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Der Europäische Tag des Notrufes 2026 - neue Features und Entwicklungen

  • February 11, 2026
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Zum diesjährigen Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar 2026 wollen wir technische Modernisierungen und die barrierefreie Erreichbarkeit in den Fokus stellen. Was wir bereits in Der Europäische Tag des Notrufes angefangen haben, wollen wir dieses Jahr für euch etwas vertiefen, da die Entwicklung rasch voranschreitet. Wir stellen euch die aktuellen Entwicklungen und Trends aus den Jahren 2025/2026 hier einmal vor.

Ein kurze Zusammenfassung über die 112

Seit 2008 gilt die Notrufnummer 112 in allen EU-Mitgliedsstaaten, der Türkei, Großbritannien, Schweiz und weiteren Ländern sowohl aus dem Festnetz als auch aus dem Mobilfunknetz. Neue Mitgliedstaaten der EU sind verpflichtet, die 112 zu nutzen . Sie muss als Notrufnummer verwendet, aber nicht zwingend als einzige bereitgestellt werden. Sie kann auch ergänzend zum bisherigen nationalen Notruf geschaltet werden.

Die 112 ist vorwahlfrei, kostenlos und verbindet den Anrufer mit der örtlich zuständigen Notrufzentrale. Die leitet das Gespräch dann an professionelle Helfer weiter, an die Feuerwehr, den Notarzt oder die Polizei. Die Nummer 112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz, öffentlicher Fernsprecher oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.

Die Einsatzstellen orten die mobilen Telefone, über die ein Notruf abgesetzt wird. Das ist EU-weit festgelegt. Deshalb: Wenn ihr die 112 irrtümlich angerufen habt, legt nicht auf, sondern meldet den Fehler. Sonst wird möglicherweise ein Rettungswagen losgeschickt.

Aktionen zum Aktionstag

Wie jedes Jahr nutzen Feuerwehren und Rettungsdienste den 11.2. für Social-Media-Kampagnen (Hashtags wie #112day oder #Notruf112) und Informationstage, um die Nummer bekannter zu machen, da laut EU-Berichten immer noch nur rund ein Drittel der Europäer die 112 als einheitliche Nummer erkennt. 

Barrierefreiheit durch Text-Notruf

In mehreren europäischen Ländern wird die Umstellung auf Real-Time Text (RTT) vorangetrieben. In Schweden beispielsweise startete SOS_Alarm einen Dienst, der es ermöglicht, die 112 per Echtzeit-Text zu kontaktieren, wobei auch Umgebungsgeräusche an die Leitstelle übertragen werden. Wir hatten bereits über die Funktion RTT berichtet, schaut gern noch mal in o2 Leas Artikel Real-Time Text (RTT) - Innovative Funktion für Smartphones.

Ab Mitte 2027 wird RTT auch für Notrufe verpflichtend. Dies soll es Anrufern in Gefahrensituationen ermöglichen, über RTT unauffällig mit dem Notruf (112) sowie der Polizei (110) zu kommunizieren und Hilfe zu holen. Der Schriftkanal ist insbesondere dann hilfreich, wenn Anrufer aufgrund von Gefahren- und Bedrohungssituationen nicht laut sprechen können.

Griechenland investiert aktuell 17,5 Millionen Euro in ein System-Upgrade, das unter anderem Videoanrufe und einen „Stillen Alarm“-Knopf für Geiselnahmen umfasst. 

Satellitengestützte Notrufe:

Angesichts von Funklöchern wird intensiv an Lösungen gearbeitet, die 112 über Satellitennetzwerke zu erreichen, wenn kein terrestrisches Mobilfunknetz verfügbar ist. Für iPhones ist diese Funktion bereits verfügbar. Notruf SOS via Satellit auf dem iPhone verwenden - Apple Support (DE)

Netzabschaltung (2G/3G) & eCall:

Die EU bereitet Testverfahren vor, um sicherzustellen, dass das automatische Notrufsystem eCall in Fahrzeugen auch nach der Abschaltung der 2G- und 3G-Netze reibungslos funktioniert. Wir haben das 3G-Netz bereits am 31.12.2021 endgültig abgeschaltet, aber bereits den e-Call in die Zukunft geführt. Mach’s gut 3G – hallo verbessertes o2 4G-Netz: Telefónica Deutschland / o2 startet bundesweite Abschaltung des 3G-Netzes

Mittlerweile haben wir unser Mobilfunknetz für den Fahrzeugnotruf der nächsten Generation freigeschaltet: Der „Next-Generation Emergency Call“ (NG eCall) ist damit ab sofort bundesweit im O₂ Telefonica Netz verfügbar, parallel zum bisherigen eCall. Der neue Standard macht den Notruf in Autos und Nutzfahrzeugen zukunftssicher. Er basiert auf der 4G/LTE-Technologie und perspektivisch auf 5G – also genau auf den Netzen, die in Deutschland weiter flächendeckend ausgebaut werden. Bei einem Unfall wählt das Auto automatisch die Verbindung zu den Rettungsleitstellen. Es übermittelt die wichtigsten Informationen über das Fahrzeug sowie genaue Standortinformationen wie die Fahrtrichtung. Neu ist, wie das passiert. Beim bisherigen eCall nutzen Fahrzeuge noch Technik aus der Zeit, als das Mobilfunknetz vor allem fürs Telefonieren gebaut war. Vereinfacht gesagt: Der Notruf lief oft über das ältere 2G- oder 3G-Netz. Die wichtigsten Daten wurden zu Beginn der Verbindung mit einer Art „Tonübertragung“ mitgeschickt – ähnlich wie früher bei Modemverbindungen. Das funktioniert, dauert aber einige Sekunden, in denen kein Gespräch stattfinden kann. NG eCall nutzt dagegen 4G- und perspektivisch 5G-Technik – also moderne Netze, die mit schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten arbeiten. Dadurch kann der Notruf zügig aufgebaut werden. Entscheidende Informationen für die Rettungskräfte lassen sich parallel zum Gespräch übermitteln.

KI und Automatisierung:

Google und die European Emergency Number Association (EENA) untersuchen verstärkt, wie Android-Geräte bei Unfällen oder Stürzen automatisch Hilfe rufen und dabei präzisere Standortdaten (ELS) übermitteln können. Auch hier hat sich O₂ bereits in 2019 angeschlossen

Ein digitaler Service, der Leben retten kann: Verbesserter Notruf für Kunden im o2 Netz

Must-Have App: nora

Die offizielle Notruf-App nora der Bundesländer ist eine ideale Ergänzung. Sie ist besonders wertvoll, wenn du nicht sprechen kannst (stiller Notruf) oder die Sprache nicht beherrscht. Sie übermittelt deinen Standort metergenau per Datenverbindung. 

Optimierung der Notfall-Einstellungen auf dem Smartphone

Ihr könnt euch selbst auf den Notfall vorbereiten, wenn ihr mal selbst betroffen seid. Dazu ist das Smartphone euer treuer Assistent. Wir zeigen euch für die verschiedenen Betriebssysteme einmal den Pfad auf, wo ihr die wertvollen Features findet.

iPhone (iOS)

Apple integriert Sicherheitsfeatures tief im System.

  • Notfallpass einrichten: Gehe in die Health-App -> Dein Profilbild -> Notfallpass. Hinterlege dort Allergien, Medikamente und Notfallkontakte. Diese können von Ersthelfern auch bei gesperrtem Display eingesehen werden.
  • Notruf SOS konfigurieren: Unter Einstellungen > Notruf SOS kannst du festlegen, wie der Notruf ausgelöst wird:
  • Durch 5-mal Drücken: Die Seitentaste schnell hintereinander drücken.
  • Durch Halten und Loslassen: Seitentaste und eine Lautstärketaste gleichzeitig gedrückt halten.
  • Satelliten-Notruf: Ab dem iPhone 14 kannst du den Notruf via Satellit nutzen, wenn du kein Mobilfunknetz hast. 

Android (z. B. Samsung, Pixel, Xiaomi)

Die Menüs können je nach Hersteller leicht variieren, folgen aber meist diesem Pfad:

  • Notfall-Informationen: Gehe zu Einstellungen > Sicherheit und Notfall. Dort kannst du medizinische Daten und Notfallkontakte eintragen.
  • Notfall-SOS: Aktiviere unter demselben Menüpunkt die Funktion, dass durch 5-maliges schnelles Drücken der Ein/Aus-Taste ein Notruf abgesetzt wird. Du kannst oft einstellen, dass dabei automatisch ein Video aufgenommen oder dein Standort an Kontakte gesendet wird.

Standortgenauigkeit (ELS): Stelle sicher, dass unter Einstellungen > Standort > Standortdienste der Emergency Location Service (ELS) aktiviert ist. Er sendet deine GPS-Daten beim Notruf automatisch an die Leitstelle. 

Notfallpass für Rettungskräfte bei gesperrtem Display sichtbar machen

Ohne dass die Rettungskräfte dein Passwort kennen, um das Display zu entsperren, kannst du deine Notfall-Informationen trotzdem sichtbar machen. Das kann Rettungskräften im Ernstfall lebenswichtige Infos (Blutgruppe, Allergien) liefern und Leben retten.

So aktivierst du die Anzeige im Sperrzustand:

Am iPhone

  • Öffne die Health-App und tippe oben rechts auf dein Profilbild.
  • Wähle Notfallpass und tippe auf Bearbeiten.
  • Ganz wichtig: Scrolle nach unten zum Bereich „Sperrzustand“ und aktiviere den Schalter „Im Sperrzustand zeigen“.
  • Test: Sperre dein iPhone, wische nach oben (oder drücke die Seitentaste), tippe auf „Notfall“ und dann unten links auf „Notfallpass“.

Am Android-Smartphone (z. B. Samsung, Google Pixel)

  • Gehe in die Einstellungen und suche nach „Sicherheit und Notfall“.
  • Tippe auf „Medizinische Informationen“. Trage deine Daten ein.
  • Suche dort den Punkt „Im Sperrbildschirm anzeigen“ oder „Zugriff auf Notfallinfos erlauben“ und aktiviere ihn.
  • Test: Drücke auf deinem Sperrbildschirm auf „Notruf“. Dort erscheint nun ein Button oder Textfeld für die „Notfallinformationen“.

Profi-Tipp für beide Systeme:

Hinterlege mindestens einen Notfallkontakt (ICE - In Case of Emergency). Dein Smartphone bietet nach dem Absetzen eines Notrufs oft an, diese Person automatisch per SMS über deinen Standort zu informieren.

Kennt ihr noch weitere Features, die euch im Notfall schon mal weitergeholfen haben? Oder habt ihr Fragen oder Anmerkungen, die wir diskutieren sollten? Dann schreibt uns in die Kommentare.