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Tarif für eine 90jährige - wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

  • August 7, 2019
  • 4 Antworten
  • 118 Aufrufe

Meine Oma hat 2012 eine Tablet gekauft, um Mails schreiben zu können und gelegentlich mal was auf Wikipedia zu lesen. Eigentlich war bei dem Tablet eine Prepaidkarte dabei, dennoch wurde ihr von O2 ein UMTS-Vertrag mit einem Datenvolumen von 1000MB/Monat "verkauft".
Das Tablet wurde dann ca. 1Jahr lang in geringem Umfang genutzt. Danach lief der Vertrag ungenutzt weiter. Mitte 2019 (rund eineinhalb Jahre nach dem Tod meiner Oma) wurden die Erben von einem Inkassounternehmen angeschrieben und nochmals 277€ gefordert.

  • Prepaid wäre (für die Kundin) deutlich sinnvoller als ein Vertrag gewesen
  • 1000MB für Mails und etwas surfen ist reichlich übertrieben
  • O2 hat den Tod meiner Oma einfach ignoriert
  • O2 hätte sich ganz einfach (über das Altersheim) mit den Erben in Verbindung setzten können, hat dies aber nicht getan
  • da alles an ein Inkassobüro übergeben wurde, wurden noch weitere Kosten verursacht
  • O2 versucht jeglichen direkten Kontakt zu vermeiden (Hotline kann den Vorgang angeblich nicht mehr einsehen, auf ein Schreiben wurde nicht reagiert und machen kann (bzw. will) O2 auch nichts, da der Fall jetzt beim Inkassobüro liegt)
  • Das Inkassobüro sagt, sie sind von O2 beauftragt die Forderungen "einzutreiben" und für etwaige Kulanz müsse man sich an O2 wenden. Alternativ könne man auch Klage einreichen...
  • und da ist wieder das Problem: telefonisch blockiert O2, schriftlich bekommt man keine Antwort
Obwohl ich O2 telefonisch über den Tod informiert hatte, der Vertrag nicht mehr genutzt wurde, der Bankeinzug schief ging, die Rechnungen von O2 an den Absender zurück gingen, die Anschrift ein Altersheim war und die Vertragspartnerin zu diesem Zeitpunkt 95Jahre alt gewesen wäre (also ganz offensichtlich verstorben ist), hat O2 einfach gewartet bis sich reichlich Kosten angesammelt haben und dann ein Inkassobüro auf die Erben gehetzt (wodurch nochmals erhebliche Kosten entstanden sind). Leistungen wurden seit Jahren keine erbracht und meine Oma hatte bis zu ihrem Tod schon über tausend Euro für ein paar 100MB Mobildaten bezahlt.
Selbst wenn rein formaljuristisch alles ok ist, halte ich die ganze Angelegenheit menschlich und moralisch für äußerst verwerflich. Ich hätte nicht gedacht, dass O2 dermaßen skrupellos versucht Gewinne zu machen, ohne entsprechende Leistungen erbracht zu haben. Kulanz ist offensichtlich ein Fremdwort und erreichbar ist für die Geschädigten auch niemand!

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen machen müssen??

Ich, für meinen Teil, habe gerade von telefonica zu einem "Marktbegleiter" gewechselt, der Rest der Familie wird noch folgen. Ich hoffe das die Konkurrenz kulanter und kundenfreundlicher ist... Da das Inkassobüro der einzig erreichbare Gesprächspartner ist und die sich natürlich auf stur stellen, muss jetzt ein Fachanwalt oder die Verbraucherzentrale die Sache nochmals prüfen.
Zur Sicherheit gibt es bei mir auch nur noch Prepaid, da gilt ganz einfach: kein Geld - keine Leistung / keine Leistung - kein Geld. Da es keine Vertragslaufzeit gibt, kann keiner mahnen, die Inkassobüros bekommen keine Arbeit, Änderungen z.B. der Datenmenge sind jederzeit machbar und preislich musste ich feststellen, dass es sehr günstige Tarife gibt.

4 Antworten

bs0
Legende
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  • Legende
  • August 7, 2019
Vorab: Mir ist bewusst, dass mein Beitrag nicht das aussagt was du gerne lesen würdest, aber ich hoffe, du kannst ihn als neutrale Bewertung der Sachlage ansehen.

Bei allem Verständnis für deinen Ärger, unabhängig davon ob der (vermutlich unterschriebene) Vertrag ursprünglich gewollt war oder nicht, und ohne beurteilen zu wollen ob der Vertragspartner sich moralisch hätte anders verhalten sollen, die vertragliche Situation ist ziemlich einfach: Verträge gehen auf die Erben über und diese können den Vertrag (aus Kulanz, da kein Rechtsanspruch besteht) schriftlich mit entsprechendem Nachweis (Sterbeurkunde und Erbschein) vorzeitig beenden. Den Vertragspartner telefonisch darüber zu informieren reicht dafür nicht aus. Du solltest auch bedenken, dass sehr viel automatisch abläuft, so, dass es bei großen Konzerenen immer sehr wichtig ist, sich rechtzeitig schriftlich zu melden und nicht einfach anzunehmen, dass nach einem Anruf alles in Ordnung ist. Vor allem wenn keine Bestätigung kommt.

Wenn der Vorgang nun beim Inkasso ist, ist der Verragspartner eigentlich aus der Sache komplett raus, daher muss dieser nichts tun. Aus diesem Grund bist du (leider) auf Kulanz angewiesen. Natürlich steht es dir frei, den Sachverhalt von einem Anwalt prüfen zu lassen, oder dich bei der Verbraucherzentrale beraten zu lassen, aber wie du ja geschrieben hast, scheint formaljuristisch alles richtig zu sein.

Fragen:

Wann ist das Schreiben an o2 eingegangen und was hast du darin "gefordert"? Die Bearbeitung kann schon mla mehrere Wochen dauern.

Wurde der Vertrag überhaupt form- und fristgerecht gekündigt?

Bonaparte
Stammgast
  • Stammgast
  • August 7, 2019
2012 waren Datenkarten allemal besser als Prepaid-Karten. Und das ein Inkasso kommt deutet doch darauf hin, das der Nachlass nicht ordentlich aufgeräumt wurde. Die Prüfung der Lastschriften hätte das Inkasso-Erlebnis erspart. Es ist mir bei einem Todesfall nirgends gelungen per Telefonanruf einen Vertrag zu beenden. Ohne Nachweise per Briefpost läuft nichts.

Wann ist das Schreiben an o2 eingegangen und was hast du darin "gefordert"? Die Bearbeitung kann schon mla mehrere Wochen dauern.
Den Brief hatte ich am 25.6. an O2 geschickt - darin habe ich den gesamten Sachverhalt geschildert, eine Sterbeurkunde beigefügt und um Kulanz gebeten.

Wurde der Vertrag überhaupt form- und fristgerecht gekündigt?

Mir wurde bei meinem Anruf nicht klar dargelegt, dass ich noch kündigen muss. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch nicht sicher dass überhaupt noch ein Vertrag läuft.

Formaljuristisch mag alles korrekt sein, menschlich hätte ich von O2 allerdings mehr erwartet...
O2 hat schon über 1000€ von meiner Oma erhalten, jetzt noch die Erben zu schröpfen finde ich persönlich das allerletzte - Kosten sind O2 seit Jahren keine entstanden und der ausstehende Betrag wäre für O2 auch gerade noch zu verkraften.

Wenn jeder alles durchdrückt, was juristisch möglich ist, haben wir eine Welt in der ich nicht leben möchte. Bei O2 sieht man das aber offensichtlich anders...

Sandroschubert
Legende
Vermutlich war im Juni alles bereits abgegeben. Und wenn man das erst so spät meldet kann man nicht auf Kulanz hoffen. Natürlich ist jetzt die Firma wieder böse, aber der Fehler liegt hier, leider, woanders.