Kreative Workflows: Bilder und Videos bearbeiten

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32 Antworten

Benutzerebene 7
Auf der WWDC 2019 stellte Apple eine neue Möglichkeit vor, wie man dank Sidecar den Bildschirminhalt vom iMac auf ein iPad überträgt. Und inspiriert durch den Artikel von t3n:

"Mit macOS 10.15 Catalina hat Apple jetzt eine eigene kabellose Lösung parat, die der Konzern Sidecar nennt. Die Funktion macht es damit etwa möglich, den Pencil in der macOS-Photoshop-Version auf dem iPad zu verwenden."

wollte ich einfach mal eine weitere Sache vorstellen, wie man kreativ mit Photoshop arbeiten kann. Viel Spaß beim Nachmachen und vielleicht veröffentlichen eurer Werke? ;)



Wofür man das benutzen könnte ...

Benutzerebene 7
Das Zusatzprogramm Camera RAW in Photoshop bekam Mitte Mai 2019 ein Update mit vielen weiteren, nützlichen Funktionen. Eine dieser Neuerung möchte ich in diesem Video vorstellen.

Benutzerebene 7
Mit Photoshop Express liefert Adobe eine solide mobile Alternative zu Lightroom und einigen Funktionen aus Photoshop CC. Der Sin City Effekt ist wohl einer der Beliebtesten.
Und wie dieser ganz leicht nachzumachen geht, zeige ich im folgenden Video:

Benutzerebene 7
@FanolParadise echt klasse Beitrag hier im Forum 💪🏼
Benutzerebene 7
@zeit_frei_fotografie Vielen Dank! 🙂
Benutzerebene 7

Beim Durchstreifen meines Bücherregal’s habe ich mein altes Typografiebuch aus der Schulzeit wiedergefunden und war von einem Thema total angetan: die zehn häufigsten Typografie-Fehler.

Weil das Thema meiner Meinung nach sehr spannend ist und jeder, der mindestens mit Photoshop arbeitet auch diese Sachen wissen sollte, dachte ich mir, dass diese hier bestimmt auch Platz finden. Somit präsentiere ich euch den Fehler Nummer 1:

Schriftarten sind sehr vielfältig und in verschiedenen Zeitepochen entstanden, welche später zur Zeit der Digitalisierung mit übernommen wurden. Und je nachdem, in welchem Jahrhundert man sich befand, wurden dem Trend entsprechend ganz eigene Schriften entwickelt.

Wer ein Bild im Stile der 60-er Jahre gestaltet und einen Titeltext hinzufügen möchte, wird sich höchstwahrscheinlich nicht um Schriften bemühen, die in den 2000-ern entstanden sind, sondern um 1960. Denn so treffen Bild- und Schriftstil aufeinander, welche ein harmonisches Duo bilden.

Aber kommen wir erstmal zu einem Negativbeispiel:

Warum ist das Bild ein Negativbeispiel? Die Strukturierung ist gut: es gibt eine klare Hierarchie von groß nach klein, Weißräume schaffen Ruhe, das Auge ist nicht überlastet und die Elemente wurden zusammenhängend publiziert. Dennoch wird man sicherlich nicht ganz warm mit dem Bild und das liegt eindeutig an der Schrift.

Aber wieso ist das eigentlich so ein großes Problem? Wieso wirken die Buchstaben untereinander so abstoßend? Das lässt sich am nächsten Bild genauer erklären:

Jedes Zeichen (Buchstabe, Ziffer, Sonderzeichen...) hat eine eigene Laufweite.Diese ist bei jeder Schriftart verschieden, selbst wenn sich die Stile ähneln. Darum kann sich kein einheitliches Bild entwickeln. Natürlich spielen auch andere Faktoren mit hinein, wie die Buchstabendicke, Zeichenabstand etc., jedoch wird man im Normalfall bei zwei verschiedenen Buchstaben nie automatisch die selben Eigenschaften erzielen. Deshalb ist die richtige Wahl von zum Beispiel einer serifenlosen Schrift auch so wichtig: es wirkt nicht stimmig, wenn drei oder mehr serifenlose Schriftarten in einem Bild aufeinander treffen.

Daher habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, wie man das Problem beheben kann:

  • Maximal 2-3 verschiedene Schriftarten verwenden: sicherlich kommt es auf das Medium drauf an. Bei Zeitungen können sicherlich auch mehr Schriftarten in einer Broschüre als Deckblätter genutzt werden, und je nach Thema auch andere Schriftarten einsetzen. Im Normalfall sollte man sich jedoch auf 2-3 Schriftarten beschränken. Worauf hier zu achten ist, beschreibe ich in den nächsten Punkten…
  • Gehört eher mittelmäßig mit rein, ist jedoch auch wichtig: als Schriftschnitt bezeichnet man zum Beispiel Bold (“Fett”) oder Italic (“Kursiv”). Manchmal setzt fette Schrift gute Akzente, jedoch sollte Regular (“Normal”) der Standard sein.
  • Ein guter Mix aus verschiedenen Schriftstilen kann eine Textpassage optisch echt aufwerten. Ich habe ja im ersten Punkt gesagt: höchstens drei verschiedene Schriftarten. Jedoch wirkt es nicht durchdacht, wenn drei serifenlose Schriftarten genutzt werden. Ein guter Mix beinhaltet eine Sans Serif oder Mono Schriftart, Serifen oder Egyptienne und Skript, Fraktur, Hand oder Dekorative Schrift. Diese drei Gruppen haben jeweils einen klaren Unterschied: Sans Serif und Mono wirken geradlinig ohne Spielerei, Serifen und Egyptienne sorgen besonders im Fließtext für eine erhöhte Lesbarkeit und zum Schluss sorgen Skript, Fraktur, Hand und die Dekorative Schrift für einen eher künstlerischen Effekt. Die Frage, die man sich also stellen muss lautet nicht, ob es falsch ist, die Schriftart zu wechseln sondern ab wann welche Schriftart Sinn macht? Und dann heißt es: Konsistenz bewahren. Denn diese drei Schriftarten ziehen sich nun ab sofort durch das gesamte Projekt. Es wirkt einheitlich (auch über verschiedene Ausgaben hinweg) und sorgt für ein stimmiges Ergebnis. Daher ist die Wahl der eigenen Hausschrift auch so wichtig: ein späteres Wechseln ist so schnell nicht mehr möglich.
  • Die Schriftcharakteristik bezeichnet verschieden Zeicheneigenschaften. Ich erzähle sicherlich niemanden was neues wenn ich sage, dass manche Buchstaben von Haus aus dickere Linien besitzen als andere oder die Buchstabenbreite geringfügig variiert. Und genau das ist ausschlaggebend für den letzten Punkt: geringfügige Unterschiede sind nicht schlimm, jedoch sollten die Charakteristiken in jedem Fall erhalten bleiben.

Unter Berücksichtigung der Punkte möchte ich nun erstmal mein Bild präsentieren, wie dieses mit gerade mal zwei Schriftarten ein besseres Ergebnis erzielt:

Die Überschrift wurde erstellt mit Myriad Pro. Serifenlose Schriften haben die Eigenschaft, keine so hohe Lesbarkeit zu haben wie eine Serifenschrift, jedoch ist diese als Schmuckschrift ebenso benutzbar. Sie wirkt sauber klar, muss durch den Betrachter nicht entziffert werden und gibt die Struktur für das Bild vor. Die Teilüberschrift, der Fließtext und die Bildbeschreibung sind allesamt in Adobe Garamond Pro entstanden: einer, wie ich finde, wunderbaren Serifenschrift. Die Kombination Teilüberschrift und Fließtext wirkt stimmig, was eine gewisse Verbundenheit ausdrückt. Zusätzlich ergänzt das Bild den Text und der Text das Bild. Es gibt eine gewisse Harmonie untereinander. Keine Spannung, kein Knistern oder Unruhe. Und genau das wollen wir mit so einem Bild erzeugen: ruhiges Lesen dank optimaler Typographie.

Mein Bild hat nur ein Problem: der Fließtext und das Bild wirken wie eine Art Blockprinzip. Das heißt: sind zu viele rechteckige Elemente auf einem Bild, kann es schnell statisch und langweilig wirken. Bei einigen Bildern ist es gut, bei einigen schlecht. Um dem ein wenig entgegen zu wirken habe ich das Bild in den rechten Anschnitt geschoben - so scheint es weniger deplatziert, sondern gewollt gesetzt. Nachteil ist, dass die weiße Fläche wie ein “C” aussieht. Darum kann es Sinn machen, einfach mal das Bild als Hintergrund zu verwenden und den Text entsprechend daran auszurichten:

Was einem besser gefällt, muss man selbst entscheiden. Jedoch sorge ich durch den subtilen Einsatz von Schriftarten, einer klaren Hierarchie und durchdachten Strukturierung für ein stimmiges Endergebnis. Und das ist es doch gerade, worauf es ankommt… nicht wahr?

Benutzerebene 6

@o2_Tatjana hab ihn auch so gefunden 🙂 Sehr cool, hier werde ich mich dann mal in aller Ruhe durchlesen. Photoshop war bisher immer etwas unerreichbar für mich (Kosten und Zeit für die Einarbeitung), aber irgendwann kommt das noch :)

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