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Testbericht

Ist Nichts besser? Das Nothing Phone (3)!

  • March 2, 2026
  • 2 Antworten
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Liebe Community.

Ein komisches Design? Asymmetrie? Etwas „Besonderes“?

Dafür steht Nothing mit dem Nothing Phone (3). 

Die ersten Meinungen zum Design waren… Gemischt. Um es liebevoll auszudrücken. Und auch Ich wurde ursprünglich nicht von dem Design überzeugt,

Nach aber nun ca. Einem Monat des Testens kann ich das nicht mehr bestätigen. Warum ich nun doch überzeugt bin, lässt sich in meinem Bericht lesen. Viel Spaß!

 

 

Erster Eindruck

 

Das Nothing kommt mit einem einzelnen Ladekabel und einem SIM-Ejector. Im Gegensatz zum günstigeren 3A ist dieses teil-transparent, wie auch schon beim Phone (2). Meinen Bericht dazu findet man übrigens hier.

Des Weiteren ist die OVP quadratisch. Sowas habe ich das letzte mal bei einem Microsoft Lumia gesehen - gefällt mir!

Ein Silikon-Case ist auch dabei.

Bild Ladekabel 

Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, ist aber auch ziemlich sperrig. Mir persönlich ist es eine Nummer zu groß, das ist aber Geschmackssache. Es fühlt sich äußerst hochwertig an, nur in Bezug auf die Haptik aber nicht wirklich besonders. Eher wie so ziemlich jedes andere heutige Smartphone mit Alu-Rahmen und Glas-Rückseite, was aber nicht unbedingt ein Kritikpunkt ist. 

Was aber mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist die „Glyph-Matrix“. Das ist quasi die konsequente Weiterentwicklung der normalen Glyphs, wie man sie bei den älteren Generationen kennt. Dazu gleich mehr.

Wie das heute so üblich ist, war die Einrichtung sehr simpel.

 

Design und Display

 

Carl Pei, der Gründer und CEO von Nothing, hat mal gesagt, er würde seine Smartphone-Displays extra groß bauen lassen, um besonders in Ländern, wo das Smartphone als einziges Instrument für den Medienkonsum gilt, extra gut lesbar zu machen. Ich persönlich finde es dennoch etwas schade, dass es keine kleinere Version gibt und fände zum Beispiel den Weg von Google mit einem Pro und einem Pro XL toll.

Wie gerade schon erwähnt, ist das Gerät äußerst hochwertig gebaut und sieht entsprechend aus.

Aber diese eine Kamera… Sie ist - schief? Tatsächlich. Und das ist auch das Merkmal, das den meisten als aller erstes auffiel. Darauf folgte entweder „Wow, das sieht ja toll aus!“ oder „Was ist das denn?“. Ich durfte beides erstaunlich oft vernehmen. Auch wenn ich mich anfangs auch Letzterer Gruppe anschloss, habe ich meine Meinung schnell ins Positive verändert. Ich habe mich schon des öfteren in das Design von Nothing verliebt und hier war es nicht anders. Ich liebe dieses Level an Details das die Firma in das Handy eingebaut hat. Je länger man sich die Rückseite ansieht, desto mehr findet man. Dieses Jahr ist keine prominente Spule für das Wireless-Charging, wie etwa beim 2er, sichtbar. Man setzt stattdessen auf diverse Formen auf der Rückseite. Kreise, Vierecke, Ovale, Dreiecke, es wirkt alles etwas zusammengewürfelt, aber dennoch wirkt es als hätte sich jemand Gedanken gemacht.

Das Phone (3) hat einen ganz eigenen Charakter, was man heutzutage über kaum ein anderes Gerät sagen kann.

Das Display darf aber natürlich nicht vorweg gelassen werden. Man bekommt ein sehr helles (anscheinend 4500 Nits/Peak) Display mit einer Bildwiederholrate von 120 hZ und dünne Ränder. Es gibt also soweit nichts zu meckern, bis auf den Fingerabdrucksensor. Dieser ist nämlich lediglich optisch und, soweit ich feststellen konnte, derselbe wie im (3a). Dieser ist zwar ziemlich flink, mit nassen oder leicht verschwitzten Fingern hat man aber seine Schwierigkeiten. Außerdem ist er mir etwas zu niedrig platziert.

An der Seite des Geräts sind vier Knöpfe. Auf der einen Seite sind die Lauter-/Leiser Tasten und auf der anderen der Power-Button und ein „Essential-Key“, dazu sofort mehr.

Auf der Rückseite ist eine Art Knopf, das ist aber eher sowas wie beispielsweise beim iPhone 8. Also lediglich ein Touch-Sensibler Bereich, welcher durch Vibrationen Feedback gibt. Dieser ist zum Bedienen der Glyph-Matrix notwendig.

Viele kleine Details auf der Rückseite des Phones.

 

 

Software

 

Die Software des Nichts-Handys basiert aktuell auf Android 16. Es gibt anscheinend Fünf Jahre OS und Sieben Jahre Sicherheitsupdates. Das ist, wie ich finde, sehr gut. Klar könnte man hier noch ein wenig mehr rausquetschen, aber die meisten von uns nutzen ihr Smartphone doch sowieso keine Sieben Jahre.

Das Design von Nothing OS 4.0 ähnelt dem der normalen Pixel-Software sehr. Allerdings bekommt man viele nützliche Ergänzungen. Zum Beispiel das schnelle Ändern einer App zu einem Pop-Up Fenster. Oder auch die vielen wunderschön gestalteten Widgets und die monochromen App-Icons. Außerdem ist das Design ziemlich einheitlich gehalten, zumindest in den System-Apps.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist, wie wenig ablenkend die Software gestaltet ist. Die Apps kommen einfach auf den Punkt und es gibt keine Werbung. Die Wetter-App beispielsweise ist unglaublich simpel, aber dennoch schön und detailreich gehalten.

Es gibt jetzt auch den „Essential-Space“. Dort werden alle Bilder und Audios, welche vorher mit dem Essential-Key registriert wurden, gespeichert und von der KI kategorisiert. Das Ganze brauchte etwas Eingewöhnungszeit, zum Ende hin habe ich es aber doch öfter genutzt, als erwartet. Er soll theoretisch die ToDo-Liste ersetzen, das hat aber nur semi-gut funktioniert, da die Benachrichtigungen zu den gesetzten Terminen entweder verspätet oder gar nicht eintrafen. 

Viele sagen außerdem, man würde ihn oft aus Versehen drücken. Das ist mir nie passiert. Ansonsten aber eine tolle Idee!

 

Akku

 

Der Akku wird mit 65W geladen, das ist ein guter Kompromiss! 

Ich konnte eine Maximalgeschwindigkeit von 60 W an einem Anker 200W Ladegerät messen.

Kabelloses Laden geht selbstverständlich auch, aber ohne MagSafe und auch nur mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit von 15W.

Der Akku ist durchaus gut! Man nutzt zum Glück Silizium-Kohlenstoff-Akkus, damit ist man den meisten westlichen Konzernen schonmal voraus. Dennoch ist die Kapazität nicht atemberaubend. 5.150mAh, das sind nur knapp 100 mAh mehr als beim Pixel, welches noch die „alte“ Akkutechnologie nutzt.

Die Software-Optimierung ist ziemlich gut, wodurch man auf bis zu 6h Display Nutzung kommt, was ca. zwei Tagen entspricht. Bei viel Surfen in mobilen Netzwerken leidet die Akkulaufzeit aber stark.

Selbiges gilt bei rechenintensives Aufgaben: nicht nur wird es dort schnell sehr warm, sondern auch sinkt die Akkuladung schnell.

Ich würde sie also auf ein Level mit aktuellen Pixel XLs setzen. Es wäre definitiv noch mehr gegangen, aber es reicht allemal.

Der Empfang des Gerätes ist übrigens überdurchschnittlich gut.

 

 

Glyph-Matrix und Co.

 

Die Glyph-Matrix ist natürlich der Hingucker des Smartphones. Es gibt vom Werk aus eine ausreichende Anzahl an Features, wie etwa eine simple Uhr, Kamera Vorschau und eine Stoppuhr. Die ersten beiden Features habe ich oft genutzt, die Stoppuhr fand ich eher unpraktisch. Flaschendrehen und ein paar weitere Spielereien gibt es auch noch, die sind aber eher unnütz. 

Es gibt noch eine beachtliche Menge an Drittanbieter-Apps, welche ebenfalls kleine Widgets für die Matrix anbieten, diese kosten aber oft etwas.

Ich persönlich fände eine simple Watt-Anzeige beim Laden noch ganz nett, viel mehr hätte ich mir aber auch nicht gewünscht.

Was ich aber oft genutzt habe ist die kleine Anzeige bei bestimmten Benachrichtigungen. So kann man sich zum Beispiel bei manchen Kontakten ein Herz oder ein anderes Icon hinten anzeigen lassen. Das ist eine tolle Weiterentwicklung zu den „Essential-Notifications", die ich bei alten Nothing Phones schon lobte.

Was ich auch sehr praktisch fand, ist der Timer beim Fotografieren mit Selbstauslöser. Dort wurde hinten groß von 10 oder 3 runter gezählt, sodass man genau weiß, wann das Foto geschossen wird.

489 einzelne LEDs. Ich habe nicht gezählt :)

 

Performance

 

Im Gerät steckt ein Snapdragon 8S Gen 4. Das ist eher schade. Zwar ist er definitiv besser als der alte 8+ Gen 1, ist aber eigentlich für die obere Mittelklasse ausgelegt und ungefähr auf dem Niveau eines 8 Gen 3.

Zumindest ein 8 Elite oder ein 8 Gen 5 wäre toll. Das wäre denke ich bei einer UVP von 799-899€ auch drinnen gewesen, besonders da der 8S Gen 4 auch in <300€ Handys verbaut ist.

Nichts desto trotz ist die Leistung im Alltag tadellos. Apps öffnen schnell und bleiben dank mindestens 12GB RAM auch lange im Hintergrund offen. Fast alle Spiele lassen sich in maximalen Einstellungen spielen, man merkt nach einigen Minuten aber Leistungseinbußen. 

Man bekommt also zwar nicht die erhoffte Flaggschiff-Performance, kommt aber zumindest nah dran. 

Die folgenden Benchmark-Werte konnte ich bekommen:

Geekbench 6

 

Kamera

 

Hier hat sich einiges im Vergleich zum Vorgänger getan! Man bekommt jetzt endlich die von mir erhoffte Tele-Linse und diese ist sogar echt gut! 

Alle drei Linsen lösen mit 50MP auf.

Die Bilder haben sehr schöne und natürliche Farben, sind aber teilweise zu kontrastreich. Das gefällt mir aber persönlich meist, da sie dadurch sehr lebhaft wirken.

Man kann mit allen drei Brennweiten mehr als brauchbare Fotos erschaffen.

Die Dynamik ist groß und auch ohne im 50 MP-Modus zu fotografieren, bekommt man äußerst detailreiche und scharfe Ergebnisse. Lediglich die UW-Linse enttäuscht, zumindest bei schlechten Lichtbedingungen.

Die Videos sehen gut aus und werden gut stabilisiert. Zwei ziemlich große Kritikpunkte habe ich aber.

Zunächst kann man während des Filmens mit 4K60 nicht zwischen den Linsen wechseln. Das macht wenig Sinn, da man mit den einzelnen Linsen sehr wohl in 4K60 filmen kann.

Des Weiteren sind leider keine LOG-Aufnahmen möglich.

Zudem ist mir aufgefallen, dass die Kameravorschau qualitativ deutlich hinter dem fertigen Foto hinkt. Eine gewisse Nachbearbeitung ist zwar normal, doch der Qualitätsunterschied in der Live-Ansicht wirkt unverhältnismäßig groß.

Die Hauptkamera ist mit 1/1.3“ ziemlich groß und mit F/1.68 auch noch ziemlich lichtstark. Die Tele- und Ultraweitwinkel-Linse sind um einiges kleiner und weniger lichtstark mit F/2.7 (Tele); F/2.2(UW) und 1/2.76“ (Beide).

Was ich persönlich etwas merkwürdig finde ist, dass das etwa halb so teure Nothing (3a) Pro eine lichtstärkere und größere Tele-Linse verbaut (F/2.55 und 1/1.95“).

 

Ich habe mir extra ein Nothing 3a Pro beschafft, um die beiden Geräte zu vergleichen. Die Bilder sind erstaunlich ähnlich. Insgesamt hat das Nothing Phone (3) natürlich etwas besser abgeschnitten, wobei das 3a Pro besonders bei schlechtem Licht mit der Tele-Linse besser überzeugen konnte.

Makro-Bilder sind dem 3er besser gelungen, auch wenn es hier ebenfalls hin und wieder Ausreißer gab. Abgesehen von der UW-Linse nehmen sich die beiden also wenig.

Die Vergleichsbilder kann ich gerne Nachreichen, gerne auch per PN :D

 

Hier also nun meine Testbilder mit dem Phone (3):

Nahaufnahme Kirchturm 
Nahaufnahme Dachgiebel
Gelber Sportwagen am Straßenrand
Nahaufnahme Kaninchen im Stall
seitliche Nahaufnahme Kaninchen
Nahaufnahme Blume mit Schnee 
Bild Kirchturm
Bild Sonnenuntergang mit See im Fordergrund
Bild Kirchturm
Nahaufnahme Schneebeerenpflanze
Nahaufnahme Kaninchen im Freigehege
Nahaufnahme Blumen Blüte 
Rückseite Nothing Phone 3
Nahaufnahme blaue Blume
Nahaufnahme gelbe Osterglocke
Hier spielt definitiv die KI mit. Sieht aber gut aus!
Es gibt auch schöne Filter :)

Weitere Bilder:

Bild Spielkarten auf Tisch
Nahaufnahme Schneeglöckchen
Nahaufnahem Krokos lila und gelb
Nahaufnahme Tannenzweig
Nahaufnahme Schneeglöckchen im Schnee
Bild Gebäudedach

 

 

 

Fazit

 

Pro

-Wunderschönes Design 

-Durchdachte Design-Elemente in Hard- und Software

-Umfangreiche Kamera

-Haupt- und Telelinse überzeugen bei den meisten Lichtbedingungen

-Gute Stabilisierung bei Videos

-Sehr gute Performance 

-Schnelles Laden

-Gute Akkulaufzeit

-Gute Lautsprecher

-Praktisches LED-Display auf der Rückseite

-Sehr flüssige Bedienung

-Mit Case im Lieferumfang

 

Contra

-Kein LOG-Video und kein Linsenwechsel bei 4K60

-Essential-Space wirkt nicht ganz reif

-Fingerabdrucksensor zu tief und optisch

-Schlechterer Telesensor als beim 3a Pro

-Zu hoher Preis

-Ziemlich groß

 

Das Nothing Phone (3) hat mich echt überrascht! Auch wenn ich anfangs, besonders durch einige negative Erfahrungsberichte, eher niedrige Erwartungen hatte, bin ich nun echt überzeugt!

Ich finde, Nothing hat mit diesem Gerät mal wieder ein tadelloses Gesamtpaket aufgestellt, das mich in nahezu allen Kategorien weitestgehend überzeugen durfte.

Ein umfangreiches Kamera-System, mit welchem man tolle Aufnahmen zaubern kann, eine wunderschöne Software und mindestens genauso schöne Hardware.

Nur der ursprünglich verlangte Preis von mindestens 799€ ist mir zu hoch.

Wer also wenig Wert auf die Glyph-Matrix oder die bessere Performance setzt, der ist mindestens genauso gut mit dem Phone (3a) Pro aufgehoben. 

Wem aber genau diese beiden Punkte und das nochmal etwas verspieltere Design wichtig ist, der ist hier genau richtig und wird auch in den nächsten Jahren noch Spaß mit dem Gerät haben.

 

Ich hoffe, der Testbericht hat euch gefallen! 

Ich bin natürlich jederzeit offen für Feedback und Verbesserungsvorschläge.

 

Beste Grüße,

Zeno!

2 Antworten

o2_Dennis
  • Moderator
  • March 3, 2026

@zNeo, danke für deinen Testbericht. 🙂

Ich persönlich finde es dennoch etwas schade, dass es keine kleinere Version gibt und fände zum Beispiel den Weg von Google mit einem Pro und einem Pro XL toll.

Da bin ich voll bei dir. Finde diese Lösung auch sehr angenehm. Bin nämlich auch kein Freund von riesigen Smartphones, was aber in der Vergangenheit immer mal wieder dazu geführt hat, dass man dann eben nur Hardware bekommt, die stark abgespeckt ist. Klar, aufgrund der Größe lässt sich das zum Beispiel beim Akku aktuell kaum anders regeln. Aber da stimmt dann zumindest die Verhältnismäßigkeit.

Die Pixelanzeige des Akkustands hat was. 🙂 Dass es dafür sogar noch zusätzliche Apps gibt, war mir so auch noch gar nicht klar. Viele neue Eindrücke für mich. 🙂

 


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  • Autor
  • Stammgast
  • March 4, 2026

Danke dir für das Feedback!

Ich persönlich nutze aktuell ein X200 Pro von Vivo. Da gibt es zwar eine Mini-Variante, die ist aber China-only und hat Probleme wie einen schlechten Fingerabdrucksensor und weniger ausgereifte Kamera. Der Akku ist aber sogar größer.

Ich finde das leider immer etwas schade, da ich denke dass es immer noch eine sehr große Zielgruppe für kleine Smartphones gibt, die aber von so gut wie niemanden angegangen wird.

Flips sind aber mMn noch ein guter Kompromiss.