Gelöst

Zwei DSL-Anschlüsse in einer Wohnung - Erfahrungsbericht/Anleitung


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Hallo zusammen,

auch wenn es jetzt schon über ein Jahr her ist, möchte ich hier über meine Erfahrungen mit dem Schalten von zwei DSL-Anschlüssen in einer Wohnung mitteilen. Im Forum findet man dazu noch nicht viel und vielleicht hilft es ja jemandem, der mit dem Gedanken spielt.

Warum sollte man zwei DSL-Anschlüsse in einer Wohnung haben wollen?

  • wenn man seinen eigenen DSL-Anschluss in die Wohnung der Freundin umziehen möchte, diese dort schon einen DSL-Anschluss mit Internet hat, der erst später gekündigt werden kann
  • wenn man seinen eigenen DSL-Anschluss in die Wohnung der Freundin umziehen möchte und nicht ein paar Tage ohne Internet dastehen möchte (es wird ja immer wieder berichtet, dass ein Umzug des DSL-Anschluss nicht so reibungslos klappt wie man möchte)
  • wenn man in einer WG lebt und einfach seinen eigenen DSL- und Telefonanschluss haben möchte
Worauf muss man achten, wenn man zwei DSL-Anschlüsse in einer Wohnung haben möchte?

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Lösung von nemesis03 20 December 2013, 02:12

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Voraussetzungen:

  • Vom APL (dem Kasten im Keller wo die Telefonleitung ankommt), muss ein Kabel mit mindestens 4 funktionierenden Adern zur TAE-Dose in der Wohnung führen (zwei Adern pro Anschluss). Wenn man die TAE-Dose aufschraubt kann man ja sehen wie viele Adern das Kabel hat und wenn 4 Adern oben ankommen ist die Wahrscheinlichkeit, dass im Keller vier Adern starten, recht groß. Wenn nicht genügend Adern vorhanden sind, müsste man ein neues Kabel ziehen lassen, aber das ist wahrscheinlich sehr teuer und lohnt sich nicht. Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass ausreichend Adern vorhanden sind.
  • Es müssen natürlich auch genug Amtsleitungen in das Haus führen. Ich gehe aber davon aus, dass man im Vorfeld erfahren würde, wenn das nicht der Fall ist.
  • Man braucht eine TAE-Dose, an die man zwei Amtsleitungen anschließen kann, heißt dann "F/F", also zwei F-Anschlüsse an der Frontseite (z.B. so etwas *Link*, gibt es aber auch im Baumarkt). Der Telekom-Techniker hat in der Regel keine entsprechende TAE-Dose dabei. Hinweis: offiziell gehört die originale TAE-Dose in der Wand zur Leitung und somit zur Telekom, die sollte man also auf jeden Fall aufbewahren und wieder einbauen, wenn man aus der Wohnung auszieht). Alternativ kann man sich natürlich auch eine zweite normale TAE-Dose kaufen, sodass man dann zwei TAE-Dosen an der Wand hat, dass ist aber wahrscheinlich schwieriger zu verkabeln.
Vorgehen:

  • Die neue Leitung bestellen, bzw. den Umzug des Anschlusses beauftragen und dabei keinen Namen oder Telefonnummer des Vormieters angeben "Neuanschluss" (weil der Anschluss ja bestehen bleiben soll).
  • Der Telekom-Techniker wird dann am Tag des Anschalttermins (hoffentlich an dem Tag) klingeln und dann an der TAE-Dose in der Wohnung an zwei freie Adern ein Gerät anschließen um diese zwei Adern dann im Keller wiederzufinden (in einem Mietshaus kommen da ganz schön viele Adern an). Diese werden dann mit der Amtsleitung verbunden. Wenn der Telekom-Techniker nett ist schließt er dann beide Leitungen an die von euch gekaufte "Doppel"-TAE-Dose an. Falls nicht müsst ihr das hinterher selber machen, ist aber nicht schwierig (die beiden Adern der einen Leitung an das eine "a" und "b" und die beiden Adern der anderen Leitung an das andere "a" und "b"). Die originale TAE-Dose aufbewahren, da diese der Telekom gehört.
  • Dann schließt ihr eure Router wieder an, wobei jeder Router natürlich an den richtigen Anschluss muss, sonst funktioniert es nicht.
Zusatzkosten:

  • Kaufpreis für die TAE (ca. 4-8 Euro).
  • O2 und Telekom haben nichts zusätzlich berechnet (verglichen mit einem "normalem" Anschlussumzug), wenn kein neues Kabel durch das Haus gelegt werden muss.
  • Man zahlt natürlich beide Anschlüsse separat weiter.
Probleme:

  • Die Hotline kennt sich mit solchen Spezialfragen nicht aus und beantwortet die Frage nach der Umsetzbarkeit aus Unwissen eher mit "Nein" auch wenn es möglich ist.
  • Wenn beim Umzug durch den Telekom-Techniker festgestellt wird, dass es doch keine zwei freie, funktionierende Adern gibt, hat man natürlich das Problem, dass dann nur einer der beiden Anschlüsse funktioniert (je nachdem welchen der Techniker dann anschließt). Das ist das Risiko, dass man eingeht.
  • Bei einem Umzug wird man wahrscheinlich auf einen VoIP-Anschluss umgestellt. Wenn man Pech hat, vergisst einem O2 das mitzuteilen und die benötigte Hardware zuzusenden, wodurch man den Anschluss bis zum Eintreffen der neuen Hardware nicht benutzen kann (aber wir haben ja noch den anderen Anschluss).
  • Hat jetzt weniger mit dem Thema zu tun, ist mir aber damals passiert: Als der Anschluss meiner Freundin gekündigt war (ein O2 blau DSL-Anschluss), sollte eine ihrer ISDN-Rufnummern in meinen Vertrag (O2 rot) portiert werden und eine meiner ISDN-Nummern ersetzen. Nachdem O2 das drei Monate lang trotz vieler Telefonate und Portierungsformulare nicht geschafft hat, haben wir aufgegeben, weil meine Freundin mittlerweile eine von meinen ISDN-Nummern mitbenutzt hat und diese schon verbreitet wurde. Außerdem wäre für die Portierung bei O2 blau die Portierungsgebühr (20 Euro?) und bei O2 rot eine weitere Gebühr für die nachträgliche Portierung (50 Euro?) fällig geworden.
 

Edit:

Kann bitte einer der Moderatoren folgendes oben bei Probleme ergänzen (mein Bearbeitungszeitfenster ist abgelaufen):  ( Aber sehr gerne doch \o/ ) 

  • Falls die selbstgekaufte TAE-Dose keine internen Abschlusswiderstände haben sollte, kann es im Falle einer Störung sein, dass die Technik-Hotline bei der Leermessung (also ohne angeschlossene Geräte) eine "offene Leitung" misst und somit die Diagnosestellung erschwert ist. Ansonsten gibt es mit angeschlossenen Endgeräten soweit ich weiß keine Einschränkungen oder Probleme.
 

 

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Erfahrungsbericht, bzw. dieser Anleitung weiterhelfen. Falls ja, gerne ein Kudo geben.

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Für einen Analoganschluss oder einen VoIP Anschluss würden zwar eigentlich zwei Adern pro Anschluss reichen, allerdings gibt es imho seitens der Telekom (der ja die TALs gehören) die Vorgabe, das jede TAE 4-adrig, also ISDN-tauglich angeschlossen werden muss, auch wenn der Kunde kein ISDN will.

Wenn keine 8-adrige Leitung in die Wohnung führt, muss das ganze als Neuanschluss gebucht werden. Kosten sind aber auch da überschaubar, kostet dann Pauschal 99,95€ glaub ich. Allerdings ist der Hauseigentümer vielleicht nicht so begeistert wenn der Bautrupp anrückt.

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Auch für einen (echten) ISDN-Anschluss sind nur zwei Adern erforderlich. Vier-adrig ist ja nur der ISDN-S0-Bus, also ab der NTBA zur Telefonanlage oder Endgerät.

Die Adern drei und vier wurden laut Wikipedia für die Erdung und für ein Tonrufzweitgerät benutzt, werden heutzutage aber nicht mehr benutzt. Du kannst natürlich Recht haben, dass die Telekom das formal trotzdem noch irgendwo vorschreibt (hast du zufällig eine Quelle?).

Soweit ich mich erinnern kann, waren bei uns vor der Umstellung nur zwei Adern an die TAE angeschlossen und der Telekom-Techniker hat auch nicht gemeckert. Ich glaube heutzutage werden in der Regel nur noch zwei Adern in die Wohnung geschaltet, womit vier Adern für zwei Anschlüsse ausreichend wären.

 

Du erinnerst mich da aber an ein weiteres mögliches Problem: Ich bin mir nicht sicher, dass die F/F-TAE-Dose auch Abschlusswiderstände hat (obwohl sie ja für den Anschluss von Amtsleitungen vorgesehen ist). Falls da kein Abschlusswiderstand drin ist, kann es vorkommen, dass die Technik-Hotline im Falle einer Störung bei der Leermessung eine "offene Leitung" misst und somit die Diagnosestellung erschert ist. Ansonsten hat man glaube ich bei angeschlossenen Endgeräten keine Einschränkungen.

 

Edit:

Kann bitte einer der Moderatoren folgendes oben bei Probleme ergänzen (mein Bearbeitungszeitfenster ist abgelaufen):

  • Falls die selbstgekaufte TAE-Dose keine internen Abschlusswiderstände haben sollte, kann es im Falle einer Störung sein, dass die Technik-Hotline bei der Leermessung (also ohne angeschlossene Geräte) eine "offene Leitung" misst und somit die Diagnosestellung erschwert ist. Ansonsten gibt es mit angeschlossenen Endgeräten soweit ich weiß keine Einschränkungen oder Probleme.
Ich habe ein ähnliches Problem, das sich leider durch Ignoranz von Seiten o2s verkompliziert hat.

 

Rahmenbedingung: Doppelhaushälften, in der einen wohnt die Vermieterin mit Telefon + Internet, in der anderen meine Mitbewohnerin und ich ohne irgendein Anzeichen von einer Dose.

 

Ich habe also einen Neuanschluss gebucht und am Telefon auch noch einmal bestätigt bekommen, dass dann der Telekom-Mensch schaut, was da gemacht werden muss (2er Dose bei meiner Vermieterin oder Leitung legen bei uns).

 

Ich habe dann einen Anschlusstermin bekommen, an dem ich aber auf Biegen und Brechen keine Zeit hatte und auch sonst niemand da sein konnte und diesen abgesagt (2 1/2 Wochen vor Anschlusstermin!) und gedacht, dass der Typ dann halt vor der Tür steht und nochmal kommen muss, wenn o2 nicht in der Lage ist den abzubestelllen.

 

Stattdessen bekomme ich Email und Sms, mein Anschluss sei nun freigeschaltet. Das ging wohl irgendwie von außen, mein Problem ist immer noch da. An die Hotline geht keiner ran, auf Emails wird max. alle 7 Tage reagiert - was mache ich nun? Mir selbst so eine F/F-Dose kaufen und versuchen die zu setzen? Geht das dann überhaupt, ohne, dass der Techniker im Keller war? Kann ich das als Laie - ich kenne mich gar nicht aus?

Das Problem kann sein an den APL dranzugehen. Im schlimmsten Fall ist der verplombt und da darf eigentlich nur die Telekom dran. Selbst wenn unverplombt, wie soll man das passende Adernpaar rausfinden?

 

Sinnvoller wäre es den Erstanschluß von der Telekom machen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

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Also eine Möglichkeit wäre es die TAE abzuschrauben und zu gucken, ob das angeschlossene Kabel noch freie Adern hat. Falls ja, dann müsste man testen, ob man ein Adernpaar findet, auf dem auch ein DSL-Signal liegt. Wenn man davon ausgeht, dass das Kabel 6 Adern hat und 2 zu deiner Vermieterin gehören, bleiben ja nur noch 4 Adern übrig, sodass man mit 6 Versuchen alle Zweierkombinationen durchspielen kann.

 

Wenn du die richtigen zwei Adern identifiziert hast, bleibt natürlich noch die Frage, wie du den Anschluss in deine Doppelhaushälfte bekommst. Man könnte z.B. ein Kabel an den Fußleisten entlang legen und dann bei dir in der Wohnung ein Aufputzdose anschließen.

 

Ich glaube es haben auch nicht alle Häuser einen APL. Im alten Einfamilienhaus meiner Eltern habe ich im Keller zumindest noch nie einen APL entdeckt.

 

 

Vielen Dank erstmal! Falls ich die zwei Adern identifiziert bekomme, ist das alles glaube ich kein Problem. Meine Vermieterin hat kein Problem zwei Router bei sich herumstehen zu haben und das Signal dürfte so weit reichen; ihres empfange ich jedenfalls ohne Probleme. (Nur hat sie leider gehört, dass junge Leute illegale Sachen aus dem Internet saugen und will deswegen nicht, dass wir ihr Internet mitnutzen; sonst würde es dieses Problem gerade gar nicht geben.)

 

Jetzt ist nur die Frage: wie risikobehaftet ist das, wenn ich das aufschraube - kann ich was kaputt machen? Ich bin handwerklich nicht ungeschickt; aber alles was mit Strom zu tun hat, fordert mir dann doch immer etwas Respekt ab.

 

Am liebsten wäre mir natürlich auch die Telekom-Lösung; nur wer weiß, wann sich o2 mal wieder herablässt mir zu antworten und wie schnell dann ein Termin zustande kommt.

 

 

toinette schrieb: aber alles was mit Strom zu tun hat, fordert mir dann doch immer etwas Respekt ab.
 

Keine Sorge - das ist Niedrigspannung und bitzelt noch nicht mal. Es kann eigebtlich nichts schiefgehen. Wenn allerdings so ein APL mit 50 Doppeladern da rumhängt, wäre ich vorsichtig. Nicht das man da an fremden Leitungen rumfuscht.

VoIP-Droide schrieb:
Keine Sorge - das ist Niedrigspannung und bitzelt noch nicht mal. Es kann eigebtlich nichts schiefgehen. Wenn allerdings so ein APL mit 50 Doppeladern da rumhängt, wäre ich vorsichtig. Nicht das man da an fremden Leitungen rumfuscht.

Einfach alle Adern abreissen sich dabei nicht erwischen lassen 2-3 Tage warten und dann das Adernpaar das von dem dann fluchenden Servicetechniker nicht aufgelegt wurde weil er dafür keinen Auftrag hatte ist deins  :-)

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Passieren kann da eigentlich nichts. Ist halt etwas frickelig die dünnen Adern in der TAE festzuschrauben. Handwerklich nicht ungeschickt zu sein, ist da sehr von Vorteil.

Du solltest dir auf jeden Fall merken welche Adern zu deiner Vermieterin gehören, damit du diese auf jeden Fall wieder anschließen kannst.

Vielleicht wäre es auch geschickt vorher die 8 Euro in eine Doppe-F-TAE-Dose zu investieren, damit du gleich beide Anschlüsse anschließen kannst, falls du deine Adern findest.

 

Falls du dein Signal in den Adern nicht findest, müsstest du über die o2-Störungshotline eine Störung aufnehmen zu lassen, sodass o2 dann noch mal einen Telekomtechniker schickt.