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[Testbericht] Samsung Galaxy S8 - Top of the Stars?

Blog-Eintrag wurde erstellt von MXP-Heiko Experte in 16.06.2017

Das Samsung Galaxy S genießt sicherlich neben dem jeweiligen iPhone stets die größte Aufmerksamkeit aller Produktvorstellungen des laufenden Jahres. Dies liegt allerdings nicht daran, dass es zwangsweise die zwei einzigen guten Smartphones sind, sondern daran, dass diese beiden Hersteller die mit Abstand größten Budgets für Werbung zur Verfügung haben.

 

Aktuell geht das Samsung Galaxy S8 (und S8+) ins Rennen um das beste Smartphone und ich möchte euch gerne von meinen Erfahrungen mit diesem Modell berichten.

 

 

Manches in den folgenden Zeilen ist allgemein gültig, vieles ist sicher subjektiv, alles beruht auf meinem Testgerät, einem S8 mit 64 GB internem Speicher in der Farbe Midnight Black (UVP 799€). Technische Details und offizielle Bilder gibt es bei Samsung, hier kommt jetzt mehr Meinung, denn dafür seid ihr hoffentlich her gekommen.

 

Übrigens ist in Deutschland auch nur die 64 GB Version aktuell verfügbar, egal ob S8 oder S8+ (UVP 899€). Die drei möglichen Farben sind Midnight Black, Orchid Grey und Arctic Silver. Samsung hat dabei etwas sehr richtig gemacht, alle Varianten haben immer eine schwarze Vorderseite um die optische Täuschung des randlosen Displays oben und unten nicht zu ruinieren.

 

Wenn wir mal ehrlich sind, Samsung Produktnamen sagen dir nichts.

Samsung hat eine paar spannende Experimente bezüglich der Geräte Namen hinter sich gebracht in den letzten paar Jahren. Früher war alles etwas einfacher, denn da kam nach dem Samsung Galaxy S ganz unspannend das Samsung Galaxy SII auf den Markt. Mit steigenden Nummern hat man dann irgendwann von den römischen auf arabische Ziffern gewechselt und fing parallel auch noch an, dass es “mini” und “plus” Editionen gab und das Wort “Edge/edge” tauchte auch noch auf.

 

Die Mini Variationen von Galaxy S Handys gab es vom SIII bis zum S5, aktuell sind die Mini-Modelle kein Thema mehr, denn man hat sich anscheinend dazu entschieden den Buchstaben “S” doch ausschließlich für die Oberklasse zu reservieren und findet mittelmäßige Hardware nun zum Beispiel in der A-Serie.

 

Größere Modelle neben der Standardausführung gibt es seit der Generation “S6”, welche zudem die erste Galaxy S Serie war, die ein edge Modell mit zwei abgerundeten Bildschirmrändern bot. Vorher hatte man als Nischenprodukt das Samsung Galaxy Note Edge (hier ausnahmsweise mit großem “E”) mit nur einer abgerundeten Kante gezeigt.

 

Die Namensgebung bleibt allerdings weiterhin spannend wie auch verwirrend:

Galaxy S6, Galaxy S6 edge, Galaxy S6 edge+, Galaxy S7, Galaxy S7 edge, Galaxy S8 und Galaxy S8+

 

In den letzten drei Jahren sind hierbei die oben genannten Variationen entstanden, die auf den ersten Blick etwa verwirrend anmuten, hinter denen sich aber eine schleichende Entwicklung verbirgt.

 

Das Wort “plus” wurde in das “+” Symbol geändert und steht ganz simpel für ein größerer Gerät, mehr Display und mehr Akku, bei gleichem Prozessor und identischer Kamera.

 

Die “edge” hingegen war in der S6 Generation noch optional und als Experiment gedacht. So konnte man die Standardgröße mit oder ohne edge erwerben, das größere Modell allerdings nur mit edge, daher Galaxy S6 edge+.

 

Beim S7 hatte man sich dazu entschieden das kleine Modell nur ohne edge und das Große nur mit edge anzubieten und verzichtete zeitgleich auf die Kennzeichnung als “plus/+” Gerät.

 

Und beim S8? Da hat man sich nun entschieden, dass die edge ein fester Bestandteil der Samsung Marken Identität ist und man kein Modell ohne abgerundetes Display mehr anbietet. Den Namenszusatz hat man in einem Zuge dann gestrichen und damit wieder einen etwas schlankeren Produktnamen.

 

Meiner Meinung nach eine gute Entscheidung, denn die edge ist gelungen, führte bei mir nicht ein einziges mal zu Fehleingaben und sie hebt die Samsung Geräte wirklich vom restlichen Marktumfeld ab. Und der Ausflug mit den komischen Namen war vielleicht nötig, ist nun aber hoffentlich beendet.

 

Design, Display, Fingerpint- und Irisscan

Als die ersten Renderbilder des Samsung Galaxy S8 aufgetaucht sind, war ich überhaupt nicht begeistert. Es sah irgendwie für mich ganz fremd und schrecklich aus, einen “haben-wollen-Gefühl” kam da so gar nicht auf.

 

 

Schnell vorgespult auf den Tag, an dem ich das Samsung Galaxy S8, das ich ein paar Wochen lang als Testgerät genutzt habe, wieder einpacken musste und auf ein anderes Smartphone zurückgehe: OH MEIN GOTT, alle anderen Smartphones sind fett und hässlich . Nichts macht mehr Spaß, nichts liegt so gut in der Hand und warum besteht alles aus dicken Rändern? Ganz im Ernst, das Galaxy S8 ist beim Design (subjektiv) ganz weit vorne. Die geänderte Form, also hoch aber schmal, liegt super in der Hand und man bekommt doch so viel Display (5,8”) bei diesen Abmessungen, das gab es noch nie. Auch wenn das Gerät gar nicht das dünnste Smartphone aller Zeiten ist, so fühlt es sich in der Hand sehr kompakt an.

 

Das Display-Format ist 18:9 statt 16:9, welches ein ungewöhnlicher Formfaktor ist, auch wenn das LG G6 ebenso mit diesem Format unterwegs ist. In der Praxis sind die vorinstallierten Apps von Google, Microsoft und Samsung bereits für das neue Seitenverhältnis optimiert worden und für alle anderen Apps kann man entweder mit schwarzen Balken oben und unten arbeiten oder das Gerät dazu zwingen der App das volle Display zur Verfügung zu stellen. Ich habe in den Optionen das erweiterte Display für alle Apps aktiviert und hatte keinerlei Probleme damit. Es gibt angeblich ein paar Spiele die hier Probleme mit haben, aber gerade die Mainstream Spiele werden zeitnah optimiert, dafür hat Samsung einen zu großen Marktanteil.

 

Nachteile im Design? Ja, zwei!

 

Das Gehäuse besteht komplett aus Glas, von vorne bis hinten, auch an den Rundungen und Ecken des Gehäuses, überall sieht man die Bruchgefahr lauern. In diversen Drop-Tests im Internet hat das Galaxy S8 damit auch schlecht abgeschnitten und ein Bruch bei Sturz soll deutlich wahrscheinlicher sein, als bei anderen Geräten. Ich habe mein S8 zwei Stürzen ausgesetzt, einmal vom Tisch auf einen harten Büroteppich und das andere mal aus ca Hüfthöhe auf Rasen. Ich konnte keinerlei Beschädigung feststellen, ob dies nun reines Glück war oder es doch nicht so empfindlich ist wie alle sagen, werden wir wohl erst wissen wenn es noch ein paar Stürze durch andere Tester ertragen musste.

 

 

Der zweite Nachteil ist ganz klar die Position des Fingerabdrucklesers. Er sitzt oben neben der Kamera und dem Blitz, das sieht zwar nett und symmetrisch aus, ist aber einfach zu hoch auf der Geräterückseite, nicht intuitiv zu finden und zu nah an der Kamera (hier will man natürlich keine Finger-Patscher haben)! Es wird immer wieder gemunkelt, dass Samsung eigentlich daran gearbeitet hat den Fingerabdruckleser hinter das Displayglas zu bekommen, also weiterhin mit dem Homebutton zu verbinden, so ist es aber nicht gekommen. Kritik an der Positionierung hat Samsung aber ganz anders gekontert. Sie haben auf den Iris Scanner verwiesen und gesagt, man bräuchte den Fingerabdruck nicht mehr. Ich kann dieser Aussage nicht beipflichten, da ein Entsperren mittels sinnvoll platziertem Fingerabdruckleser einfach ohne jeglichen zusätzlichen Aufwand geschieht, muss aber trotzdem unterstreichen, dass der Iris Scan viel besser funktioniert als ich gedacht hätte!

 

Der Homebutton - Eindeutig eine Erwähnung wert.

Das Samsung Galaxy S besitzt seit der ersten Generation bereits einen physischen Homebutton welcher stets für viele Diskussionen sorgte, da er manche Leute stark an das iPhone erinnerte. Meiner Meinung hat auch Apple nicht den Homebutton erfunden, aber sei es drum. Wie viele wissen zog ab dem Galaxy S5 noch ein Fingerabdruckleser mit in den Homebutton ein und bildete somit für viele Nutzer den standardmäßigen Anlaufpunkt um ihr Gerät aufzuwecken.

 

Google empfiehlt schon lange den Umstieg auf On-Screen-Tasten und möchte eigentlich keine physischen Buttons auf der Vorderseite haben. Somit ist mehr Platz für das Display und je nach Anwendung können die Bedienelemente ausgeblendet werden und man hat mehr Fläche für die Anzeige zur Verfügung.

 

Beim S8 hat Samsung hier nun nachgezogen und den lange verteidigten physischen Homebutton abgeschafft und mit ins Display verlagert. Wie oben bereits erwähnt, wurde damit der Fingerabdruckleser auf die Rückseite verbannt.

 

Der Homebutton beim Samsung Galaxy S8 ist aber doch noch mehr ein Homebutton als bei vielen anderen Geräten. Dieser wird nämlich auch im Standby ständig auf dem Always-On-Display (AoD) eingeblendet. Es kann übrigens auch deaktiviert werden. Falls ihr euch Sorgen zum Thema Einbrennen und AMOLED macht, die Anzeige des AoD und der Homebutton bewegen sich alle paar Sekunden minimal hin und her damit eben nicht ständig die gleichen Pixel überbeansprucht werden.

 

Der wahre Clou des Homebutton ist jedoch, dass dieser eben immer einsatzbereit ist, indem ihr einfach etwas fester an dieser Stelle auf das Display drückt (benötigter Druck ist einstellbar). Dies funktioniert wunderbar, um das Gerät aus dem Standby zu wecken oder auch um eine Vollbild-Anwendung zu minimieren. Auch wenn der Homebutton nicht sichtbar ist unter einem Video, einfach unten in die Mitte drücken und der Homebutton löst wie gewohnt aus.

 

Einziger Nachteil an diesem Verfahren ist, dass eben nicht in einem ein Fingerabdruck zum Entsperren ausgewertet werden kann. Hier müssen wir wohl auf die nächste Generation hoffen.

 

Hardware - ausgewählte Spezialitäten

Ein paar Dinge, über die wir bisher noch nicht gesprochen haben:

  • IP68-Zertifizierung (Schutz bei dauerhaftem Untertauchen bei 1,5 m Wassertiefe für 30 Minuten und ausschließlich in klarem Wasser. Kein Schutz bei Salzwasser und anderen Flüssigkeiten, insbesondere Seifenlauge, Alkohol und/oder erhitzter Flüssigkeit. Der SIM-Karten-/Speicherkartenhalter muss stets vollständig mit dem Gerät abschließen, so dass durch ihn kein Wasser eindringen kann.)
  • microSD Karte möglich (bis zu 256 GB)
  • Abmessungen (HxBxT) 148,9 x 68,1 x 8 mm, Gewicht 152g
  • Maximale Display Auflösung 2960 x 1440 Pixel (Ist ab Werk auf FHD reduziert, kann in den Optionen geändert werden. Der reduzierte Wert spart natürlich Strom und ist mir nicht negativ aufgefallen. Die 2k Auflösung macht meiner Meinung nach nur bei VR-Anwendungen Sinn.)

 

Obligatorisch sei erwähnt, dass das Samsung Galaxy S8 natürlich mit der neuesten Prozessorgeneration und 4 GB Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Wie immer ist der Prozessor natürlich schneller und effizienter als die Generation davor, ihr kennt das schon. Das S8 hat genug Power unter der Haube, alles steht und fällt mit der Optimierung der Software und die kann bei jedem Update anders ausfallen.

 

Im Testzeitraum lief alles wie es zu erwarten war, nämlich meistens gut. Mir ist das S8 in vier Wochen einmal abgestürzt (eingefroren und automatischer Neustart ohne PIN-Eingabe) und ein anderes Mal kam die Kamera-App nur schleppend aus dem Standby.

 

Insgesamt ist die Erfahrung daher im Performance Bereich nicht so perfekt wie beim Google Pixel, aber wie gewohnt als Oberklasse zu verbuchen.

 

Bluetooth 5 - Ein Rätsel

 

Eine Besonderheit darf ich noch herauspicken, denn das ist Bluetooth 5. Das Samsung Galaxy S8 ist das erste Smartphone, das mit diesem Standard auf den Markt kommt. Und jetzt wollen manche sicherlich schon Abwinken, dass dies nichts bringt, da ihr kein BT 5 Zubehör habt, aber da gibt es eine gute Nachricht für euch. Einen BT 5 fähigen Sender (das S8) zu haben, bietet euch trotzdem Vorteile.

 

BT 5 hat ganz knapp gesagt mehr Reichweite und mehr Kapazität als die vorhergehenden Standards. Und das bedeutet ganz konkret, dass ihr auch mit eurem alten Zubehör eine höhere Reichweite genießen könnt.

 

Und die größere Bandbreite ermöglicht euch bisher ungeahnte Spielereien. Ihr könnt zum Beispiel dass S8 mit zwei Verschiedenen BT Lautsprechern koppeln und darauf parallel Musik abspielen. Diverse Tests haben ergeben, dass die Differenzen im Timing nicht mehr spürbar sind wenn ihr die Geräte ein paar Meter auseinander positioniert.

 

Solche Tricks waren natürlich bisher auch schon möglich wenn ihr zum Beispiel ein paar hundert Euro in Sonos Boxen investiert hattet. Jetzt könnt ihr das aber mit jedem beliebigen paar BT Lautsprecher machen.

 

Zudem kann das S8 sogar gezielt einen Stream auf eine BT Box spielen und ihr könnt trotzdem am Gerät selber noch ein Video mit Ton anschauen oder eine Sprachnachricht abhören. Wunderbar wenn man für ein paar Freunde die Musik anschmeißt und sein Handy totzdem parallel wie gewohnt nutzen möchte.

 

Was noch alles mit BT 5 möglich sein wird, werden wir dann im Laufe der nächsten Monate sehen. Mit dem S8 seid ihr hier definitiv an vorderster Front unterwegs.

 

EDIT: Was ich zu BT 5 geschrieben habe, scheint nicht die ganze Wahrheit zu sein. Anscheinend ist BT 5 noch gar nicht frei geschaltet. Welche Wunder da am Werk sind, bleibt fraglich. Bei mobiflip.de gibt es dazu einen interessanten Artikel.

 

Kamera - Hauptgrund für ein Premium Smartphone

Falls die Anschaffung eines Smartphones für euch aus technischer Sicht getrieben sein soll und es nicht um Statussymbole oder Markentreue geht, dann ist wohl die Kamera eindeutig das Kriterium was tatsächlich meistens noch in teuren Smartphones einfach besser abschneidet als in günstigeren Modellen.

 

Das Galaxy S7 hat seinerzeit ganz oben in jedem Kamera Ranking mitgespielt und setzte Maßstäbe bei der Autofokusgeschwindigkeit. Die Hauptkamera des S8 hat weiterhin die gleichen technischen Daten wie die des Vorgängermodelles (12 MP, Blende f/1,7).

 

Hieran sieht man meiner Meinung nach, dass man sich auf einem hohen Niveau bewegt und man nicht beliebig an diesen Zahlen schrauben kann. Die Bilder von letztem Jahr waren gut und sie sind jetzt “nur” minimal besser geworden durch ein paar Optimierungen unter der Haube.

 

Der bekannte DXOMARK Test führte zu durchschnittlichen 88 Punkten, welches das Samsung Galaxy S8 mit in die Top Riege der Smartphone Kameras schiebt, es allerdings nicht zum neuen König kürt, wie es in anderen Jahren für Samsung der Fall war.

 

Wer es technisch mag, der soll gerne obigen Test (auf englisch) lesen, ansonsten sei aus meiner Perspektive folgendes gesagt. Die Kamera liefert aus der Hüfte geschossen recht zuverlässig tolle Schnappschüsse und die meisten Fotos gelingen auf Anhieb ohne die Einstellungen anzufassen. Wer sich wirklich einen Eindruck machen will, der muss die Bilder auf einen Computer kopieren und da mit seinem 4k Display auf die Suche nach den Details gehen. Auf dem S8 selbst sehen die Bilder dank des farbstarken AMOLED Displays praktisch immer sehr gut aus.

 

Anbei noch ein paar Bilder in voller Qualität, in verschiedensten Lichtverhältnissen und Situationen, bei Google Fotos.

 

Und hier noch ein 4k Video, das hoffentlich zeigt wie der Autofokus im Video arbeitet. Ich habe aus einem fahrenden Auto heraus (natürlich nicht als Fahrer) bei regennasser Scheibe gefilmt und hierbei versucht den Fokus zwischen der Umgebung draußen und den Tropfen auf der Scheibe wechseln zu lassen.

 

Software

Das Samsung Galaxy S8 kam direkt mit Android 7 in den Handel, wie es sich gehört. Im Testzeitraum sind auch direkt noch zwei Updates auf meinem Gerät eingegangen, was bei Samsung nicht ungewöhnlich ist, da zwischen Produktion und Marktstart meistens recht schnell noch ein paar Bugfixes benötigt werden, die dann auch sehr zeitnah bedient werden.

 

Traditionell hatte Samsung mit ihren Anpassungen an Android einen relativ schlechten Ruf weg unter der Android Fanboys, obwohl es gleichzeitig natürlich das meistverbreitete Android Überhaupt ist, da Samsung mit Abstand den größten Marktanteil aller Hersteller hat.

 

Wie schon in vergangen Jahren hat Samsung aber recht stark auf den Markt gehört und sich darauf konzentriert die Software mit mehr sinnvollen als sinnfreien Ergänzungen zu versehen. Samsung setzt hier weiterhin darauf recht individuell zu sein (siehe alleine die On-Screen-Tasten), aber möglichst im Sinne des Benutzers zu handeln.

 

 

Ich möchte wirklich lobend erwähnen, dass man es geschafft hat teilweise wenige aber eben sinnvolle Entscheidungen für den einfachen Nutzer anzubieten. Als Beispiel soll hier der Launcher dienen, den viele von uns sicher aus Gewohnheit ersetzen, aber weitaus größere Teil der Nutzer wird gar nicht wissen, dass man es ersetzen kann. Umso besser ist es wenn man somit direkt in der Standard-Software Optionen zur Anzahl der Homescreen Icons hat. DIes setzt sich sogar weiter fort, in dem ihr in den Quick-Settings in der Benachrichtigungsleiste auch auswählen könnt, ob mehr oder weniger Schaltflächen angezeigt werden und ob der Helligkeitsregler weiter unten oder ganz oben gezeigt wird.

 

Auch im Systemmenü setzt sich eine gute Gliederung fort, welche von einer sauber funktionierenden Suche begleitet wird. Ein Feature was heute nicht mehr fehlen darf, dafür gibt es einfach zu viele Optionen.

 

Als angenehmen Kniff habe ich es empfunden, dass am Ende von jedem Menü noch Verlinkungen zu ähnlichen Menüpunkten auftauchen. Somit findet jemand, der sein Settings Menü nicht auswendig kennt, vielleicht schneller sein Ziel. Denn schließlich haben wir alle besseres zu tun als stundenlang durch die Menüs zu scrollen auf der Suche nach diesem einem Punkt, wo wir uns doch sicher sind, dass wir ihn schon mal irgendwo gesehen hatten.

 

Vorinstallierten kommen diverse Samsung und Microsoft Apps daher die ihr aber auch deinstallieren oder immerhin deaktivieren könnt. Samsung setzt hier auch weiterhin auf einen eigenen E-Mail Clienten und einem eigenen Internet Browser. Man kann ihnen aber auch hier zugute halten, dass zum Beispiel der Internet Browser auch einen großen Funktionsumfang hat (Fingerprint Log-In, Ad-Block usw) und zudem diese Apps auch über den App Store updates erhalten.

 

Wer sich übrigens Sorgen darum macht, dass er für sein Samsung Galaxy S8 nicht lange mit Updates versorgt wird, dem kann ich natürlich keine Garantien anbieten, möchte aber erwähnen, dass mein Samsung Galaxy Note 4 aus dem Jahre 2014 sowohl im April als auch im Mai 2017 sein Sicherheitsupdate erhalten hat.

 

Bixby - dead on arrival

Samsung kann es einfach nicht lassen, man will jede mögliche App selbst entwickeln und nimmt nicht die Angebote anderer Hersteller. Der Google Assistent ist zwar auf dem S8 auch ab Werk aktiviert aber zusätzlich kommt der neue Bixby Assistent. Für Bixby gibt es sogar eine eigene Taste am S8 welche nur diesen einen Zweck hat und nicht anders genutzt werden kann.

 

Den ersten Rückschlag zum Thema Bixby gab es schon bei Vorstellung, als man eingestehen musste, dass die Entwicklung und Lokalisierung hier noch lange nicht abgeschlossen ist. In der Praxis bedeutet dies, dass die Sprachversion des Assistenten bisher nur auf koreanisch verfügbar ist und für uns in Europa also vorerst die textbasierte Variante reichen muss.

 

Im Prinzip findet sich neben eurem Homescreen ein Google Now Clon, der im bekannten Karten Interface versucht relevante Informationen anzubieten. Dies können Karten aus eurem Kalender, Wecker, Up Day (Samsung eigenes Newsportal) oder Werbung für Samsung Themes sein. Für mich persönlich war hier nie etwas dabei warum ich Bixby gegenüber Google Now bevorzugen würde.

 

Es ist jetzt nicht unbedingt schlecht, aber wenn ich später an den Markt komme, dann müsste ich wohl einen Mehrwert bieten um alte Nutzer abzuholen.

 

Als weiteres Feteaure gibt es in der Kamera dann noch die prominent platzierte Anwendung Bixby Vision. Hierbei sollen auf Bildern direkt Objekte erkannt und verarbeitet werden. Hierbei werden beispielsweise ähnlich der Google Bildersuche einfach optisch ähnliche Fotos gesucht oder auch zu einer Flasche Wein weitere Informationen geladen. Bei Produkten wird auch versucht, diese direkt zum Beispiel bei Amazon zu finden.

 

Das Ganze Projekt hörte sich auf der Pressekonferenz ganz nett an, funktionierte bei mir in der Praxis nur mäßig bis schlecht und ich bin nicht ein einziges Mal zu einem für mich spannenden “Oha-Effekt” gekommen.

 

Ich hoffe jetzt einfach das die Version von Google, welche bei der letzten Google I/O gezeigt wurde, all diese Features in höherer Qualität über den Google Assistent verfügbar macht.

 

Meiner Meinung nach wird Bixby zwar noch ein paar Jahre am Markt bleiben, da Samsung hiermit auch seine Kühlschränke und ähnliche Produkte versorgen will, aber für mich ist es einfach uninteressant. Und wer will schon nachher daran gebunden sein, dass all diese Sachen nur mit Produkten eines Herstellers funktionieren?

Zubehör - Adapter, Adapter und AKG Headphones

Beim Zubehör hat man ordentlich geliefert, denn es gibt neben dem obligatorischen Papierkram und dem Tool für das öffnen der Kartenschublade (nano SIM und micro SD) noch ein Fast-Charge Netzteil, ein USB-A zu USB-C Kabel, einen USB-A zu USB-C Adapter, einen microUSB (B) zu USB-C Adapter und ein paar In-Ear Kopfhörer von AKG mit stoffummanteltem Kabel.

 

Die Serie von Adaptern ist weiterhin dem Umbruch vom altbekannten micro USB zum neuen USB-C Standard geschuldet. Viele Hersteller legen diese Adapter aktuell bei, damit man sein altes Zubehör nicht direkt komplett ersetzen muss. Eine nette Geste, die die Hersteller nicht vollziehen müssten.

 

Der Adapter für den großen (normalen) USB Anschluss ist für Smart Switch gedacht, eine Software die euch dabei hilft die Daten von eurem alten Smartphone auf das neue zu Übertragen. Ich habe diese Funktion nicht genutzt, hier darf gerne jemand anders in Zukunft berichten.

 

Dasselbe gilt für die AKG-Kopfhörer, die ich auch nicht ausgepackt habe. Ich benutzte stets nur meine eigenen Kopfhörer, somit kann ein anderer Tester nach mir noch Spaß an den dann garantiert sauberen Kopfhörern haben. Ich bin nicht gerade audiophil und daher ist meine Urteil hierzu nicht viel Wert. Ein paar Infos zu den Kopfhörern kann ich aber noch liefern. Samsung hat in jüngerer Vergangenheit die Firma Harman gekauft welche unter anderem die Marken JBL, Harman Kardon und eben auch AKG besitzen. Samsung sagte bei der Vorstellung des Galaxy S8, dass die mitgelieferten Kopfhörer im Einzelverkauf sicher einen Wert von über 100 Euro hätten. Dass lässt sich allerdings auch leicht behaupten, wenn man die Marke selbst besitzt und nicht verrät, welche Technik darin stecken soll.

 

Wie gesagt, ich habe sie nicht getestet, würde mich von den hohen Versprechungen über mitgelieferte Kopfhörer aber nicht blenden lassen, sondern dann doch lieber selbst in Kopfhörer investieren, wenn mir dies wichtig ist.

 

Fazit

Performance und eine gute Kamera werdet ihr auch bei anderen Geräten finden, vielleicht auch zu einem besseren Preis, wobei man immer den Preisverfall und die aktuelle Angebotslage bei Samsung beachten muss. Beim o2 15 Jahre Special bekommt ihr z.B. ein S8 auch schon für rechnerisch 600€ im Vertrag mitfinanziert statt der 799€ UVP.

 

Was ihr meiner Meinung nach aber momentan bei keinem anderen Gerät bekommt sind “look & feel” vom Samsung Galaxy S8. Ich bin vom S8 weggewechselt und trauere wirklich am meisten der schlanken Form bei doch so großem Display hinterher, hier hat Samsung wirklich erstklassig geliefert!

 

Ich kann nur jedem empfehlen, sich hier im Forum auch für ein S8 als Testgerät zu bewerben.

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