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Testbericht - Samsung Galaxy Note 9

  • 18 Oktober 2018
  • 4 Antworten
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Testbericht - Samsung Galaxy Note 9
Benutzerebene 7

Wie immer bringt Samsung zweimal jährlich eine neue Flaggschiff Serie an den Markt. Im Frühling ist dies immer die Galaxy S Reihe und im Spätsommer oder Herbst dann die Note Reihe.

Das Samsung Galaxy Note 9 ist das aktuelle Flaggschiff über das ihr hier nun etwas lesen dürft. Ich kann es dabei aber direkt sehr kurz machen für alle Kunden die schon ein Galaxy S8(+)/S9(+) oder Note 8 haben. Für euch hat sich nicht viel verändert, das Design der Hardware ist weiterhin ähnlich und die Software Oberfläche ist praktisch identisch.

Hier sehe ich aber keinen Nachteil, denn für die meisten Nutzer ist dies eine überwiegend positive Beschreibung. Samsung hat ein tolles Lineup heraus gebracht und wir finden hier die neuste, aufpolierteste Version des aktuellen Schaffens.

Solltet ihr aber mit einem der anderen Samsung Geräte der jüngsten Vergangenheit todunglücklich gewesen sein, so werdet ihr hier eben auch keine grundlegende Veränderung erleben.

Das Note 9



Mein Testgerät (und wenn ihr euch bewerbt bald vielleicht euer Testgerät) ist das Samsung Galaxy Note 9 in der Farbe Ocean Blue (mit gelben S Pen), 128 GB Speicher, 6 GB RAM und Dual-SimSlot. Die UVP für dieses Gerät liegt bei 999€. Für den gleichen Preis gibt es in Deutschland auch eine schwarze Version. Wenn es ein bisschen mehr sein darf gibt es auch beide Farben mit 512 GB Speicher und 8 GB RAM für 1.249€. Es ist positiv zu erwähnen, dass man seinen Business-Kunden-Anspruch und die High-End-Preise immerhin damit unterlegt, dass 128GB die kleinste Variante ist.
Übrigens, Straßenpreise stand Oktober eher 100€ - 200€ weniger. Richtung Weihnachten wird da erfahrungsgemäß auch noch was passieren.

Wie angesprochen ist die Designsprache sicherlich bekannt von den letzten Modellen. Glas auf der Vorder- und Rückseite, ein Metallrahmen mit Antennen-Unterbrechen. An den Seitenrändern das um die Kanten gebogene Display und oben wie unten recht schmale Rändern, jedoch breit genug um Frontkamera und Sensoren unterzubringen, daher kein Notch im Display.

Solltet ihr unter dem dämlich platzierten Fingerabdruckleser beim S8 und Note 8 gelitten haben, seid versichert, dass ist seit dem S9 behoben und er sitzt jetzt unter der Kameraeinheit. Dies ist wesentlich sinnvoller, obwohl es beim Note 9 immer noch recht hoch ist für kleinere Hände.

Die weitere Einteilung könnt ihr gut an diesen Screenshots aus der Anleitung erkennen. Erwähnenswert für den ein oder anderen ist sicherlich, dass Samsung weiterhin den 3,5mm Klinkenanschluss anbietet, somit könnt ihr weiterhin vorhandene Kopfhörer ganz klassisch wie eh und je verwenden. Mal sehen wie lange Samsung dies noch anbietet. Ich bin mir sicher, dass dieser Anschluss wirklich aussterben wird an mobilen Endgeräten, aber für die meisten Käufer bedeutet das Vorhandensein hier immerhin Gewissheit für die mindestens weitere zwei Jahre.



Design ist immer Geschmackssache, aber die Qualität der Verarbeitung ist sehr hochwertig. Der Einschub vom SPen wirkt zwar etwas wackelig, aber es ist ja auch ein bewegliches Teil. Er ist mir nie ungewollt herausgefallen oder herausgedrückt worden. Ich denke man kann ihn so einfach auch ertasten wenn man nicht hinsieht. Es hat mich im ersten Moment erschrocken, aber über den Testzeitraum nicht weiter negativ beeinflusst.

Hardware Ausstattung



Die Leistungsdaten sind da wo sie hingehören, am oberen Ende der Fahnenstange. Alles tip top und auf der Höhe der Zeit. Ich konnte praktisch jetzt nur die 6GB Version testen aber aus meiner persönlichen Sicht, ist kein großer Leistungszuwachs mit der 8GB Version erwarten. Dies könnte natürlich in Grenzfällen eine noch größere App im Hintergrundspeicher halten aber ich weiß wirklich nicht wo man dies in Praxis zum heutigen Zeitpunkt merken würde.

In Europa haben wir Samsungs eigenen Exynos Prozessor im Note 9 verbaut bekommen, es gibt in den USA auch eine Snapdragon Variante. Die Unterschiede sind minimal, solltet ihr doch jemals in die Versuchung kommen ein alternatives ROM einzuspielen, bedenkt bitte diesen Punkt.

Das Display, weiterhin die absolute Stärke von Samsung. 6,4” Super AMOLED mit einer Auflösung von bis zu 2960x1440 Pixeln. Es wurde wieder einmal eine höhere Helligkeit ermöglicht, bei der trotzdem die Farbwiedergabe und die Schärfe nicht zu sehr leiden. Schwarzwerte sind wie bei AMOLED üblich hervorragend. Dass die Farben in sich etwas übersättigt sind, stört jemanden der “auf dem Auge” empfindlich ist. Viele Nutzer bemerken dies aber nicht sondern freuen sich über die kräftigen Farben, auch wenn dies unnatürlich sein mag. Es gibt dafür aber extra ein Menü in dem ihr entsprechend an den Display Farben, der Farbtemperatur usw. herumspielen könnt um das für euch beste Erlebnis zu erreichen.

Positive Eigenschaften die über den Standard hinausgehen:
• 3,5mm Klinke
• SD Karten Slot vorhanden (offiziell kompatibel bis 512 GB), dann allerdings nur eine SIM möglich.
• kabelloses Laden (auch Schnellladen), extra Zubehör erforderlich
• Schnellladen via USB C (Standard ist veraltet, Geschwindigkeit trotzdem akzeptabel, es bleibt unklar warum Samsung hier nicht nachgebessert hat)
• IP68 Zertifizierung für Wasser Dichtigkeit bei Eintauchen bis zu 1,5m. Für die gleiche Zertifizierung hat sich Apple schwer feiern lassen beim iPhone Xs. Das Note 9 steht dem also in nichts nach, trotz SPen.
• Iris Scanner (spaltet wie immer die Geister)
• Pulsmesser (ich konnte mich nie dafür begeistern, aber ihr ja vielleicht)
• Bluetooth 5.0 (Zukunftssicherheit)
• 4000 mAh Akku

Zum Akku sei extra erwähnt, dass man hier die Kapazität zum Vorgänger ordentlich erhöht hat und auch im wettbewerbsvergleich eine ordentliche Nummer vorgelegt hat, wenn man bedenkt dass noch Platz für den SPen verbraucht wird im Gehäuse.

Ich bin mit meinem Nutzungsverhalten, was ich schon als gehoben bezeichnen würde, immer gut über den Tag gekommen mit dem Gerät.

Bixby Button



Nicht nur mir geht es so, sondern auch vielen anderen Menschen, wenn ich mal so frei durchs Internet blättere. Samsung packt leider aktuell an seine Geräte immer diese zusätzliche Taste, welche uns lehren soll ihr hässliches Entlein “Bixby” lieben zu lernen. Für User die Bixby aber nicht benutzen wollen, hat ihr Handy dann einfach eine nutzlose Taste welche eventuell auch noch versehentlich gedrückt wird.

Bixby ist weiterhin nicht für den deutschen Markt angepasst und wird vielleicht auch nie zu einer Größe vom Google Assistent aufholen können. Und solange diese Taste nicht frei belegbar direkt im System angeboten wird, ist sie einfach nur eine Gängelung.

Kameras



Die Kamera Einheit ist technisch identisch (soweit bekannt) mit der vom Galaxy S9(+) welches kein Makel an sich ist, denn damit kann man prima Fotos machen. Es gibt optische Bildstabilisation, variable Blende, Dual-Kameras für zwei unterschiedliche Zoomstufen und einen daraus erzeugten Bokeh-Effekt.

Vieles passiert inzwischen eh nicht mehr durch die Linsen oder Sensoren, sondern durch die Software dahinter. Hier hat Samsung natürlich weiter optimiert und getuned und versucht sich auch daran mittels künstlicher Intelligenz die Szenen zu erkenne (Essen, Landschaft, Personen) und daraus resultieren die besten Ergebnisse zu erzielen. Dies gilt natürlich nur für den Automatikmodus, im Pro-Modus könnt ihr all die Regler selber einstellen.

Ich verlinke wie gewohnt eine Galerie bei Google Fotos mit Schnappschüssen die ich gemacht habe, ohne diese zu bearbeiten oder Qualität zu reduzieren. Wenn zwei Hintereinander ein ähnliches Motiv haben und sich im Zoom unterscheiden, sind das die beiden Linsen, kein digitaler Zoom.

https://photos.app.goo.gl/AFqYRBA5Qvsre1bQ8


Software



Ganz wichtig in diesen Zeiten, ich habe während des Testzeitraumes mehrere Updates für das Samsung Galaxy Note 9 erhalten, jedoch fand alles unter Android 8.1 Oreo statt. Ein Update auf Android 9 Pie wird für dieses Gerät aber garantiert in den nächsten Monaten anstehen, entsprechende Videos und Bilder zum geschlossenen Beta Test lassen sich bereits finden. Dieses Update wird dann auch die neue Gestensteuerung, eine komplett geänderte Multitasking Ansicht und weitere Veränderungen mit sich bringen. Hierzu empfehle ich dann bei Zeiten einen aktueller Testbericht den sicher jemand hier im Forum anfertigen wird.

Die Oberfläche ist wie bereits erwähnt bei Samsung bekannt und etabliert, es gibt meiner Meinung nach nette und praktische Zusatzoptionen die euch ein wenig helfen können das Gerät für euch anzupassen. Wer natürlich lieber die originale Version von Google hätte, der schaut hier in die Röhre.

S Pen



Bei Note Geräten habe ich immer das gleiche Leid, es gibt einen S Pen und ich kann ihn eigentlich kaum brauchen. Die Funktionen habe ich bereits in anderen Berichten beschrieben und daran hat sich kaum etwas geändert.

Neu ist allerdings, dass der S Pen neuerdings per Bluetooth mit dem Handy gekoppelt ist. natürlich vollautomatisch und ihr müsst dafür nichts tun. Auch um die Akkuladung müsst ihr euch keine Sorgen machen, denn der S Pen wir direkt vom Galaxy Note 9 selbst aufgeladen und für eine halbe Stunde S Pen Nutzung müsst ihr ihn nur 40 Sekunden einstecken.

Diese neue Technik ermöglicht es euch aber z.B. den S Pen als Fernauslöser zu benutzen wenn ihr das Galaxy Note 9 auf ein Kamerastativ setzt oder alternativ zur Musiksteuerung, wobei ich mir das praktisch etwas weniger sinnvoll vorstelle. Die entsprechende Schnittstille ist offen für Drittentwickler, es könnten also weitere spannende Anwendungen dafür auftauchen.

Ich möchte extra unterstreichen, dass für mich der SPen nicht wichtig ist, dies ist aber für andere Kunden sicherlich ganz anders.

Sonderthema Samsung DEX



Wem dies nichts sagt, Samsung Dex ist die Möglichkeit euer Smartphone mit einem Bildschirm zu koppeln und eine Windows ähnliche Desktop Umgebung zu erhalten. In der Vergangenheit war dafür eine spezielle Station von Samsung nötig, welche natürlich extra erworben werden musste.

Man hat dies nun umgestellt und es soll einfach mittels eines USB-C zu HDMI Kabels möglich sein, ich konnte dies allerdings nicht testen. Die Idee ist übrigens, dass man das Note 9 dann auch direkt als Touchpad nutzen kann.

Fazit



Wie in vielen anderen Jahren auch, es ist das aktuell beste Samsung Smartphone am Markt und dass will entsprechend hochpreisig bezahlt werden. Wer wirklich den Stift will, der hat auch kaum Auswahl, außer vielleicht das gerade vorgestellte Huawei Mate 20 X.

Wer ein top Gerät will, der bekommt hier ein top Gerät. Samsung hat richtig viel rein gepackt, hat alles sehr weit optimiert. Es ist ein rundherum gelungenes Gerät, es kann nur auf hohem Niveau kritisiert werden. Mal abgesehen von meinem Erzfeind, dem Bixby Button.

Wer etwas weniger investieren möchte und auch ohne den Stift zurechtkommt, dem empfehle ich ein Samsung Galaxy S9+, denn das ist technisch doch sehr ähnlich aber inzwischen noch mal 200€ billiger zu bekommen.

Zum Marktstart des Note 9 hat man die Preise auch gerne noch als viel zu hoch angesehen, nach dem letzten Apple Event hat sich das alles relativiert. Trotzdem ist das alles sehr viel Geld. Das Note 9 ist nicht das Handy für jedermann, aber für den der gerne einen sehr sehr hochwertigen Allrounder hat.

4 Antworten

Benutzerebene 7
Danke dir @MXP-Heiko, wieder ein ganz starker Bericht von dir 👍 .

Ich kann mich noch daran erinnern, als ich für ein halbes Jahr ein Samsung Note Gerät genutzt hatte und den Pen einfach mal gar nicht benutzt habe ✌😬.

Wiederum kenne ich einige Leute, welche sich genau wegen diesen Pen immer wieder ein neues Galaxy Note zulegen ✌😎.

@all gönnt euch die Bilder von @MXP-Heiko, welche er mit dem Galaxy Note 9 geschossen hat, die hauen euch um: https://photos.app.goo.gl/AFqYRBA5Qvsre1bQ8

LG Steffen
Benutzerebene 5
Wird es das Note9 nochmal zum Testen geben?
Benutzerebene 7
Ja aber da bist du hier im falschem Thread.
Benutzerebene 5
Sorry

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