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Massive Latenzspikes & Jitter

  • February 2, 2026
  • 5 Antworten
  • 50 Aufrufe

Hallo zusammen,

ich habe seit ca. einer Woche massive Probleme mit Latenz, Jitter und sporadischen Pingspikes, die insbesondere Gaming und Echtzeitanwendungen stark beeinträchtigen.

Kurz zum Setup:

  • o2 Kabel S (50 Mbit/s)

  • Fritz!Box

  • Tests aktuell noch per WLAN (LAN-Adapter ist bestellt und wird nachgereicht, die Probleme treten jedoch auch über die Playstation auf, welcher über LAN läuft)

  • Alle Messungen jeweils mit nur einem aktiven Endgerät

Messergebnisse (Breitbandmessung Bundesnetzagentur)

 

​​​

 

  • Download: 9,89 Mbit/s (Soll minimal: 16 Mbit/s)

  • Upload: 1,06 Mbit/s (Soll minimal: 0,6 Mbit/s)

  • Laufzeit: 195 ms

Gerade die Laufzeit ist aus meiner Sicht deutlich zu hoch und schwankt stark.

 

Traceroute-Ergebnisse (8.8.8.8)

Auffällig ist, dass die hohen und stark schwankenden Latenzen bereits innerhalb des Telefónica/o2-Netzes auftreten. Gleichzeitig ist mein Download auch teilweise bei 50Mbits/s und der Upload bei 2Mbits/s und die Pingspikes treten trotzdem auf.

Nachfolgende Hops Richtung Google sind teilweise wieder niedriger, was aus meiner Sicht gegen ein Endziel- oder Heimnetzproblem spricht, sondern eher auf Jitter / Queueing / Überlastung im Backbone hindeutet.

Ein Techniker war bereits vor Ort,  Hausverkabelung, Signalpegel und Modem sind unauffällig.

Ticket wurde dennoch geschlossen („kein Bandbreitenproblem“), obwohl es primär um Latenz/Jitter geht.

Die Probleme treten nicht dauerhaft, sondern wellenförmig auf (v. a. abends und am Wochende). Die Spikes sind konstant da, bewegen sich allerdings am Tag im Bereich 70-150 ms, Abends und am Wochenende habe ich schonmal Spikes bis zu 1200 ms. Danach geht der Ping sofort wieder runter auf 30 ms.

Das habe ich dem Servicechat am Freitag nochmals telefonisch und schriftlich per Chat ausführlich mitgeteilt, habe heute jedoch wieder einen Anruf bekommen, um einen Technikertermin zu vereinbaren. Da ich mit meinem Latein so langsam etwas am Ende bin, wollte ich gern hier nochmal nachfragen:

Sind aktuell bekannte Backbone- oder Routingprobleme im Raum Berlin/Frankfurt vorhanden?

Gibt es Möglichkeiten, solche Fälle gezielt an das Netz-/Backbone-Team zu eskalieren?

Werden hohe Laufzeiten/Jitter bei der Bewertung von Störungen berücksichtigt oder nur reine Bandbreite?

Ich reiche LAN-Messungen nach, sobald der Adapter da ist.

Ich bedanke mich vorab für jede fachliche Einschätzung.

 

Viele Grüße

Marvin

5 Antworten

Auffällig ist, dass die hohen und stark schwankenden Latenzen bereits innerhalb des Telefónica/o2-Netzes auftreten. Gleichzeitig ist mein Download auch teilweise bei 50Mbits/s und der Upload bei 2Mbits/s und die Pingspikes treten trotzdem auf.

Nachfolgende Hops Richtung Google sind teilweise wieder niedriger, was aus meiner Sicht gegen ein Endziel- oder Heimnetzproblem spricht, sondern eher auf Jitter / Queueing / Überlastung im Backbone hindeutet.

 

Wuerde empfehlen das auf Basis eines tracert.exe mit 3 Wiederholungen nicht ueber zu interpretieren:, und statt dessen etwas laengere Messungen anstellen:

 

### TRACEROUTE MTR:

Kein Netzwerk-Hop ‘schuldet’ Dir ICMP Echo Request Antworten, und gerade Infrastruktur-Geräte wie Router sind dafür bekannt ICMP mit Ratenlimit zu versehen und runter zu priorisieren (siehe die exzellente englische ‘Anleitung’ zur Interpretation von Traceroute und MTR Resultaten). Hoher Paketverlust oder erhöhte Latenz bei einem einzelnen Hop irgendwo auf der Strecke hat quasi keinen diagnostischen Wert, interessant wird es wenn von einem bestimmten Hop an Paketverlust und/oder Latenz unerklärlich erhöht sind. Mit unerklärlich meine ich, wenn Hop X in Europa ist und Hop X+1 in den USA, dass man dann schon mit einem Anstieg von ~70ms rechnen muss, die Daten müssen ja den Atlantik überqueren.

Hier mal mein Lieblingsdokument zum Thema Traceroute/mtr:

https://archive.nanog.org/sites/default/files/10_Roisman_Traceroute.pdf

 

Und hier eine Alternative zu tracert.exe

# Unter https://github.com/fujiapple852/trippy/releases zur aktuellen Release navigieren und unter Assets das passende Archiv fuer das eigene Endsystem (Windows, Macos, Linux) runterladen und lokal entpacken.
# Unter Windows CMD als Administrator starten, ins Verzeichnis mit der Datei trip.exe wechseln und folgendes aufrufen, die Firewall muss eventuell fuer Trippy geoeffnet werden.
trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare  --tui-custom-columns holsravbwdtKM --icmp --tos 181 -4 one.one.one.one
trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare  --tui-custom-columns holsravbwdtKM --icmp --tos 181 -6 one.one.one.one

# Windows IPv6, bitte folgenden Aufruf verwenden:
trip --mode tui --icmp-extensions --dns-lookup-as-info --tui-address-mode both --tui-icmp-extension-mode all --tui-preserve-screen --dns-resolve-method cloudflare  --tui-custom-columns holsravbwdtKM --icmp -6 one.one.one.one


# jeweils nach ca. 1000 Messungen Trippy einfrieren (mit CTRL-f) und deinen Screenshot machen und posten
# Bitte das CMD-Fenster so breit machen, dass die zweite Spalte (Host) komplett lesbar ist

# oder mit etwas weniger Information aber dafuer einfach als Text kopierbar:
trip --mode pretty -C 1000 -4 heise.de
trip --mode pretty -C 1000 -4 dns.google
trip --mode pretty -C 1000 -4 one.one.one.one

trip --mode pretty -C 1000 -6 heise.de
trip --mode pretty -C 1000 -6 dns.google
trip --mode pretty -C 1000 -6 one.one.one.one
 

Ein Techniker war bereits vor Ort,  Hausverkabelung, Signalpegel und Modem sind unauffällig.

Ticket wurde dennoch geschlossen („kein Bandbreitenproblem“), obwohl es primär um Latenz/Jitter geht.

Die Probleme treten nicht dauerhaft, sondern wellenförmig auf (v. a. abends und am Wochende). Die Spikes sind konstant da, bewegen sich allerdings am Tag im Bereich 70-150 ms, Abends und am Wochenende habe ich schonmal Spikes bis zu 1200 ms. Danach geht der Ping sofort wieder runter auf 30 ms.

So etwas kann schon ein zeitlich begrenzter Rueckwegstoerer sein.

 

Mach doch mal Screenshots von den Kanalinfiormationen, je einbmal zu einer Zeit ohne Probleme und einmal zu einer Zeit mit Problemen. Hier meine Notizen dazu:

#### DOCSIS Fritzbox Informationen
Da Du eine Fritzbox hast, dann poste doch bitte Screenshot (am besten von einem PC oder Tablett, statt vom Smartphone) von allen Tabs im Bereich:
Internet → Kabel-Informationen
Deiner Fritzbox. Dabei bitte bei Tabs die über mehrere Seiten gehen auch mehrere Sceenshots machen und posten. Das gilt insbesondere für den Tab Kanäle, wo es wichtig ist alle einzelnen Kanäle zu sehen und gerade auch die Kanäle in Senderichtung am unteren Ende der Seite.

 

 

 

 


  • Autor
  • Besucher:in
  • February 3, 2026

Bei den hier beigefügten Screenshots lief alles recht stabil, mit vereinzelten Pingaussschlägen auf 60-70:
 

Hier war dann der Ping dauerhaft erhöht und mit höheren Ausschlägen auf bis zu 150, während der Download und Upload noch recht stabil waren (Download 40 mbits/s, Download ca. 1,4 mbits/s):

 

@pufferueberlauf0 

 

Viele Grüße

Marvin


HennoK
Stammgast
Forum|alt.badge.img+2
  • Stammgast
  • February 4, 2026

Der Wert von 54.5 dBmV (Power Level) in der Übertragungstabelle ist aufschlussreich. Das Modem muss mit maximaler Leistung senden, um das CMTS (Casa Systems) zu erreichen.
Die Empfangsstärken sind mit etwa 0 dBmV recht niedrig. Das bedeutet, dass sich zwischen Router und externem Anschluss eine Komponente befindet, die für die Rückübertragung ungeeignet ist. Vielleicht ein alter Antennenverstärker oder Koppler? Machen Sie Fotos von Ihrer Konfiguration und laden Sie diese hier hoch.


Zusaetzlich sieht man in Senderichtung Anzeichen fuer eine milde Rueckwegstoerung, der Docsis 3.1 und einer der Docsis 3.0 Kanaele zeigen in der Problemphase eine geringere Modulation als in der “Normalphase” (128QAM statt 256QAM und 32QAM statt 64QAM).


  • Autor
  • Besucher:in
  • February 22, 2026

Hallo, ein kleines Update zur derzeitigen Situation:

am 17.02. war ein Techniker von PYUR da, da bei mir O2 die Leitungen von PYUR anmietet. Dieser bestätigte die bereits hier im Forum formulierte Vermutung, dass es sich wohl um einen Rückwegstörer handelt. Als ich daraufhin fragte, was da nun getan wird meinte er: “Nichts, da kann niemand etwas tun. Wir können ja nicht bei anderen in die Wohnung rein und kontrollieren”. Er hatte bei seinen Messungen im Keller außerdem ein schlechtes Signal, als er den Hausanschluss abklemmte war das Signal gut. Als er den Stecker vom Hausanschluss einmal heraus und wieder neu herein steckte war das Signal kurzzeitig auch gut und er meinte, ich solle die Sachlage weiter beobachten. Am Abend hatte ich dann wieder die altbekannten Probleme. 

Am 18.02. bekam ich eine SMS von O2, dass ich mich zwecks meines Tickets nochmal beim Support melden solle. Als ich mitteilte, dass ich weiterhin Probleme habe bekam ich eine neue SMS, dass ich einen neuen Technikertermin vereinbaren soll. Auf Nachfrage, was dieser denn genau tun wird, weil ja immerhin schon 2 Techniker da waren, wurde mir mit “Ihren Anschluss prüfen” geantwortet.  

Ich werde den Termin letztendlich bestätigt, da ich auch nicht möchte, dass mein Ticket geschlossen wird. Optimistisch bin ich dennoch nicht. Hier noch meine aktuellen Werte meiner Fritzbox seit Dienstag. Vorallem auf Kanal 22 kommen aller 10 Minuten rund 100.000 nicht korrigierbare Fehler dazu:
 

 

Viele Grüße