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Testbericht

Foxess Avocado 22 Pro - Warum sich mein Stromzähler manchmal auch rückwärts dreht

  • May 12, 2026
  • 8 Antworten
  • 104 Aufrufe

Tom_
Legende
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Ich denke es wird kein üblicher Testbericht, ich berichte nicht nur über den “Avocado 22 Pro” Batteriespeicher selbst, sondern auch generell über Balkonkraftwerke und Steckersolar. Ich schreibe hier auch über eigene Fehler, Fallstricke und Probleme. 

 

Einleitung

Ich habe mir im Januar 2026, bei einen großen Solarhändler ein Steckersolargerät gekauft. Es war ein Set, welches aus dem Batteriespeicher "Avocado 22 Pro", vier Solarmodule mit je 500Wp (Aiko Neostar 2s+), Kabel mit MC4 Stecker (um die Module mit den Batteriespeicher zu verbinden) bestand. Ich hatte mich vorher schon ein wenig mit den Thema befasst, und ich fand Preis / Leistung bei dem Set schon attraktiv. Mein Nachbar hat für seine PV Anlage vom Fachmann, weit über 30.000 Euro ausgeben. (für 10kwp)  Mein Ziel war, eine etwas kleinere Anlage selbst zu bauen, die deutlich günstiger ist. 

Als ich mir das Paket bestellt habe, wusste ich noch nicht, wo ich den Batteriespeicher hinstelle, und wo ich die Solarmodule montiere. Falls jemand ein ähnliches Projekt plant, würde ich euch den dringenden Rat mitgeben, vor dem Kauf, zu schauen, ob das für die Solarpanels und für den Wechselrichter/Batteriespeicher, einen guten Aufstellungsort habt.

 

Die Montage

Wie oben schon erwähnt, habe ich das Set im Januar gekauft. Nach langen hin und her, habe ich mich darauf festgelegt, die Solarpanels auf das Dach zu montieren, welches fast “perfekte” Südausrichtung hat. Es dauerte allerdings dann noch bis April, bis ich die Anlage fertig in Betrieb nehmen konnte. Das sah dann so aus:

die schön schwarze Fläche der Module, ist bereits “etwas” durch Blütenstaub und Saharasand bedeckt. (große Leistungseinbrüche habe ich davon allerdings nicht)

Als Unterkonstruktion habe ich ein Schienensystem im “Querverbund” gewählt. (das bedeutet in meinen Fall, zwei durchgehende Schienen, montiert auf Dachhaken, und dann noch jeweils acht Querschienen, auf denen die Solarpanels geklemmt sind. Der Querverbund wäre nicht notwendig gewesen, wenn ich mich vorher über den zulässigen Klemmbereich der Module informiert hätte. (es gibt Module, welche auch auf der kurzen Seite geklemmt werden dürfen, die Neostar 2S+ haben den Klemmbereich nur auf der langen Seite des Moduls) 

 

Die Verkabelung

Für die Kabeldurchführung habe ich eine speziell dafür vorgesehenen Flachdachpfanne gekauft, um alle Kabel ins innere zu bringen. Die Verkabelung habe ich so gelöst, dass die Kabel getrennt nach Plus und Minus in zwei UV beständigen Leerrohren nach unten zum Batteriespeicher führen. Im Set waren Kabel dabei, allerdings hätte ich diese mit Stecker nicht durch die Leerrohre bekommen, so dass ich loses 6mm² Kabel für die Verkabelung genutzt habe. Normalerweise muss man das vercrimpen, um eine sichere Verbindung zu erhalten. Eine teure PV Crimpzange wollte ich nicht kaufen, und habe mich für die Stecker und Buchsen als “PV Stick” entschieden, die man einzig abisolieren, daraufstecken, und die Verschraubung anziehen muss. 

Man muss halt darauf achten, dass man pro Kabel an den einen Ende eine Buchse und am anderen Ende einen Stecker montiert. Das war allerdings bei mir nicht so schwer, da ich jedes Kabel einzeln durchgezogen habe, und dann gleich die Stecker und Buchsen montiert habe. Der Schienenquerverbund hatte hier den Vorteil, dass ich die Kabel wirklich gut und sicher an den Schienen befestigen konnte (mit UV beständigen Kabelbindern) - denn diese dürfen nicht ab Dach scheuern, da das zu Bränden führen kann.

Die Unterkonstruktion der Panels, habe ich noch mit einen Erdungskabel an die Potentialausgleichsschiene angeschlossen, denn es ist wichtig, dass die Konstruktion geerdet ist, wenn man diese auf den Dach montiert.

 

Der Batteriespeicher

Der Avocado 22 Pro bietet 2,11 kWh an Batteriekapazität, 8000 Ladezyklen und ein Löschkit. Das Löschkit soll entstehende Brände löschen können, wobei dieser für LFP Akkus eigentlich nicht notwendig sein soll, da von diesen keine Brandgefahr ausgeht.

 

Der Speicher hat links und rechts einen schönen Tragegriff (den er allerdings mit knapp 27 Kilogramm auch braucht) Den Batteriespeicher habe ich weit oben in der Garage montiert. Das ist vom Gerät hier nicht vorgesehen, daher habe ich eine kleine Schienenkonstruktion an die Wand montiert, und den Avocado darauf gestellt. Das sieht dann so aus:

 

Links sieht man noch den Wieland Einspeisestecker, denn ab einer Modulleistung von mehr als 900 Watt, ist es laut VDE vorgeschrieben, entweder eine feste Kabelverbindung oder spezielle Einspeisevorrichtung zu nutzen. In meinen Fall, ist der Avocado zudem mit einen FI / LS Schalter abgesichert.

 

Über den Avocado, wäre noch Platz für Erweiterungen, denn man kann den Avocado ganz einfach bis zu 12,66kWh erweitern. Über die Sinnhaftigkeit in meinen Fall, schreibe ich weiter unten noch.

 

Der Avocado verfügt rechts über eine Anschlussdose mit “Betteri” buchse und einer Steckdose. (diese kann entweder bei Stromausfall, oder für zukünftige Erweiterungen genutzt werden)

Links sind die Panels angeschlossen.

 

Die Inbetriebnahme und Rechtliches

Meine Anlage ist seit April in Betrieb, und hat seit einen Monat dann gleich 80 Euro an Stromkosten eingespart. 😄

 

Diese doch recht hohe Ersparnis, ist allerdings nur deshalb so hoch, da wir noch einen alten, schwarzen Zähler mit einer Drehscheibe haben. (Ferrariszähler) Das hat den Vorteil, dass der erzeugte Strom, den man gerade nicht verbraucht, einfach eingespeist wird, und sich der Zähler dazu rückwärts dreht. 

 

Darf sich ein Zähler rückwärts drehen?

Früher war das absolut illegal, seit dem “Solarpaket 1”, welches im April 2024 beschlossen wurde, ist es geduldet, dass sich ein Ferrariszähler auch eine zeitlang rückwärts drehen darf. 😊 Und ich muss schon sagen, es ist schon schönes Bild, auf seinen Stromzähler zu blicken, und zu sehen, dass diese eben nicht in die vorgesehene Richtung dreht.. 😅

Es wird allerdings nicht immer so bleiben, denn die Netzbetreiber tauschen den Zähler (kostenlos) aus, sobald sie die Info erhalten, dass ein Balkonkraftwerk montiert worden ist, und bislang nur ein Ferrariszähler verbaut ist.

 

Damit mein Steckersolargerät auch offiziell laufen darf, muss diese Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur gemeldet sein. Dadurch erfährt auch der zuständige Stromnetzbetreiber, dass bei mir ein Zählertausch “notwendig” wird. 😥 Bei meinen Netzbetreiber soll es wohl ca ein bis drei Monate dauern, bis ein Stromzähler montiert wird. 

 

Erweiterungen

Momentan habe ich ja “nur” 2kWp an Solarpanels auf den Dach, allerdings denke ich schon über Erweiterungen nach. Denn es gibt eine VDE Anwendungsregel, mit der bis zu 6.99kWp an Solarmodulen  als “Kleinsterzeugeranlagen” dem Netzbetreiber gemeldet werden können. Diese Regelung ist allerdings noch nicht von jeden Netzbetreiber umgesetzt, und zudem kann es passieren, dass diese Anwendungsregel vielleicht bald in einen Gesetz steht.

 

Mit der Erweiterung warte ich daher noch, und mit mehr als 2kWp + Ferrariszähler, dürfte ich die Anlage erst in Betrieb nehmen, sobald der Zähler getauscht ist, da dieser Anwendungsfall, aktuell nicht ins “Solarpaket 1” fällt. 

Eine Erweiterung um mehr Panels würde allerdings bei mir sinnvoll sein, da meine nur nach Süden zeigen, und daher meine Grundlast meistens nur zwischen 8:30 und 19:30 gedeckt ist. Das ist zwar super, allerdings wäre es schön, ab dem Sonnenaufgang, und bei bewölkten Regenwetter, etwas mehr Sonnenstrom zu haben. 

 

Zur Erweiterung ist es entweder möglich, an Steckern des Speichers, die Module per Kabel “parallel” zu schalten, um zusätzliche Module anzuschließen. Allerdings sind hier offiziell nur 20 Ampere pro Anschluss möglich, und meine Module von Aiko liefern gerne auch schon mal mehr 15 Ampere pro Stück:

Momentan liefert die Anlage 2075 Watt, davon werden 800 Watt eingespeist, der Rest geht in den Akku

 

Daher würde ich die Aikomodule nicht parallel schalten. (es gibt Module, die weniger Strom, und dafür mehr Spannung liefern, wie Module von Trina. Diese könnte man parallel am Avocado betreiben)

Ich denke wenn ich mal weitere Module dazu baue, dann werde ich diese mit einen Mikrowechselrichter an der Steckdose des Avocado betreiben. (das geht nämlich auch)

 

Die Erweiterung die ich allerdings zeitnahe plane, ist einen zusätzlichen Batteriespeicher zu kaufen. Denn mit den aktuell nur 2,11kWp, komme ich nicht über die Nacht. Ein zusätzlicher Speicher wäre schon sinnvoll, um Sonnenstrom auch in der Nacht nutzen zu können.

Die Kosten für die Speichererweiterung schrecken mich allerdings etwas ab. Denn diese schwanken momentan sehr zwischen 699 und 850 Euro (plus Versand). Hätte ich im Januar einen zusätzlichen Akku gleich mitbestellt, wären es nur 400 Euro mehr gewesen. 

 

Die gesamten Kosten

Das Paket, welches ich im Januar gekauft habe, lag preislich bei 900 Euro, das Montagematerial und Kabel waren nochmals so 500 bis 600 Euro. Trotzdem denke ich sollte sich das ganze nach drei bis vier Jahren amortisieren. (deutlich schneller, als ein Anlage für 20 oder 30000 Euro..) Ich kann allerdings auch jeden verstehen, der sich eine große PV Anlage auf sein eigenes Dach montieren lässt.

 

Meine Anlage selbst, ist doch teurer geworden als ich mir das gedacht habe. (was vor allen dem Montagematerial fürs Dach und den zusätzlichen Kabel bedingt war)

Ich denke wenn man beispielsweise einfach nur Mieter ist, und einen guten passenden Balkon hat, kann man für 350 Euro, auch eine 0,9kWp Anlage umsetzen, und hat nicht so einen enormen Montageaufwand, welchen ich an meiner Anlage hatte. 

 

Fazit

Ich persönlich bin begeistert, und die Kostenersparnis ist echt schön zu sehen. Ich freue mich momentan immer sehr, wenn die Sonne scheint und mein Stromzähler rückwärts dreht...

 

Wenn ihr Fragen zu diesen Thema habt, dann einfach hier schreiben 😊

8 Antworten

The_Voice_70
Legende
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Respekt für diesen Bericht. Wirklich absolut und bis ins kleinste Detail gezeigt und auch die rechtliche Seite geschildert. Wirklich toll. 😊


Tom_
Legende
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  • Autor
  • Legende
  • May 12, 2026

Dankeschön 😊, 

was denke ich im Bericht noch fehlt, sind Erfahrungen zur App, Erfahrungen zum Avocado selbst und die Vorgehensweise bei digitalen Stromzählern. (um möglichst wenig Strom an den Netzbetreiber zu verschenken) Das kommt allerdings noch. 🙂


The_Voice_70
Legende
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Ja, berichte gern weiter. Das ist nämlich auch so ein Thema was mich echt interessiert. 😊


Tom_
Legende
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  • Autor
  • Legende
  • May 12, 2026

Mach ich gerne.

 

Beim Kauf des Batteriespeichers war mir auch wichtig, dass ich sobald der Zähler auf einen digitalen Zähler getauscht worden ist, mit einfachen Mitteln eine Nulleinspeisung erfolgen kann. (dazu muss entweder von einen Elektriker ein “Smartmeter” (beispielsweise von Shelly) im Zählerschrank installiert werden oder man nutzt einen IR Stromzähler, der einfach magnetisch auf den digitalen Stromzähler sitzt, und der so den aktuellen Stromfluss pro Außenleiter ermittelt) 

Das gute ist, man ist beim Avocado nicht auf einen Hersteller gebunden, sondern hat eine größere Auswahl:

 

Die Anker Solarbank ist bei meiner ursprünglichen Kaufentscheidung nur deshalb herausgefallen, da “IR Smartmeter” nicht möglich waren. Seit ein paar Tagen, soll allerdings (mit der neusten Firmware) die Anker Solarbank auch mit dem “Ecotracker” funktionieren. 

 

Ich denke, würde ich heute vor einer Kaufentscheidung stehen, würde neben der Anker Solarbank 4, auch der SunenergyXT 500 auf der Liste stehen. Ein Nachteil der beiden genannten Geräte, ist allerdings das vergleichsweise hohe Gewicht. (50 bzw 60 Kilo) Im Vergleich dazu ist der Avocado leichter aufzubauen. 


The_Voice_70
Legende
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@Tom_ 

ich sage da nur zu: vom allerfeinsten. Durchdacht von vorne bis hinten. Und bei den heutigen Strompreisen in allem effizient das Maximum herausgeholt. 


o2_Dennis
  • Moderator
  • May 13, 2026

@Tom_ 

Stark. Danke für diesen Erfahrungsbericht. 🙂

Ich hatte vor zwei Jahren mit dem Gedanken gespielt, bei mir ein Balkonkraftwerk zu betreiben. Am Ende scheiterte es aber am Aufbau der Balkons. Da wäre die Montage mehr als interessant gewesen, auch wenn ich mich von dem Gedanken noch nicht so richtig verabschiedet habe.

Das bei dir aber noch so ein alter Zähler verbaut ist und es mehrere Monate dauert, bis da ein neuer kommt, ist schon wild. Auch wenn ich es immer mal wieder lese, hätte ich nicht gedacht, dass man mit dem Einbau immer noch so hinterher ist. 


Tom_
Legende
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  • Autor
  • Legende
  • May 13, 2026

Hallo ​@o2_Dennis

gab es denn einen speziellen Grund, weshalb sich der Balkon nicht geeignet hat?

 

Vielleicht findest du ja inzwischen eine bessere Lösung als vor zwei Jahren. Es gibt mittlerweile auch flexible Module, die sich wie eine Pläne, mit (Stahlverstärkten) Kabelbindern montieren lassen.


Die sind zwar teurer und vermutlich auch nicht so langlebig wie gute Standard Module, allerdings leicht und schnell zu montieren. 


o2_Dennis
  • Moderator
  • May 13, 2026

@Tom_ 

Ich habe mich tatsächlich in den letzten Jahren nicht mehr weiter damit befasst. Wenn ich das so lese, sollte ich das aber vielleicht mal wieder tun.

gab es denn einen speziellen Grund, weshalb sich der Balkon nicht geeignet hat?

Das Geländer bzw. die Brüstung vom Balkon ist Mist. Reinhängen und dann miteinander einfach verbinden, wie es oft bei den Dingern beschrieben wird, wäre bei mir nicht möglich. Da müsste ich in Beton bohren und was die Statik von dem Geländer angeht, bin ich mir auch sicher, dass das kein gutes Ende auf lange Sicht haben wird, wenn ich das selbst mache. Also einfach bestellen, auspacken, montieren und anschließen wäre bei mir vermutlich nicht angesagt. Dafür müsste ich wahrscheinlich Fachpersonal anrücken lassen. Den Aufwand wollte ich zuletzt einfach nicht gehen.