Selfie, Porträt, Zeitraffer, Filter, Sticker, Capture, Smiles, Spiegelreflexion, Audiosteuerung und Timer.

 

50MP Telefoto-Kamera mit 3,7x optischer Zoom mit Bokeh

 

Auf deren Website wird tatsächlich eine Telefonnummer angegeben, welche eine Live-Unterstützung bei der Installation von Apps anbietet und dies aus gutem Grund:

Apps kann man hauptsächlich aus der Huawei AppGallery beziehen, doch hier fehlen alle Google Apps, Apple Music, Apple TV, Spotify, Metas Apps, Netflix, Disney+, Banking Apps uvm.

Daher benötigt man eine Alternative – Aurora Store (oder auch GBox), welche das Sideloading und Aktualisieren von allen Google PlayStore Apps übernimmt. Dazu muss man sich mit einem Google Account einloggen. Hierzu empfehle ich jedem einen Burner Account zu erstellen, denn man weiß ja nie…

Die Installation von z.B. kicker, Brave, Spotify, Prime Video, ARD-Mediathek, Firefox, MS Word, Thunderbird E-Mail, Speedtest, Edge, Signal etc. funktioniert problemlos. DOCH: es gibt einige Apps, die lassen sich zwar installieren, aber es funktioniert der Log-in nicht, u.a. bei X/Twitter – nur im Browser möglich, Apple Music (da fehlt sämtliche Schrift) oder die Anmeldung bei dem magentafarbenen Mobilfunkanbieter oder es fehlen viele Zeilen wie bei der T-Online Nachrichten App.

Dies ist natürlich der Dealbreaker: schon kein 5G, keine bedenkenlose Installation der Google Apps (dessen Log-in auch kompliziert oder nicht möglich ist). Und da möchte ich gar nicht an Banking Apps denken. Es sind auch sehr viele Huawei Apps vorinstalliert mit viel Werbung und auch dessen App Store erinnert irgendwie an das Layout und Style wie von Aliexpress (viele Popups, Empfehlungen, Werbung,…). Deren Facetime lautet MeeTime, Petal Maps – Google Maps, Petal Search – Chrome, Huawei Musik – eine Art Soundcloud, uvm.  

 

FAZIT:

Die Kamera, die Lautsprecher, das Display und die Verarbeitung können noch so hervorragend sein, wenn man Abstriche beim Prozessor, Softwaresupport, installierbaren und funktionstüchtigen Apps, Sicherheit, keine 5G Verbindungen, keine nativen Google Apps, Akkugröße zu Effizienz oder der Schnelligkeit im Falle einer Reparatur machen muss.